Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Uralt-Toiletten stinken Schülern: Spendenlauf soll Stadt antreiben

Ungepflegt: Zugang zu den Toiletten.
Ungepflegt: Zugang zu den Toiletten.

Die Schulgemeinschaft des Hans-Purrmann-Gymnasiums nimmt ihr Schicksal in die eigenen Hände: Mit einem Spendenlauf will sie Geld für die Sanierung ihrer Toiletten sammeln.

„Wir wollen eine möglichst große Reichweite generieren, um auf unser Problem aufmerksam zu machen“, sagt Jonas Lautenbach. Der Schülersprecher des Hans-Purrmann-Gymnasiums (HPG) steht kurz vor dem Abitur und hat zusammen mit seinem Team fast ein Jahr lang an der Vorbereitung eines großen Spendenlaufs gearbeitet: Am Dienstag, 3. März, 11.30 bis 13 Uhr, wollen demnach die rund 1100 Schülerinnen und Schüler auf dem Schulgelände und angrenzend Runden drehen, um Sponsorengelder für die Sanierung der Jungentoiletten zu sammeln.

Die Schulgemeinschaft wolle der Stadt dabei „finanziell entgegenkommen“, erklärt Lautenbach – in der Hoffnung, dass sich endlich etwas bewegt. Die heutigen sanitären Anlagen stammten aus den 1960er-Jahren, was optisch wie hygienisch nicht länger hingenommen werden könne: „Fehlende Ausstattung, mangelnde Hygiene, ein unhaltbarer Geruch und Schimmel sind leider Teil unseres Alltags. Diese Zustände sind unserer Ansicht nach für Schüler sowie externe Besucher, die diese Toiletten ebenfalls nutzen müssen, untragbar“, so Lautenbach. Die Mädchentoiletten seien vor einigen Jahren schon erneuert worden, die Jungen-WCs nicht. „Die Zustände haben sich in den vergangenen Jahren noch verschlimmert“, berichtet der Schülersprecher.

Spender gesucht

Bisher habe die Stadt auf fehlende Haushaltsmittel verwiesen, deshalb hätten die jungen Leute entschieden, selbst aktiv zu werden. Für gedrehte Runden sollen Spenden fließen. Lautenbach berichtet von der Möglichkeit, individuell nach Sponsoren zu suchen, es gebe aber auch schulweite Förderer: Unternehmen stellten etwa Gutscheine für die fleißigsten Läufer zur Verfügung. Die städtische Wirtschaftsförderung habe ihre Unterstützung zugesagt, und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) wolle zusammen mit der Leiterin des Gebäudemanagements zum Spendenlauf kommen. Auch überregionale Medien zeigten Interesse.

Dass die Stadt just in diesem Jahr 100.000 Euro für besagte Toilettenanlage in den Haushalt eingestellt hat – angekündigt werden neben Malerarbeiten die Erneuerung aller Sanitärobjekte, von Beleuchtung, Heizung, Fliesen und Trennwänden –, ändert die Lage aus Sicht der Schülervertretung nicht: „Auch anderen Ankündigungen sind wenige Taten gefolgt.“ Die Überlegung am HPG: Wenn das Spendengeld an die Stadt überreicht wird, kommt diese nicht umhin, tätig zu werden. Neben möglichst vielen Schülern sollten auch die Lehrer teilnehmen. Eltern seien ebenfalls willkommen – als Läufer, aber auch als Spender.

Persönlicher Einsatz

„Wir sind fest davon überzeugt, mit unserer Aktion ein starkes Signal bezüglich Eigenverantwortung und Schülerengagement zu senden“, betont Lautenbach, für den der Spendenlauf-Termin mit seinem letzten Schultag als Dreizehntklässler zusammenfällt. Die Teilnehmer zeigten die Bereitschaft, durch persönlichen Einsatz die derzeitige Situation zu verbessern. „Damit leben wir nicht nur die demokratischen Partizipationsmöglichkeiten einer Schülervertretung, sondern gehen mit diesem Angebot sogar darüber hinaus.“

Ältere Modelle: in die Jahre gekommene Toilette.
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Sanitäre Anlagen: Ablagerungen aus Wasserhähnen.
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