Speyer Weichen bei Wasser und Wald gestellt

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Einstimmig empfohlen haben die Mitglieder des Umweltausschusses am Donnerstagabend, dass der Stadtrat dem Forsteinrichtungswerk von 2015 bis 2025 für den Stadt- und Bürgerhospitalwald zustimmt. In der Sitzung war daneben die Vorstellung der Pläne der BASF zur Erweiterung der Deponie Flotzgrün das zweite große Thema.

Nach der Planung von Forsteinrichter Joachim Kuntz (Zentralstelle der Forstverwaltung) wird der südliche Speyerer Auwald mit einer Fläche von 148 Hektar in den nächsten zehn Jahren überwiegend seiner natürlichen Entwicklung überlassen. Forstliche Eingriffe soll es auf 107 Hektar nur noch zur Verkehrssicherung geben – darüber, wo die nötig sei, entscheide Revierförster Uwe Fehr. Auf 37 Hektar sollen Eschenbestände – viele Exemplare dieser Baumart sind laut Kuntz schwer geschädigt – durch Eichen und auf vier Hektar fremdländische Nussbäume durch Feldahorne ersetzt werden. Große Debatten über die für zehn Jahre geltende Forsteinrichtung gab es keine mehr. Kuntz hat bei seiner überarbeiteten Planung frühere Empfehlungen des Ausschusses sowie einen Stadtratsbeschluss vom 11. Februar umgesetzt. Maria Montero-Muth (CDU) wollte wissen, ob die vorgesehene Evaluation der Naturwaldentwicklung weiterhin geplant sei. Ausschussvorsitzender Frank Scheid (SWG) verwies dazu auf das vorgesehene Monitoring, mit dem die wissenschaftliche Begleitung durch – bislang noch nicht bestimmte – Experten gemeint sei. Die Belastung des Grundwassers durch Schadstoffe, insbesondere die Pestizide Bentazon und Mecoprop, aus der Deponie Flotzgrün der BASF trieb die Politiker im weiteren Sitzungsverlauf um. Nach Aussage von Armin Bender vom Fachbüro Björnsen Beratende Ingenieure liegt nach ersten Schadstoff-Messergebnissen an 34 neuen Messstellen „keine aktuelle Gefährdung für die Trinkwassergewinnung“ vor. Das zeige, dass die eingerichteten „Sanierungsbrunnen“ zur Abwendung weiterer Verunreinigungen durch Altbereiche der Deponie funktionierten. Auf Nachfrage von Montero-Muth teilte Stadtwerke-Bereichsleiter Jürgen Hermes mit, dass das Unternehmen jährlich alle Trinkwassergewinnungsbrunnen auf Pestizide untersuchen lasse. Bislang sei noch nie eine Belastung festgestellt worden. Allerdings befürchte Hermes angesichts der vorangeschrittenen Ausbreitung der Schadstoffe von der Deponie in Richtung Wasserwerk Süd künftige Verunreinigungen. Deponie-Leiter Frank Eckert erläuterte die Planung der BASF zur Erweiterung der Anlage um einen achten Abschnitt, für die das Unternehmen bereits eine Planfeststellung beantragt hat (wir berichteten). Der Ausbau sei nötig, damit die BASF für „22 Jahre Planungssicherheit“ habe. Weiter in die Zukunft denke das Unternehmen nicht, erklärte er auf die Frage von Julia Kremp (SWG) nach langfristigen Entwicklungsperspektiven. Zu den Ausbauplänen der BASF gaben die Stadtwerke und die Stadtverwaltung Stellungnahmen ab, die erst bei der Sitzung vorgelegt wurden. Beide verwiesen auf Wissenslücken in der Datengrundlage, die es zu schließen gelte – etwa bezüglich der Untergrundbeschaffenheit im Umfeld der Deponie sowie der Staubbelastung für Mensch und Tier beim späteren Betrieb. (tbg)

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