Speyer Viel zu tun trotz ruhigem Pflaster

Klaus Geiger vor dem Rathaus in Dudenhofen: Auch wenn er schwerpunktmäßig für die Verbandsgemeinde zuständig ist, erledigt er se
Klaus Geiger vor dem Rathaus in Dudenhofen: Auch wenn er schwerpunktmäßig für die Verbandsgemeinde zuständig ist, erledigt er seine Arbeit zum Großteil von Speyer aus.

«DUDENHOFEN/SPEYER.» Der Posten des Bezirksbeamten für die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen war krankheitsbedingt längere Zeit vakant, bevor Klaus Geiger im Mai 2017 seine neue Stelle innerhalb der Speyerer Polizei antrat. Zuvor war der 55-Jährige hauptsächlich für Speyer-Nord und Otterstadt zuständig. „Für mich ist das im Prinzip egal, da ich nicht von hier stamme“, sieht es der erfahrene Polizist, der sich in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats vorstellte, pragmatisch. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ stellt er klar, dass der Status des Bezirksbeamten nicht bedeutet, dass er nun besonders häufig im Gebiet der Verbandsgemeinde anzutreffen sein wird. Den Streifendienst, den er früher selbst verrichtet hat, übernehmen heute andere Kollegen. Der Schichtdienst sei ihm irgendwann immer schwerer gefallen. „Ich bekomme Anzeigen zum Bearbeiten zugeteilt, bei denen die Beschuldigten in der Verbandsgemeinde wohnen“, erklärt er seine jetzige Aufgabe. Bis zu 200 Vorgänge seien das im Jahr. „Das frisst viel Zeit“, sagt Geiger. Körperverletzungen, Bedrohungen, Beleidigungen, kleinere Einbrüche, häusliche Gewalt – das sind Themen, mit denen Geiger zu tun hat. Grundsätzlich habe er noch keine großen Unterschiede zwischen der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen und Speyer-Nord festgestellt, was die Art der Fälle betrifft. Etwas ruhiger als in der Stadt selbst sei es im Umland schon: „Vorher war ich als Bezirksbeamter für 14.000 Leute zuständig. In meinem jetzigen Gebiet wohnen 22.000. Man geht wohl davon aus, dass die weniger Arbeit machen“, sagt Geiger. Soziale Brennpunkte gebe es auf den Dörfern nicht, aber auch in Speyer-Nord sei es ruhiger geworden. „Die Gegend hatte früher einen furchtbaren Ruf“, erinnert sich der 55-Jährige. Sprechstunden vor Ort, zum Beispiel im Rathaus der Verbandsgemeinde, will Klaus Geiger nicht anbieten. „Es hat sich gezeigt, dass so etwas nicht angenommen wird“, begründet er dies. Was er sich aber durchaus vorstellen kann, sind Bürgerforen, bei denen über bestimmte Themen wie Einbruchschutz informiert wird. Außerdem könnten sich Bürger mit ihren Anliegen gerne telefonisch an ihn wenden. Privat beschäftigt sich Geiger gerne mit seinem Garten, singt in zwei Chören oder fährt Fahrrad – die gut 25 Kilometer von seinem Wohnort Kuhardt zu seinem Arbeitsplatz in Speyer sind für den 55-Jährigen kein Problem. Sechs Jahre als Polizist hat der Südpfälzer noch vor sich. Er geht davon aus, dass er in der verbleibenden Zeit Bezirksbeamter für Römerberg-Dudenhofen bleiben wird. Auch wenn er seinen Beruf immer gern ausgeübt hat: „Ich kann ihn heute nicht mehr weiterempfehlen“, sagt er. Zwar sei auch der Respekt gegenüber der Polizei zurückgegangen, doch der eigentliche Grund für seine Unzufriedenheit sind die vom Dienstherren vorgegebenen Rahmenbedingungen. „Das Formularwesen gehört dringend reformiert“, beklagt er immer weiter ausufernde Bürokratie. Auch sei die Ausbildung zu lang, und finanziell sei der Beruf ebenfalls nicht allzu attraktiv. Geigers zwei erwachsene Söhne treten daher auch nicht in seine Fußstapfen, sondern suchen ihr Glück als IT-Systeminformatiker und Student der Elektrotechnik auf anderen Gebieten. Kontakt Klaus Geiger, Telefon 06232 137429 .

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