Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Verbesserungen für den Busverkehr vorgeschlagen

2015: Bernd Baader übergibt 25 Busse für den Speyerer Stadtbusbetrieb.
2015: Bernd Baader übergibt 25 Busse für den Speyerer Stadtbusbetrieb.

Bis Ende 2023 läuft der Vertrag mit der Firma DB Regiobus Mitte für den Betrieb der neun Stadtbuslinien in Speyer und Römerberg. Die Firma hat der Stadt jetzt Vorschläge für Verbesserungen noch in diesem Zeitraum vorgelegt.

1. Vorschlag

Zentraler Umstiegsplatz heute ist für mehrere Linien der Postplatz. Die Stadt will ihn umgestalten. Schon heute stören wartende Dieselfahrzeuge die Aufenthaltsqualität. „Diesen Knoten könnte man relativ einfach an den Postgraben verlegen“, erklärte Stephan Forrer, Regiobus-Betriebsleiter am Standort Speyer. Vor der Volksbank wäre auf beiden Seiten der Bahnhofstraße Platz für drei Busse hintereinander; das reiche aus. „Das letzte Wort hat die Stadt“, so Forrer. Im städtischen Beirat für nachhaltige Mobilität wurde neben heftigem Nicken für diese Idee auch auf Nachteile verwiesen: Umsteiger müssten die Straße überqueren, und für Radler in Richtung Bahnhof könnte es am Postgraben gefährlich werden.

2. Vorschlag

Auch damit ging Forrer auf politische Anregungen ein: Die aus Römerberg kommende Buslinie 568 könnte zwischen Dom und Bahnhof die Achse Große Himmelsgasse statt wie heute die Maximilianstraße nutzen. Dort fahre fast zeitgleich schon eine andere Linie. Den 568er-Bussen würde das bessere Anschlüsse am Bahnhof ermöglichen, die regelmäßigen Verspätungen (Forrer: „War eine Katastrophe und ist eine Katastrophe“) könnten aufgeholt und die Maximilianstraße entlastet werden. Zwei Haltestellen – bei der Dreifaltigkeitskirche und beim Finanzamt – kämen hinzu.

3. Vorschlag

Die 2014 neu eingeführte, mit kleineren Bussen betriebene Ringlinie 569 zwischen Quartiersmensa, Cura-Center und Auestraße ist heute „außer freitags sehr schlecht ausgelastet“, so Forrer. Die Anregung geht dahin, in der Auestraße nicht nur bis zum zweiten Kreisel, sondern über die komplette Achse bis zur Kirrmeier-Straße zu fahren, zudem den Mausbergweg anzubinden. Die Fahrt wäre damit gut 20 Minuten länger, würde aber am Bahnhof und an der Salierschule bessere Anbindungen bringen.

4. Vorschlag

Auch technische Weiterentwicklungen sind aus Sicht von DB Regiobus möglich. Hybridbusse gingen demnächst im Kreis Germersheim in Betrieb und wären laut Forrer auch für Speyer denkbar. Reine Elektrobusse sieht Forrer als ernsthafte Alternative für die Linien über die Maximilianstraße. „Drei bis vier Busse könnten speziell dafür angeschafft werden.“ Das Personal für die nötigen Wartungen hätte das Unternehmen, das im Speyerer Linienbündel neben 54 Fahrern und drei Bürokräften zwölf Werkstattmitarbeiter am Standort Heinkelstraße beschäftigt, die es dort seit 2019 in Nachfolge der insolventen Firma Viabus betreibt. Eine andere neue Technik regte Forrer für Römerberg an: „On-demand-Verkehr“, Fahrten auf Bestellung per App. „Zwischen Samstag, 17 Uhr, und Montagmorgen ist dort in den Linienbussen so gut wie kein Betrieb“, begründete er.

Ob das alles so kommt, muss nun mit der Stadt ausgehandelt werden. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) will dazu Gremienbeschlüsse einholen, zumal der städtische Zuschuss – aktuell knapp eine Million Euro im Jahr – steigen könnte. „Die Firma muss jetzt kalkulieren“, sagte sie. Zumindest die Änderungen an den Linien 568/569 könnten 2021 kommen, andere erst 2024, wenn der Busbetrieb neu vergeben sei. Die OB nannte die Erreichbarkeit des Pleiad-Geländes, für die auch reine Werksverkehre denkbar seien. Auch der Anschluss des Vincentius-Krankenhauses sei suboptimal. Ziel sei ein „qualitätsvolles Bussystem“.

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