Speyer Warum Bürger beim Sozialamt jetzt vor verschlossenen Türen stehen

Sozialamt in der Johannesstraße: dicke Mauern und – aus Sicherheitsgründen – verschlossene Türen.
Sozialamt in der Johannesstraße: dicke Mauern und – aus Sicherheitsgründen – verschlossene Türen.

Das Sozialamt bleibt dauerhaft geschlossen. Das teilte Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) mit. Die Grünen hatten die Entscheidung kritisch hinterfragt.

Die Stadtverwaltung hatte Anfang September informiert, dass Zugang zum Sozialamt in der Johannesstraße künftig nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung gewährt werde. Das wurde nun auf Grünen-Anfrage im Sozialausschuss thematisiert. Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) erklärte die Hintergründe: Wie bereits in den vergangenen Jahren sei es auch 2025 zu verbalen und körperlichen Angriffen Hilfesuchender auf Mitarbeiter gekommen. Einmal sei sogar ein Notfallpsychologe eingesetzt worden. Diese Zustände seien nicht länger hinnehmbar, so Kabs.

Ein „massiver Angriff“ eines Mitbürgers vor wenigen Wochen habe Anlass zum Handeln gegeben. Die Tür der Behörde in der Johannesstraße 22a bleibe nun auch zu den üblichen Öffnungszeiten verschlossen. Termine seien nur noch nach schriftlicher, telefonischer Absprache oder per Mail möglich, erklärte die Bürgermeisterin das jetzt eingeführte Prozedere zum Schutz der im Sozialamt Beschäftigten. Einlass gewährten die Mitarbeiter allerdings bei „unaufschiebbarem Bedarf“ wie beispielsweise Obdachlosigkeit.

Bis zu 60 Anrufe täglich

Bei Notlagen nehme die Verwaltung selbst den Kontakt mit Betroffenen auf, im Einzelfall erfolgten Hausbesuche, schilderte Kabs mögliche Vorgehensweisen. Bis zu 60 Anrufe erreichten die Behörde seit der Schließung täglich, berichtete sie von hohem Beratungsaufkommen. Montags bis Donnerstag ist das Sozialamt von 8 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 06232 142400 erreichbar, freitags bis 12 Uhr.

Die Schließung des städtischen Bereich sei beschlossene Sache, aber „nicht in Stein gemeißelt“, betonte Kabs. Ohnehin könne „umfassende Sicherheit niemand gewährleisten“. Die Grünen hatten unter anderem gefragt: „Bedeutet es nicht eine hohe Schwelle gerade für die Menschen, die es (fast) nicht schaffen, überhaupt zum ,Amt’ zu kommen, nun nur noch mit vorherigem Termin zu empfangen?“

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