Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen: Reinhard Burck will mit 67 noch mal etwas Neues

Ist in der neunköpfigen Fraktion der Grünen im Verbandsgemeinderat der einzige Nicht-Römerberger: Reinhard Burck aus Dudenhofen.
Ist in der neunköpfigen Fraktion der Grünen im Verbandsgemeinderat der einzige Nicht-Römerberger: Reinhard Burck aus Dudenhofen.

Als Matthias Hoffmann, Fraktionssprecher der Grünen, ihn anrief und fragte, ob er Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen werden wolle, war Reinhard Burck gerade in Urlaub. Von dem Angebot „überrascht“ bat er um zwei Tage Bedenkzeit und sagte dann zu.

Nach der Kommunalwahl im Mai einigten sich Grüne, SPD und FDP auf eine jetzt mögliche Mehrheit und ein Absichtspapier zur Zusammenarbeit im Verbandsgemeinderat. Die CDU hatte Prozente, Sitze und die absolute Mehrheit eingebüßt. Das neue politische Kräfteverhältnis im Verbandsgemeinderat: CDU 14 Mandate, Grüne, SPD, FDP gemeinsam 20, FWG zwei. Die Gespräche zur Verständigung auf ein Dreier-Bündnis erlebte Burck als „harmonisch und zügig“. In der Hauptsache einte sie das Ziel, die gefühlt ewige Bürgermeister-Regierungspartei CDU abzulösen.

Die Union „sondierte“ noch um die Besetzung der Beigeordnetenstühle, fand bei den anderen aber kein Gehör. Als stärkste Fraktion der Koalition beanspruchten die Grünen (9 Sitze) das „Zugriffsrecht auf den ersten Beigeordneten“. Auch mit Geschäftsbereich ist die Stelle von Burck ehrenamtlich dotiert. Silke Schmitt und Justus Rabe, die weiteren Beigeordneten von SPD (8 Sitze) und FDP (3 Sitze), haben lediglich repräsentative Funktionen, bekommen aber auch eine Aufwandsentschädigung.

Burck übernimmt Fachbereich

Burck ist nach Absprache mit Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) für den Fachbereich 3 in der Verwaltung zuständig. Dieser umfasst unter anderem Bürgerbüro, Personalstandswesen, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Straßenverkehr, ÖPNV, Brand-, Zivilschutz, Kinder, Jugend, Senioren, Schulen, Freizeit und Sport sowie Soziales. Aus dem Fachbereich 2, natürliche Lebensgrundlagen und Bauen, verantwortet er die Abteilung Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege, Landwirtschaft, Garten- und Weinbau. Bei den entsprechenden Mitarbeitern der Verwaltung in Dudenhofen hat sich Burck schon mal vorgestellt.

Burck stammt aus Kuhardt, kam 1989 auf der Suche nach einem Baugrundstück nach Dudenhofen. Er ist 67 Jahre alt, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, ist seit einigen Monaten Opa. Gelernt hat er Schriftsetzer, machte die Prüfung zum Industriemeister Druck, arbeitete bei Zechner, war dort Jugendvertreter, wurde in den Betriebsrat gewählt, wechselte 1981 zu Klambt-Druck, war ab 1994 freigestellter Betriebsrat, 26 Jahre ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Speyer.

Er engagierte sich in der Friedensbewegung, wollte irgendwann „nicht mehr nur kritisieren, auch was machen“. Sein Mentor in den frühen Jahren war Walter Starck, damals Vorsitzender der Grünen in Römerberg. 1992 gründete Burck mit sieben Mitgliedern den Grünen-Ortsverband Dudenhofen, kandierte 1994 für den Ortsgemeinderat und erreichte bei der Premiere 7,9 Prozent. Aus der ersten Sitzung erzählt er die Episode: „Zum Erstaunen und Unmut der anderen Fraktionen stellten wir wegen einer Person bei der Besetzung des Bauausschusses den Antrag auf Einzelabstimmung.“

Erfahrung auch auf Kreisebene

2004 traten die Grünen zur Wahl des Verbandsgemeinderates Dudenhofen an und bekamen zwei Sitze. Nicht missen möchte Burck die Erfahrung der letzten fünf Jahre im Kreistag sowie im Jugendhilfe-, Sozial- und Bauausschuss des Rhein-Pfalz-Kreises.

Der Beigeordnete Burck sieht sich in erster Linie als „Mittler zwischen Verwaltung und Bürger“. Konkretes hat er sich noch nicht vorgenommen. Eine zusätzliche Stelle im Ordnungsamt zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs sei beschlossene Sache. Defizite gäbe es im Umwelt- und Naturschutz sowie bei der Jugendpflege. Burck „freut sich auf die Aufgabe“: „Mit 67 ist es noch mal etwas Neues“, sagt er.

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