Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Vorbereitung für die E-Bus-Flotte: So laufen die Arbeiten im Ladepark

Fast einsatzbereit: Von 16 E-Ladesäulen im Bus-Ladepark in der Heinkelstraße stehen 13 schon.
Fast einsatzbereit: Von 16 E-Ladesäulen im Bus-Ladepark in der Heinkelstraße stehen 13 schon.

Auf einem 12.600 Quadratmeter großen Gelände in der Heinkelstraße entsteht seit Anfang des Jahres ein Ladepark für Elektrobusse. Das Projekt ist weit vorangeschritten.

Der Fahrplanwechsel am 14. Dezember markiert eine deutliche Veränderung für den Speyerer Busverkehr. Dann nämlich sollen die bisherigen Dieselbusse durch Fahrzeuge mit E-Ladeantrieb ersetzt werden. 29 Elektrobusse werden es sein, und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. „Wir sind gut im Plan“, sagte Guido Verhoefen, Geschäftsführer der beauftragten Firma DB Regio Bus Mitte. Die neuen Fahrzeuge – 25 Solo- und vier Midibusse – seien in Polen gebaut worden und würden in einem Werk in Salzgitter technisch und kaufmännisch abgenommen, bevor sie über einen Zwischenstopp in Mainz-Kastel in ihrer neuen Heimat Speyer ankommen. Vier bis sechs Wochen werde das noch dauern, schätzte Verhoefen.

„Meilenstein“ Trafostationen

Die Infrastruktur in der Domstadt sei nochmal eine Nasenlänge voraus, sagte der Geschäftsführer. In der Heinkelstraße 8 bauen die Verkehrsbetriebe Speyer (VBS) einen E-Ladepark, der die DB-Regio-Busse mit Strom für ihre Fahrten durch die Stadt versorgen soll. Von den 16 Ladestationen für die Busse stehen 13 bereits an Ort und Stelle. Sie sind vom gleichen Hersteller wie viele, die immer häufiger im öffentlichen Raum zu finden sind. „Ähnlich wie die Säulen, die die Stadtwerke einsetzen“, erklärt Julian Sauther, der für die Stadtwerke-Tochter VBS mit dem Projekt betraut ist. Mit dem Ablauf ist er zufrieden, das Vorhaben laufe gut. Besonders im Teil direkt an der Straße wird noch gearbeitet – dort sollen Pausenräume für die Busfahrer entstehen.

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Im hinteren Bereich des Ladeparks sind die Arbeiten weit gediehen. Am Freitagmorgen war Sauther schon früh auf der Baustelle, als zwei Trafostationen geliefert wurden, die die Energieversorgung sicherstellen sollen. „Ein großer Meilenstein“, betonte SWS-Geschäftsführer Georg Weyrich. 2,3 Millionen Kilowattstunden Strom würden im Ladepark pro Jahr in etwa benötigt. Ein solches Projekt sei nur mit grünem Strom sinnvoll, ergänzte Weyrich. Den soll der Ladepark hauptsächlich aus dem SWS-Windpark bei Hatzenbühl und Photovoltaikanlagen in Speyer erhalten.

Keine Förderung

„Ein deutlicher Beitrag im Sinne einer nachhaltigen Mobilität“, sagte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Rund 6,2 Millionen Euro stecken Stadt und Stadtwerke in den Neubau. „Wir wären dankbar über Fördersummen des Bundes gewesen“, so die Stadtchefin. Doch es floss kein Geld aus Berlin: „Wir hätten mit mehr als einer Million Euro Förderung gerechnet“, verdeutlicht VBS-Geschäftsführer Mathias Reinhart. Doch die Verantwortlichen entschieden, das Projekt trotzdem mit eigenen Mitteln zu stemmen. Wenn künftig leisere und abgasfreie E-Busse durch die Stadt rollen, mache das den Stadtbusverkehr attraktiver.

Wobei Seiler auch um Verständnis warb, wenn bei Umstellung im Dezember noch nicht sofort alles reibungslos laufe. Die E-Busse verfügten über eine Reichweite von rund 300 Kilometern, so DB Regio Bus Mitte-Geschäftsführer Verhoefen. Wenn ein Bus heute je nach Route Strecken von rund 450 Kilometer pro Tag zurücklege, sei klar: Eine gute Umlaufplanung, welche Busse wann einsatzbereit sind und ein internes Lademanagement sind wichtig. Zudem soll mit den Batterien schonend umgegangen werden, damit sie möglichst lange halten. Als Reserve für den Fall der Fälle stünden auch nach wie vor Dieselbusse bereit. „Wir werden die Dieselflotte nicht sofort verkaufen“, sagte Verhoefen.

Die neuen Elektrobusse böten den Fahrgästen mehr Komfort, betonte er. Auch für die Fahrer ergäben sich beim Umstieg von Diesel- auf Elektrobus Änderungen. Sie sollen schon während des Transports der Busse von Mainz-Kastel nach Speyer eingewiesen werden. Zum einen seien die neuen Gefährte leiser, im Straßenverkehr also fast nicht mehr zu hören. Um Unfallgefahren zu reduzieren, müssten die Fahrer „sehr vorausschauend“ unterwegs sein. Und auch der Umgang mit den neuen Pedalen müsse geübt sein: Wer im E-Bus „Gas“ gebe, fahre damit schneller los als mit einem Verbrenner.

Stolz auf das Projekt: Mathias Reinhart, Guido Verhoefen, Georg Weyrich, Stefanie Seiler, Jörg Werner (Projektleiter Tiefbaufirm
Stolz auf das Projekt: Mathias Reinhart, Guido Verhoefen, Georg Weyrich, Stefanie Seiler, Jörg Werner (Projektleiter Tiefbaufirma Gerst & Juchem), Andreas Gerst, Julian Sauther.
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