Speyer Viele Feinschmecker beim verkaufsoffenen Sonntag unterwegs
Etwas weniger Menschen als in den Vorjahren nutzten die Möglichkeit, am verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt auch Wein zu verkosten.
Locker verteilt waren die Stände der elf Winzer am Wochenende auf der Maximilianstraße aufgebaut. Ausreichend war das Angebot für wahre Weinliebhaber. Den verkaufsoffenen Sonntag nahmen die als Bonbon gerne mit. In erster Linie zog aber die Gaumenfreude. Nicht gerade zuträglich war das Wetter der Probierlaune unter freiem Himmel. Entsprechend weniger Menschen ließen sich davon anlocken im Vergleich zu den vergangenen Jahren, wie der Blick auf die Teststrecke zeigte. Gutes Durchkommen war garantiert. An den Ständen selbst aber herrschte Hochbetrieb. Bemerkenswert: Viele steuerten zielgerichtet ihre „Lieblingswinzer“ an. Heidelore Maas und ihr Mann Egon waren sogar extra aus Wiesbaden gekommen. Die Speyerer Weinprobe ist seit Jahren ihre Anlaufstelle. „Die Veranstaltung haben wir 2012 durch Zufall entdeckt. Seither kommen wir jährlich und decken uns auch gleich mit neuem Weinvorrat ein“, berichtete Maas. Feinschmecker waren die Besucher an den Ständen der pfälzischen Winzer allesamt, was der Umgang mit dem guten Tropfen im Glas erahnen ließ. Fachmännisch hob Erich Weber sein Gefäß in die Höhe, hob es gen Licht, sog das Aroma des Chardonnay mit der Nase ein und kostete einen ersten Schluck. Das Ergebnis war an seinem Gesicht abzulesen: bestens. „Wir schätzen die Weinprobe, weil wir hier die Chance haben, mehrere Weine aus verschiedenen Lagen zu testen“, erklärte Weber, der mit Frau und Freunden aus Ludwigshafen gekommen war. Nicht regelmäßig, aber zu besonderen Anlässen werde zuhause eine Flasche entkorkt. „Im Regelfall nehmen wir Weine verschiedener Winzer mit – der Vielfalt wegen“, sagte Weber. Das Hauptaugenmerk lag auch bei Elvira Märkel auf den Rebensäften, trotz der verlockenden Angebote in den Regalen der Einzelhändler, die gestern zum verkaufsoffenen Sonntag einluden. „Einkaufen kann ich jeden Tag. Die Weinprobe ist etwas Außergewöhnliches“, hob die Speyererin hervor. Nicht abgeneigt waren Sabrina Dell und Monika Mayer den offenen Türen bei den Geschäften. „In erster Linie sind wir wegen des Weines hier“, versicherte Dell, die die Veranstaltung wegen der angenehmen Atmosphäre schätzt. Die überschaubare Anzahl der Stände machte für sie den Reiz aus. „Das spricht für eine sorgfältige Auswahl“, urteilte sie. Trotzdem hatten die Damen den einen oder anderen Laden im Blick. „Ein bisschen Bummeln geht immer“ meinte Mayer. Thomas Armbrust, erster Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Speyer, zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Resonanz. Selbst parallel laufende Veranstaltungen in anderen Städten hätten dem verkaufsoffenen Sonntag in Speyer nicht geschadet. Ein Wermutstropfen sei der Transporter gewesen, der aus Sicherheitsgründen in Höhe des Kaufhofs abgestellt wurde. Er hätte die Sicht auf dahinter liegende Geschäfte verstellt, sagte Armbruster. „Ein deutliches Nachlassen der Kundenfrequenz in diesem Bereich, aber auch in der Gutenbergstraße, Roßmarktstraße und Gilgenstraße war die unerfreuliche Konsequenz“, schreibt Armbruster in einer Stellungnahme. Die Winzer profitierten gestern durchaus vom Zusatzangebot der Speyerer Händler. Viele Besucher frönten trotz trübem Himmel dem Einkaufserlebnis. Zufrieden waren die Anbieter der erlesenen Pfälzer Erzeugnisse generell. „Wir haben sehr viele Stammkunden, die wir durch die Weinprobe gewonnen haben“, bestätigte Martina Nett vom gleichnamigen Weingut aus Geinsheim. Winzer Timo Erlenwein aus Ilbesheim war zufrieden mit der Resonanz bei der Weinprobe, die er seit Jahren gerne nutzt, um sich weiter bekannt zu machen.