Speyer Verletzungspech schlägt wieder zu
«Waldsee.» Nachdem die Handballerinnen der TG Waldsee in ihrer ersten Oberligasaison mit dem Klassenverbleib ihr Ziel erreichten, durften sich Trainer Gerd Götz und die Seinen berechtigte Hoffnungen auf eine kommende Spielzeit mit weniger Aufregungen machen. Doch dann schlug erneut das Verletzungspech zu.
Die Präparationsphase lieft gut an mit Inhalten wie immer: Ausdauer, Kraft, Schnellkraft. „Bis Ende Juli waren wir absolut im Plan“, sagt Coach Götz. Bis auf Lena Ebel, die sich in der abschließenden Partie Ende April einen Kreuzbandriss zuzog und sich Ende August operieren lässt, befanden sich alle an Bord. Dann ging es los: Torfrau Caro Claus (Handprobleme), Mareike Schwarz (Fußblessur), Bea Demski (Bauchoperation), Daniela Rößler (krank), Lisa-Marie Steffens nach Kreuzbandriss immer noch nicht wieder einsatzbereit. „Ich habe in der wichtigsten Phase im August keine Mannschaft. Von Fitness kann man nicht sprechen. Sondern wir können nur die Daumen drücken.“ Sevda Yilmaz und Torfrau Vanessa Peltsch treten kürzer, fehlen ebenso wie Vera Klapproth, die Nachwuchs erwartet. Linkshänderin Kim Knittel kam aus Kandel zurück. Von Pfalzligameister Lingenfeld/Schwegenheim wechselte Torhüterin Lina Bechtel. Ann-Brit Schlingmann (TSG Haßloch) habe sich laut Götz zwar gut integriert, hält sich aber demnächst bis Februar in New York auf. Nadine Gabor (zweite Mannschaft), Nadine Fischer (zurück nach einem Jahr Pause wegen Kreuzbandriss) und Vicky Cronester (A-Juniorinnen) verstärken zudem das Team. An der Verbesserung von Defiziten wie der Abstimmung in der Deckung und an taktischen Neuerungen wie andere Auslösehandlungen in der Offensive, die Götz einstudieren wollte, kann er wegen der Ausfälle nicht effektiv arbeiten. Umstellungen scheinen unumgänglich. Improvisation ist gefragt. Den Zusammenhalt in der Mannschaft schätzt Götz noch höher ein als zuletzt, und der Kern seiner Formation sei im Prinzip auch eingespielt. „Wir müssen am Anfang eben noch mehr über Willenskraft und Einsatzbereitschaft machen.“ Dennoch spricht er von einem komischen Gefühl, weil er die Leistungsstärke der Seinen nicht einschätzen könne. Von den ersten fünf Matches bestreitet die TG vier zu Hause. Erfolge sollen für ein Punktepolster sorgen und Auftrieb geben. „Unser Ziel ist wieder der Klassenerhalt. Wenn’s optimal läuft, ist das vordere Mittelfeld das Maximum“, sagte er. Die Liga an sich kann er schwer einschätzen und hält diese mit den Neulingen Engers und Budenheim für eine Wundertüte. Hunsrück, Marpingen und Püttlingen erwartet Götz wieder vorne. Seine Schützlinge hätten ein Jahr Erfahrungen gesammelt und dabei bewiesen, „dass wir mithalten können“.