Speyer
Weil er so erfolgreich war: Hund Jacky kehrt in die Landesbibliothek zurück
Die Rheinische Landesbibliothek in Koblenz bietet bereits seit 2024 Lernpausen mit dem Hund Little Joe an. Das Angebot wurde den Verantwortlichen zufolge in Koblenz sehr gut angenommen und deshalb auf den Speyerer „Labi“-Standort in der Otto-Mayer-Straße ausgeweitet, nachdem mit dem ausgebildeten Begleithund Jacky ein geeigneter Vierbeiner gefunden worden war: Die „Lernpause mit Pfötchen“ gebe es somit seit November 2025, berichtet Ute Bahrs, die Leiterin des Standorts in der Domstadt.
Das Angebot sei ursprünglich vor allem für Abiturienten gedacht gewesen, die in der Landesbibliothek von November bis März für das Abitur lernen, sowie für Referendare und Hörer der Deutschen Uni für Verwaltungswissenschaften, so Bahrs. Sie sollten die Chance haben, sich vom Stress des Lernens und der anstehenden Prüfungen zu entspannen, indem sie 20 bis 30 Minuten mit Jacky verbringen, mit ihm spielen, ihn streicheln.
Viele Interessenten
Diese Zielgruppe habe das Angebot durchaus genutzt, sagt Bahrs. Doch hätten sich auch andere Interessenten gemeldet, teils andere Kunden der „Labi“, aber auch außenstehende Hundeliebhaber. Jacky war vom 10. November 2025 bis 23. März dieses Jahres in der Regel jeden zweiten und vierten Montag im Monat, jeweils zwischen 14 und 16 Uhr, in Speyer im Einsatz. „Einige der vorgesehenen Termine mussten wir leider streichen, weil da die Besitzerin von Jacky, die Psychotherapeutin Gabriele Nicklis, kurzfristig verhindert war“, bedauert Bahrs. Und ohne seine Besitzerin könne Jacky, der in der Südpfalz lebt, nicht zur Arbeit kommen.
Nach Bahrs’ Angaben wurden an sieben Tagen insgesamt 23 Termine gebucht. Mehr als 30 Personen hätten jeweils 20 bis 30 Minuten mit Jacky verbracht, einige mehrmals. Manche seien zu zweit oder zu dritt zu einem Treffen mit Jacky in die Landesbibliothek gekommen. Zehn der Teilnehmer hätten bei einer Umfrage mitgemacht und die Aktion positiv oder sehr positiv bewertet. Es habe viel Lob für Jacky gegeben, der ein ausgebildeter Therapie- und Begleithund ist. „Für Jacky war es schon nach kurzer Zeit selbstverständlich, hierher zur Arbeit zu kommen“, erzählt Bahrs.
Wie sie berichtet, war die jüngste Teilnehmerin zehn Jahre alt. Das Mädchen sei von seiner Mutter angemeldet worden. Bei der Beantwortung der Umfrage habe das Mädchen geschrieben, dass es keinen Stress habe, aber Hunde über alles liebe und deshalb Zeit mit Jacky verbringen wolle. Etwa 70 Jahre alt sei die älteste Teilnehmerin gewesen, auch sie eine Hundeliebhaberin, die sich keinen eigenen Hund halten könne. Bahrs verrät, dass auch einige Mitarbeiter der Landesbibliothek das Angebot genutzt hätten. Die meisten der Teilnehmer seien zwischen 18 und 30 Jahren alt. Insgesamt seien Frauen stärker vertreten gewesen als Männer. Weitgehend alle in Speyer angebotenen Termine seien gebucht worden.
Thema im Fernsehen
Insgesamt sei die „Lernpause mit Pfötchen“ sehr gut gelaufen, so Bahrs. Es habe nur einen negativen Aspekt gegeben: Einige hätten sich angemeldet, seien dann aber nicht zum vereinbarten Termin erschienen, ohne abzusagen. Es könne immer mal etwas dazwischenkommen, aber man sollte das mitteilen. „Dann könnte vielleicht ein anderer Interessent den Termin buchen“, so Bahrs. Die „Lernpause mit Pfötchen“ hat dem Landesbibliothekszentrum viel Medieninteresse eingebracht. Neben Printmedien hätten sich auch mehrere Radio- und Fernsehsender gemeldet.
Mehrfach sei von Teilnehmern der Wunsch geäußert worden, dass die Aktion fortgesetzt wird. Der Wunsch werde erfüllt, sagt die Standortleiterin. Im Oktober soll die „Lernpause mit Pfötchen“ neu aufgelegt werden. Dies sei wiederum bis zum März des Jahres darauf geplant, jeweils an jedem zweiten Mittwoch und vierten Montag des Monats, außer im Dezember, da sind der 9. und 23. Dezember die Termine. Buchungen sind nur online auf einem Kalender auf der Homepage www.lbz.rlp.de möglich.