Speyer „Was hat das alles mit Energieeinsparung zu tun?“

Das Interesse an der Auftaktveranstaltung „Bürgerbeteiligung der Ortsgemeinde Dudenhofen zur energetischen Ortssanierung“ ist nicht allzu groß gewesen. In den Sitzungssaal des Bürgerhauses waren am Donnerstagabend 20 Leute gekommen. Nicht alle blieben bis zum Ende, nicht alle trugen sich auf der Stellwand ein und beschrieben die von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) verteilten Kärtchen.
Vor einem Jahr hatte der Ortsgemeinderat beschlossen, dass sich die Ortsgemeinde der Initiative anschließen soll, und die Konzept-Entwicklung an die DSK vergeben. An die Gründe teilzunehmen erinnerte Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) in seiner Begrüßung: „Das Thema Energie, die Reduzierung von Kohlenstoffdioxid ist allgemein auf der Agenda. Erderwärmung und Klimawandel betreffen auch Dudenhofen. Mit der entsprechenden Sanierung und Umrüstung der Häuser kann der Einzelne einen kleinen Beitrag zum Energiesparen leisten.“ DSK-Büroleiterin Karin Weber erläuterte die Schritte: den Gebäudebestand auflisten, den Aufnahmeantrag für das KfW-Programm abschicken, die Auftaktveranstaltung, Analyse – und das Ziel: „In der Zusammenarbeit von Bürgern, Verwaltung, Lenkungsgruppe, Politik und Gremien die ideale Mischung aus städtebaulichem und energetischem Leitbild zu entwickeln.“ Zuvor lautete die grundsätzliche Frage einer Bürgerin: „Zwingt das Konzept die Bewohner, irgendwas im oder am Haus machen zu lassen?“ Klare Antwort von Eberhard: „Nein!“ Die Ortsgemeinde unterbreite lediglich ein Angebot, bei dem demjenigen geholfen werden soll, der vorhabe, sein Haus energiesparend zu sanieren. Mit der Ausweisung als Sanierungsgebiet könnten Zuschüsse, Fördermittel und die steuerliche Abschreibung beantragt werden. Weber ergänzte: „Das Konzept – fertiggestellt sein soll es Ende 2017, Anfang 2018 – ist nur eine Richtschnur und für den Einzelnen nicht verbindlich.“ Eberhard antwortete auf die Frage, warum das Projekt auf den alten Ortskern beschränkt sei: „Es ist ein Anfang, auch um Erfahrungen zu sammeln, und kann jederzeit auf andere Ortsteile erweitert werden.“ Den Ortsbürgermeister „überraschte die negative Eingangstendenz“ der Zusammenkunft, verstärkt durch die Anführung der Kosten. Eberhard sagte: „Für die Studie zahlt die Ortsgemeinde 13.000 Euro.“ Der Rest wird aus anderen Steuertöpfen beglichen. Weber drängte zur Tat mit dem Filzstift und verwies auf die Stellwände mit Fragen zu Haushaltsgröße, Straße, Alter (unter 40, über 65) und dem Arbeitsort. Zwischenfrage eines Bürgers, bevor er sich vorzeitig verabschiedete: „Was hat das alles mit Energieeinsparung zu tun?“ Nächste anzukreuzende Rubrik: „Wann wurde das Gebäude gebaut, vor 1968, 1984 bis 2001, ab 2002?“ Dann: „Haben Sie bereits energetische Sanierungsmaßnahmen an Ihrem Wohngebäude durchgeführt?“ Mögliche Antworten: „Nein, habe es aber vor. Nein, habe es auch nicht vor.“ Weber sagte zum Sinn und Zweck: „Ohne Form und äußeres Erscheinungsbild kein Inhalt.“ Einige Antworten der Bürger zur Frage „Was finden Sie gut am Klimakonzept?“ lauteten: „Förderung, Steuerersparnis, verbessert das Ortsbild, spart Energie, weckt Bewusstsein, Mitsprache, Schritt in die Zukunft.“ Zu den „möglichen Problemen“ wurde auf Zetteln notiert: „Ausgeübter Sanierungsdruck, nicht alle Gebäude taugen zum Herrichten, finanzielle Belastung, Beteiligung von Wenigen.“ Nach 75 Minuten lautete Webers „wichtigste Frage“: „Welche Wünsche und Erwartungen verbinden Sie mit dem Konzept?“ Ein Auszug der Antworten: „Dezentrale Energieversorgung (Bau eines Blockheizkraftwerks), besseres Klima, konkrete Vorschläge, keine Nachteile, kostengünstige Anreize.“ Wer da war und geblieben ist, konnte sich in eine Liste zur Energieberatung eintragen und einen Fragebogen mitnehmen. Die Schlussbemerkung eines Teilnehmenden: „Für das große Gebiet ist die Datenlage nach der Veranstaltung sehr dürftig.“