Speyer
Wegen Drogen: 29-Jähriger aus VG Römerberg-Dudenhofen vor Gericht
Wegen einer lange Reihe von einschlägigen Vergehen rund um das Thema Drogen seit 2016 – unter anderem der Anbau von Cannabis als Zimmerpflanzen – muss sich ein 29-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Römerberg -Dudenhofen vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Speyer verantworten. Auch eine Schusswaffe soll er ohne entsprechende Erlaubnis besessen haben.
Ein geladener Zeuge war erschienen, ein anderer nicht. Der muss nun ein Ordnungsgeld bezahlen – oder ersatzweise in Haft. Das Verfahren wird fortgesetzt am 26. August, dann wird er von der Polizei abgeholt. Zusätzlich sollen weitere Zeugen geladen werden.
Es war eine recht lange Anklageschrift, die von der Vertreterin der Staatsanwaltschaft verlesen wurde. Offenbar ist der 29-Jährige bei Ermittlungen zu einer ganzen Gruppe von Dealern und ihren Kunden auch ins Fadenkreuz geraten. Die Liste beginnt im Oktober 2016 mit mehr als 60 Gramm Marihuana, die er in seiner Wohnung in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen aufbewahrt und für fast 500 Euro verkauft haben soll. Im Mai 2017, als er seinen Wohnsitz in Westheim hatte, stellte die Polizei dort drei Cannabis-Pflanzen sicher, deren Ernte getrocknet 35 Gramm Marihuana erbracht hätte. Bei der Gelegenheit wurden in der Wohnung auch 120 Gramm Amphetamine, knapp zehn Gramm Marihuana und 16 Tabletten mit verbotenen neuen psychoaktiven Stoffen sichergestellt, außerdem Teile einer Schusswaffe. In drei Fällen im März und April 2017 soll er zudem Marihuana zum Preis von 200 Euro angeboten haben, zehn Gramm Kokain zum Preis von 40 Euro und Ecstasy-Tabletten zum Preis von fünf Euro pro Stück.
Der Angeklagte, der von Rechtsanwalt Daniel Gönnheimer aus Mannheim verteidigt wurde, steht wegen einer früheren Straftat noch unter Bewährung. Er wohnt mittlerweile in Baden-Baden, wo seine Freundin mit mehreren Kindern lebt. Wegen ihr, aber auch, um von den „Drogen-Freunden“ hier wegzukommen, sei er weggezogen. Cannabis rauche er, seitdem er etwa 13, 14 Jahre alt ist, mit etwa 16 oder 17 Jahren seien Amphetamine hinzugekommen. Der Konsum von beidem habe sich über die Jahre gesteigert. Heute sei er weg von den Amphetaminen, aber wegen einer bestimmten Art Kopfschmerzen Cannabis-Patient. Die Pflanzen habe er zum Eigenkonsum angebaut, ebenso wie er die diversen Mittel zum Eigenkonsum zu Hause gehabt habe. Aus Eifersucht wegen seiner früheren Freundin sei er angezeigt worden.
Als Zeuge sagte an diesem Tag der leitende Ermittler im Polizeipräsidium Ludwigshafen aus. Auf den Angeklagten sei man wegen mehrerer Hinweise gekommen. Zum einen habe eine Person ihn bei der Polizei in Speyer angezeigt. Zum andern jedoch habe man die Telefone einer Gruppe von etwa 15 Personen wegen ihrer Rauschmittelgeschäfte überwacht, zu denen er immer wieder Kontakt hatte. In diesem Kreis seien immer wieder unter Code-Namen Angebote gemacht worden. Verteidiger Gönnheimer wollte es genau wissen, so erklärte der Beamte: „Immer wieder ging es um Grillen, Hähnchen und Bier. Aber auch wenn man Grillhähnchen liebt – jeden Tag Bestellungen für relativ viel Geld macht misstrauisch. Außerdem werden in diesen Kreisen oft ähnliche Codes verwendet.“
Einen Erfolg gab es doch für den Angeklagten: Die Anklage wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde nicht aufrecht erhalten.