Speyer Vom Banana-Boat zu „Stars and Stripes“

Da war Schwung drin: die Bäckersänger und die Harmonikafreunde Walter Sogno beim Konzert in der Gotischen Kapelle.
Da war Schwung drin: die Bäckersänger und die Harmonikafreunde Walter Sogno beim Konzert in der Gotischen Kapelle.

„Das gryne Band der Melodienwelt“ schlangen Bäckersänger und die Harmonikafreunde Walter Sogno gemeinsam durch die Gotische Kapelle im Adenauerpark.

Die Bäckersänger hatten sich eher auf die traditionelle Musik konzentriert, während die Harmonikafreunde zuständig waren für flotte Evergreens von der Frühzeit der Tonfilme über die Flower-Power-Zeit der 1960er-Jahren bis zu den Top-Hits der jüngeren Vergangenheit. Für einige Liedvorträge konnten sich die Bäckersänger über die instrumentale Begleitung der Harmonikafreunde freuen. Ein schwungvoller Auftakt des Harmonika-Orchesters, diese Mal gar nicht aus der Popmusik, waren die Ungarischen Tänze Nr. 5 und Nr. 6 von Johannes Brahms. Die Bäckersänger ihrerseits stellten sich vor mit einem Lied aus dem Repertoire der oberitalienischen Dolomiten-Bergchören, „Das Tal in den Bergen“ von Bepo di Marzi. Das amerikanische Spiritual „Amazing Grace“ vereinigte dann Sänger und Instrumentalisten. Gleich ging es weiter mit einem schwungvollen Medley aus den Zeiten der Comedian Harmonists und den Musikfilmen der 1930er-Jahre: „Liebling mein Herz lässt dich grüßen“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Ein Freund, ein guter Freund“. Erste Bravo-Rufe gab es vom Publikum. Und weil der Schwung noch so drin war, dirigierte Ute Ranzenberger-Sogno gleich weiter mit Simon and Garfunkel: „The Sound of Silence“. Etwas bittersüß war das nächste Lied der Bäckersänger, „Das verlorene Paradies“, ein Hit aus dem Repertoire der „Schürzenjäger“ aus dem Zillertal. Sie wurden dabei vom Harmonika-Orchester leise begleitet. Wo Pfälzer singen, kann der Wein nie weit weg sein. Hermann Josef Settelmeyer aus Lingenfeld, weit bekannt und hochgeehrt als Dichter und Musiker in der Pfalz, verfasste das heitere „Saaser Weinlied“, das die Bäckersänger sangen. Manche sah man sogar ganz leise schunkeln dazu. Ganz modern kontrastierten die Harmonikafreunde mit einem der größten Popsongs der letzten Jahrzehnte, der „Bohemian Rhapsody“ von Queen mit Freddy Mercury, gleich danach gefolgt von „Music was my first Love“ von John Miles, das es schon seit den 1970er-Jahren gibt. „Swanee River“ ist etwas älter, ein amerikanisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert, das die Bäckersänger mit viel Gefühl interpretierten. „Es klingt ein Lied“ erinnerte an längst vergangene Kinderzeiten, die Bäckersänger wurden dabei begleitet von den Harmonikafreunden. Ganz anders ging es gleich weiter mit dem Banana-Boat-Song von Harry Belafonte, mit dem die Harmonikafreunde letzte Reste von Melancholie spielend vertrieben. Gleich danach rockten sie los mit „Sister Act“ vom gleichnamigen Film, und ganz zum Schluss entließen sie das Publikum in den strahlenden Sonnenschein des Adenauerparks mit Sousas Marsch „Stars and Stripes forever“.

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