Speyer
Vorschlag: Alexej-Nawalny-Platz als Premiere in Speyer
Der Vorschlag stammt von der Senioren Union Speyer, in der sich Vertreter der älteren Generation in der CDU zusammengeschlossen haben. Sie hat in ihrer jüngsten Sitzung die Forderung nach einem Nawalny-Platz in der Domstadt beschlossen. Vorsitzender Daoud Hattab berichtet von rund 80 Prozent Zustimmung. Die restlichen Teilnehmer hätten sich enthalten. Die Gruppe hofft nun darauf, dass ihr Vorschlag in Politik und Gesellschaft weitere Befürworter findet. Eine Benennung müsste im Stadtrat oder im Kulturausschuss beschlossen werden.
Ideengeber war Eberhard Spitzer, Künstler aus Speyer und Mitglied der Senioren Union. Seines Wissens gebe es bundesweit noch keine entsprechende Ehrung für den russischen Regimekritiker, der jüngsten Berichten zufolge im Straflager vergiftet wurde, so Spitzer. „Dabei hätte es dieser Kämpfer für Frieden und Freiheit mehr als verdient, im Stadtbild sichtbar gemacht zu werden. Er ist gerade als Vorbild für die Jugend wichtig.“
Was ist mit Gorbatschow?
Alexej Nawalny habe sein Leben eingesetzt, um Gutes zu erreichen, so Hattab, der Spitzers Initiative unterstützt. Das habe auch im Kontext des Ukraine-Kriegs eine besondere Aktualität. In der Versammlung der Parteigruppierung habe es auch den Gegenvorschlag gegeben, den früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow, einst Speyer-Besucher und Wegbereiter der Deutschen Einheit, mit einer Platzbenennung zu ehren, aber dafür fehle letztlich die Aktualität.
Bei der Auswahl eines geeigneten Platzes würde sich Initiator Spitzer auf die Stadtverwaltung verlassen, die eine geeignete Fläche aussuchen könnte. Es müsste nichts Großes sein, es gehe vor allem darum, ein Zeichen zu setzen. Den Platz der Stadt Kursk am Rheinufer umzutaufen, hält die Senioren Union laut Hattab nicht für ratsam: Die Verbindung zu Speyers russischer Partnerschaft ruht zwar derzeit, eine Wiederbelebung nach Putins Krieg solle aber nicht erschwert werden. Eine konkrete Idee haben die Christdemokraten schon für den Fall, dass tatsächlich einmal ein Nawalny-Platz in Speyer entstünde: Dann sollte Julija Nawalnaja, die Witwe des Politikers, zur Einweihung eingeladen werden.