Speyer
Wassersportverein Speyer 100 Jahre alt
Der von Georg Flöser als Vorsitzenden und Ursula Daum als dessen Stellvertreterin geleitete Wassersportverein sah die 100-Jahr-Feier für Samstag, 5. September, im Gemeindehaus Dudenhofen vor. Die ortsfremd angesetzte Jubiläumsveranstaltung zeigt das Dilemma des WSV.
Seit er 1999 sein 1920 auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes gebautes Klubheim aufgeben musste, besitzt er kein Zuhause mehr. Das Vereinsheim, in Speyer als de Wassersport ein Begriff, lag gegenüber dem heutigen Sealife.
Zwei Vereine
Der WSV, beziehungsweise dessen Vorgänger, entstand 1920 als Schwimmverein Salamander in der Anker-Gaststätte. Drei Monate später entschloss sich das Arbeiter-Sportkartell zur Gründung eines Wassersportvereins. Noch im selben Jahr fusionierten beide zur Freien Wassersportvereinigung.
Dieser gehörten auch Paddler an, danach Handballer und Leichtathleten. Im Floßhafen entstand auf Pontons eine Wettkampfbahn, auf dem Gelände gegenüber das Vereinsheim. Ebenfalls 1920 fand sich eine weitere Gruppe von Schwimmsport-Anhängern zum Verein Wasserfreunde Speyer zusammen.
Im Russenweiher legten sie eine Schwimmbahn und ein Wasserball-Spielfeld an. Am Ufer stand ein hölzernes Klubhäuschen. Später ging dieser Verein im TV Speyer auf und verlegte seine Aktivitäten in den Neuen Hafen. An einem Seitenarm entstand die Schwimm- und Badeanlage sowie ein Klubheim des Turnvereins.
Das Ende
1933 wurden diese Vereine aufgelöst. Bis 1938 vertrat allein der TSV den Speyerer Schwimmsport. 1939 ging auch der Turnverein im dem von den Nationalsozialisten befohlenen örtlichen Großverein für Sport auf.
Genehmigt von der französischen Besatzung, entstand nach dem 2. Weltkrieg ein sogenannter Allsportverein, dem auch eine Wassersport-Abteilung angehörte. Einige von dessen älteren Mitgliedern legten im Floßhafen wieder eine Schwimmbahn und ein Nichtschwimmerbecken an.
Die zunehmende Rhein-Verschmutzung veranlasste die Stadt zum Bau eines Freibades. Der WSV beteiligte sich daran mit einem Zuschuss und zog 1955 vom Floßhafen in die neue Anlage.
Kurzchronik
1920: Gründung wassersporttreibender Vereinigungen, die Grundlage für den späteren Wassersportverein Speyer.
1933: Verbot und Auflösung der Wassersport-Vereinigungen.
1948: Gründung des WSV 1920.
1950: Beginn der Wettkämpfe im Ausland und der Auftritte ausländischer Vereine in Speyer.
1969: Zusammenschluss zur Schwimmgemeinschaft SG Neustadt-Speyer.
1971: Aufstieg der Herren der SG Neustadt-Speyer in die 1. Bundesliga.
1973: Eröffnung des Hallenbades, Siegfried Daum Speyers Sportler des Jahres.
1976: Erstes Kinderschwimmfest Start in den Frühling.
1978: Ende der SG Neustadt-Speyer.
1979: Neugründung der Wasserball-Abteilung, erstes Auftreten der Synchronschwimmer.
1984: Thomas Ligl Sportler des Jahres.
1985: Die Tischtennis-Abteilung wechselt zum TSV.
1987: Georg Flöser folgt auf Fritz Ziegler als Vorsitzender.
1990: Sportlicher Auftakt des WSV anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt. Die Sylvester-Marathon-Schwimmstaffel wird Mannschaft des Jahres.
2005: Ligl erneut Sportler des Jahres.