Speyer Von klein auf Spargel verkauft
Dudenhofen. Eine Kundin läuft zielstrebig zu den leeren Eierkartons, nimmt sich einen davon und beginnt Eier aus einem großen Korb in den Karton einzusortieren. Die Eier kommen von den 720 Hühnern, die die Zürkers halten. Ein Teil der Eier wird im Hofladen verkauft, mit dem Rest stellen Sabine Zürker und eine Mitarbeiterin Nudeln her. Diese werden in drei Regalen direkt neben dem Eingang des Hofladens angeboten und laut den Besitzern besonders oft von den Kunden gekauft: „Weil die Leute wissen, dass sie von uns selbst gemacht sind“, ist Markus Zürker überzeugt. Auf die Idee, die Nudeln selbst zu machen, kamen die Hofladenbesitzer als sie gemerkt haben, dass sich Eier, die zu klein oder zu groß sind, schlecht verkaufen, weil „Hausfrauen wegen der Mengenangaben im Rezept damit nichts anfangen können“, erzählt Sabine Zürker. Außerdem habe man die Eier von zehn Hühnern noch selbst essen können, aber dann seien es mit mehr Hühnern einfach zu viele geworden, sagt der 52-jährige Markus Zürker und lacht. Er und seine Frau führen den Hofladen in der dritten Generation. Angefangen mit dem Verkauf von Spargel und Milch haben seine Großmütter. Vor 19 Jahren haben die beiden heutigen Besitzer den Hofladen ausgebaut. „Wir haben mit einem Bierzelt angefangen und dann peu à peu vergrößert und uns den Wünschen der Kunden angepasst“, erzählt Markus Zürker. „Wenn mehrere Kunden drei oder viermal nach etwas fragen, dann überlegen wir, ob wir das Produkt ins Sortiment aufnehmen“, sagt die 41-Jährige. Ihr Mann nennt als Beispiel Bio-Produkte, die sie nach einer Zeit aber wieder aus den Regalen genommen hätten, weil der Umsatz nicht gestimmt habe. Statt auf „Bio“ legen die Kunden laut dem Ehepaar Wert darauf, dass die Produkte aus der Region kommen. Einerseits fragten die Kunden nach Waren aus dem Umland, andererseits nehmen sie dann Paprika mit, der nicht bei uns auf den Feldern wachsen kann, erzählt Sabine Zürker von einem Paradox, das ihr schon aufgefallen sei. Ihr Mann ergänzt, dass die Kunden jedoch – wenn sie wissen, dass etwas in Dudenhofen oder in den umliegenden Orten angebaut werde – ganz andere Mengen kauften, als wenn es aus größerer Entfernung komme. Auf den Feldern der Zürkers wachsen Spargel, Erdbeeren, Kürbisse und Blumen, die auch im Hofladen verkauft werden. Außerdem stellt das Ehepaar Traubensaft und einen Teil des Neuen Weins selbst her. Ergänzt wird das Angebot mit Produkten aus der Region und vom Großmarkt. Außer den selbst gemachten Nudeln sei auch der Spargel sehr beliebt. Das Gemüse gibt’s nicht nur roh, sondern auch als Salat und im Glas. „Spargelessen könnten wir jeden Tag anbieten“, sagt Markus Zürker. Solche Veranstaltungen finden in Zürkers Hofschänke statt, die direkt neben dem Hofladen liegt. Spargel hat Markus Zürker schon mit acht, neun Jahren verkauft. Beruflich hat er sich später für die Ausbildung zum Koch entschieden, außerdem war er als Marktleiter im Einzelhandel und zuletzt im Außendienst bei der Firma Ruf beschäftigt. Als klar gewesen sei, dass seine Stelle durch den Computer wegrationalisiert werde, habe er beschlossen, gemeinsam mit seiner Frau ins Hofladen-Geschäft einzusteigen. Sabine Zürker war vorher als Arzthelferin tätig. An ihrer Arbeit als Hofladenbesitzer schätzen die beiden die Abwechslung: „Mit jeder Jahreszeit ist es anders, außer die Büroarbeit, die ist immer gleich“, sagt Markus Zürker und lacht. Ihm gefällt auch, dass er keinen Vorgesetzten hat. Seine Frau, die es schätzt, dass sie mit drei Kindern zuhause arbeiten kann, macht aber deutlich, dass man als Selbstständige immer im Einsatz sei und den Job deshalb gerne machen müsse. Für ihren Mann ist das kein Problem: „Es gibt keinen Job mit einer 40-Stunden-Woche, es sind oft mehr“, sagt er mit der Erfahrung aus seinen früheren Arbeitsplätzen. Für die Arbeit im Hofladen haben die Zürkers zwei Vollzeitkräfte und 20 Teilzeitkräfte eingestellt. Die Teilzeitkräfte sind überwiegend im Verkauf tätig, wo sie von den Zürkers unterstützt werden. Kunden kämen aus einem Umkreis von 30 Kilometern in den Hofladen. Viele seien schon einmal bei einem Fest oder bei den Kräutertagen da gewesen und dann wiedergekommen. Einige kämen auch nach dem Besuch im Friedwald. „So wie der Laden gewachsen ist, ist auch die Anzahl der Kunden gewachsen“, fasst Markus Zürker zusammen. Kontakt —Zürkers Hofladen, Neustadter Straße 14, in Dudenhofen hat täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Geschlossen ist nur am ersten Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag. —Weitere Informationen im Internet unter www.zuerkers-hofladen.de.