Speyer „Wir lernen jedes Jahr dazu“

Beantwortet Fragen rund um das Thema Kräuter: Hofladen-Inhaberin Sabine Zürker (Mitte) bei den Kräutertagen 2014 in Dudenhofen.
Beantwortet Fragen rund um das Thema Kräuter: Hofladen-Inhaberin Sabine Zürker (Mitte) bei den Kräutertagen 2014 in Dudenhofen.

«Dudenhofen.»Das Kraut, seine heilende und geschmackliche Wirkung auf Mensch und Tier – damit beschäftigen sich die Dudenhofener Kräutertage seit zehn Jahren. RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Ellen Korelus-Bruder hat Hofladen-Inhaberin Sabine Zürker (42) nach Kräutertrends und der Zukunft der Kräutertage gefragt.

Frau Zürker, was ist Ihnen lieber: Kraut oder Rüben?

Auf jeden Fall Kraut. Zehn Jahre Kräutertage Dudenhofen – und kein Ende in Sicht? Ganz bestimmt nicht. Das Angebot wird sogar bei schlechtem Wetter sehr gut angenommen. Die Interessierten kommen teilweise von weit her. Mittlerweile sind die Kräutertage für einige unsere Kunden zum Jahrestreffpunkt geworden. Hatten Sie die Idee? Die habe ich gemeinsam mit der Volkshochschule entwickelt. Dass unser Experiment solche Wellen schlägt, hätten wir damals nicht gedacht. Bedarf und Neugier sind nach wie vor gegeben. Ist Ihnen und Ihren Kunden das Kraut dadurch wichtiger geworden? Natürlich. Wir lernen jedes Jahr dazu. Auch, dass sich Basilikum- und Minzsorten fest etabliert haben, andere nach ein paar Jahren wieder verschwinden. Unser Kräutergärtner wählt immer eine gute Mischung für uns aus. Was gibt es Neues zu lernen und zu kaufen? Das kann ich erst unmittelbar vor der Eröffnung der Kräutertage am Samstag sagen. Derzeit wächst alles noch. Was besonders gut gelungen ist, gut riecht und schmeckt, präsentieren wir dann. Dabei lassen wir unserem Gärtner die freie Wahl. Sicher ist: Für Nachschub ist gesorgt. Welches Kraut ist der Renner? So genau ist das nicht zu benennen. Die Klassiker wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Koriander, Minze und Dill gehen immer. Sind Sie inzwischen Expertin? Nein. Das ist unbestritten unsere Kräuterfrau Dorisa Winkenbach. Sie lebt das. Ich informiere am Kräutertisch, was mit welchem Kraut möglich ist. Diesmal wird auch unser Kräutergärtner etwas zum Anbau sagen. Wäre Ihr Leben ohne Kräutertage ärmer? Ja. Sie sind schon ein ganz besonderer Höhepunkt für uns. Ich möchte sie auch deshalb nicht missen, weil ich Winkenbachs Kräuterempfehlungen mindestens einmal nachkoche. Am liebsten würde ich ein alltagstaugliches Buch schreiben: Frische Kräuter schnell auf den Tisch. Wenn ich mal Zeit habe ... In dieser Woche sicher nicht mehr. Schließlich backe ich jeden Kuchen, der bei den Kräutertagen serviert wird, selbst. Mein Ehemann Markus ist auch bei den Kräutertagen Chef in unserer Gastronomie-Küche. Welches Kraut ist gut fürs Tier? Katzen brauchen zum Wohlbefinden spezielles Gras und Minze, Nagetiere und Schildkröten stehen auf Golliwoog (Kriechendes Schönpolster). Das wird mit von Tierhaltern praktisch aus den Händen gerissen. Sind noch Wünsche für künftige Kräutertage offen? Wir haben zwar viele Ideen, sind aber am Limit angelangt. Vorbereitung und Organisation der Kräutertage sind aufwendig. Auch personell. Leider können wir uns nicht teilen. Zum Jubiläum bieten wir am Samstag zusätzlich den Kräuter-Gourmetabend „Grüne Tafel“ mit fachmännischer Kräuterkunde zwischen fünf Gängen an. Bei schönem Wetter draußen. kya

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