Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Wegführung durchs Welterbe steht fest

Judenhof: am rechten Bildrand die Kleine Pfaffengasse, in der Bildmitte die schmale Judenhofgasse.
Judenhof: am rechten Bildrand die Kleine Pfaffengasse, in der Bildmitte die schmale Judenhofgasse.

Die Besucherzahlen im Judenhof sind schon gestiegen, seit dieser im Sommer als Teil der SchUM-Stätten zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein weiteres Wachstum wird erwartet, wenn der Tourismus wieder anzieht. Die Stadt will die Besucherlenkung verbessern, das Wie ist umstritten. Eine erste Entscheidung dazu ist gefallen.

Der Gang, der aktuell als Ein- und Ausgang zum Bereich um die ehemalige Mikwe genutzt wird, ist zu schmal. Mit diesem Befund hat der städtische Plan zu tun, die Besucher in Zukunft durch diesen Gang von der Kleinen Pfaffengasse in die Welterbestätte hineinzuführen – und durch ein bisher verschlossenes Tor in der Judenbadgasse wieder heraus. Das hat zu Widerstand bei Anwohnern in der Judenbadgasse geführt, die Lärm und Müll in der heute ruhigen Sackstraße fürchten. Monika Sohn gehörte zu der Gruppe, die sich deshalb bei der Stadt beschwerte und zu einem Ortstermin mit den Verantwortlichen eingeladen worden war.

Dieser Termin hat inzwischen stattgefunden, und die Stadt hat entscheiden: Der Plan soll trotz der Bürger-Bedenken umgesetzt werden. „Die Besucher werden nach der Ertüchtigung des hinteren Ausgangs über die Judenbadgasse aus der Anlage herausgeführt werden“, teilt Lisa Eschenbach, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit.

Ertüchtigt und ernüchtert

Derzeit werde geprüft, wie der bisher durch ein Tor verschlossene Ausgang technisch ertüchtigt werden könne. Monika Sohn hat das Ergebnis ernüchtert zur Kenntnis genommen und berichtet auf Anfrage, sie überlege noch, „wie ich damit umgehe“. Sie vermisse Transparenz seitens der Verwaltung, weil sie als Betroffene letztlich vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei.

Sohns Vorschlag, den Eingang von der Kleinen Pfaffengasse aus zu verbreitern und dafür das Haus nebenan zu nutzen, das der Stadt ohnehin schon gehöre, habe diese aus baulichen Gründen abgelehnt, berichtet die Bürgerin. Verwaltungssprecherin Eschenbach betont, dass im Zusammenhang mit dem künftigen Besuchermanagement rund um den Judenhof noch vieles offen sei. Der künftige Ausgang sei das einzige schon Spruchreife. Auch zum Standort des geplanten neuen Besucherpavillons an der die Mikwe digital und barrierefrei präsentieren soll, gebe es im Rathaus noch keine Festlegung. „Dazu müssen weitere Gespräche und Begehungen stattfinden. Das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen“, so Eschenbach.

Speyer, Worms und Mainz sind im Juli bei einer Unesco-Tagung in China für ihre mittelalterliche jüdische Geschichte zum Weltkulturerbe ernannt worden. Zentraler Bestandteil in Speyer ist das Judenhof-Areal.

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