Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Wählergruppe vermisst neue Bäume: Oft Kompromisse nötig

Bauarbeiten in der Schwerdstraße: Hier wurden keine neuen Bäume gepflanzt.
Bauarbeiten in der Schwerdstraße: Hier wurden keine neuen Bäume gepflanzt.

Speyer braucht mehr schattenspendende Bäume. Der Stadtrat hatte schon 2024 beschlossen, das bei Straßenbauprojekten zu berücksichtigen. Nicht überall klappt das offenbar.

„Wir wollen ein Speyer der kurzen und schattigen Wege“, sagte Maria Montero-Muth (UfS) bei einer Sondersitzung des Stadtrats zum Thema Klimaschutz. In diese Richtung zielte auch der mehrheitlich beschlossene Antrag aus dem November 2024, bei allen Straßenbauprojekten standortgerechte Gewächse oder Stadtbäume für Beschattung und Begrünung auszuwählen „und wo immer möglich anzupflanzen“, wie es die UfS formuliert. Die Wählergruppe bemängelte in einer Anfrage für die Sondersitzung, dass das bei Projekten wie etwa in der erneuerten Schwerdstraße nicht passiert sei. Sie fragte unter anderem nach technischen Hindernissen, die das erschwerten, und nach Möglichkeiten zur Abhilfe.

„Bei allen investiven Straßenneubaumaßnahmen“ würden Baumpflanzungen geprüft, entgegnete der städtische Fachbereichsleiter Robin Nolasco. In Neubaugebieten wie am Russenweiher sei das auch berücksichtigt. Bei Instandsetzungen wie in der Schwerdstraße seien neue Bäume in der Planung dagegen bisher nicht vorgesehen, weil beispielsweise nur die oberste Schicht einer Straße saniert werde. Um Bäume pflanzen zu können, müssten der Straßenaufbau aufgebrochen sowie entsprechende Schichten für Baumsubstrat geschaffen werden. Es könne auch eine Frage künftiger Prioritätensetzung sein, zusätzliche städtische Mittel dafür in die Hand zu nehmen, ergänzte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD).

Großer Platzbedarf

Zudem gelte: „Wurzeln suchen sich ihren Weg“, erläuterte Nolasco. Gerade in vielen engen Straßen müssten deshalb für neue Bäume Leitungen zum Schutz zusammengelegt oder verlegt werden. Der nötige Umbau von Straßen sei allerdings sehr teuer. Auch oberirdisch gebe es großen Platzbedarf, etwa für breitere Gehwege oder Parkplätze. Es müssten Kompromisse eingegangen werden. Wo immer es möglich sei, würden jedoch Pflanzungen berücksichtigt. Bei der Erneuerung der Landauer Straße – laut Nolasco noch in einer frühen Phase der Planung – werde an Begrünung gedacht, sagte er zu.

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