Speyer Verletzte Arbeiter gerettet
Alarm am Pumpwerk Dudenhofen am Donnerstagsabend: Zwei Männer sind dort abgestürzt und müssen gerettet werden. Zum Glück ist es kein Ernstfall. Die Feuerwehr Speyer (FW) und das Technische Hilfswerk (THW) üben erstmals gemeinsam diesen Notfall-Einsatz. Erfolgreich, wie die Verantwortlichen am Ende bilanzieren.
Die Einsatzkräfte trafen um 20.15 Uhr am Pumpkraftwerk in Dudenhofen ein. Nach dem wechselhaften Wetter am Donnerstag sind alle froh, dass der Regen zum Abend hin nachgelassen hat. Christoph Flörchinger, Zugführer des Technischen Hilfeleistungszugs von der FW Speyer, erklärt: „Wir sind in einem Pumpkraftwerk. Wenn es viel regnet, wird das Wasser vom Kanal in Dudenhofen hierher geleitet und es läuft alles voll. Dann hätten wir die Übung absagen müssen.“ Um 20.30 Uhr beginnen die zehn Einsatzkräfte vom THW und die 13 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit ihrer Arbeit. Über das Gelände schallen Funksprüche, dann wird das Pumpwerk endlich erleuchtet. Gerettet wird an zwei Stellen. Im sogenannten Pumpesumpf, dem kleineren der beiden Becken, ist ein Arbeiter bei Reinigungsarbeiten ohnmächtig geworden und von der Leiter gestürzt. Ein zweiter Arbeiter konnte sich retten. Der Grund für die Ohnmacht ist unklar, es ist aber möglich, dass Faulgase ausgetreten sind. Deshalb tragen alle beteiligten Kräfte Atemschutz. Zuerst wird dem Verletzten – es sind zwei Puppen – von zwei Feuerwehrleuten, die in das Becken gestiegen sind, eine sogenannte Fluchthaube über den Kopf gezogen. Diese filtert die Luft, sodass die Person die möglicherweise schädliche Luft nicht mehr einatmen würde. Anschließend funken die Einsatzkräfte nach oben, sie sind bereit und brauchen eine Trage. Während sie die Puppe auf dieser festschnallen, bauen zwei THW-Mitglieder, die ebenfalls in das Becken gestiegen sind, gemeinsam mit den Kräften draußen mit mehreren Leitern eine Rampe. Christopher Sohn vom THW erklärt: „Wir retten hier mittels einer schiefen Ebene. Die ineinander gesteckten Leitern bilden eine Rampe, auf der die Trage sanft nach oben gezogen wird.“ Ortswechsel: Am zweiten Unfallort, dem sogenannten Regenüberlaufbecken, sind zwei THW-Kräfte zum Verletzten geeilt. Dort wird die Methode Leiterhebel angewendet. Dafür wird eine Trage oben an der Leiter befestigt und diese dann langsam vom Vertikalen ins Horizontale gekippt. Während die Puppe auf der Trage festgeschnallt wird, klettern zwei weitere Kameraden in das Becken. Zu viert richten die Rettungskräfte die Leiter langsam wieder auf, oben wird die Trage in Empfang genommen. Nach knapp 30 Minuten ist der Einsatz abgeschlossen, die Verletzten sind gerettet. Flörchinger und Sohn sind sich einig: „Es hat alles hervorragend funktioniert. Das war die erste gemeinsame Übung von der FW Speyer und dem THW. Das Ziel war, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen zu stärken, und Methoden der Anderen zu erlernen. Wir planen wieder eine solche Übung, aber wahrscheinlich erst nächstes Jahr.“ Beide Truppen haben sich bei der VG Römerberg-Dudenhofen für die Bereitstellung der Örtlichkeit bedankt. „Jede Übung hilft im Ernstfall.“ |selx