Speyer Unternehmer kritisiert Pläne zur Gilgenstraßen-Sperrung

Gilgenstraße: Die Stadt plant eine Sperrung für den Durchgangsverkehr zwischen Unterer Langgasse und Kapuzinergasse.
Gilgenstraße: Die Stadt plant eine Sperrung für den Durchgangsverkehr zwischen Unterer Langgasse und Kapuzinergasse.

Peter Bödeker, Vorsitzender der Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“, kritisiert die städtischen Pläne und Informationspolitik zur Gilgenstraßen-Sperrung für den Durchgangsverkehr. Für betroffene Unternehmer sieht er eine düstere Zukunft.

Peter Bödeker war am Dienstag Gast in einer von mehreren Runden, in denen die Stadtverwaltung derzeit ohne Presseöffentlichkeit den Kontakt zu Betroffenen ihrer Verkehrspläne sucht. Wie berichtet, plant sie eine Sperrung der Durchfahrt am Postplatz zwischen Unterer Langgasse und Kapuzinergasse. Der Bauausschuss hat schon zugestimmt, der Verkehrsausschuss soll am 2. März darüber debattieren, der Stadtrat am 10. März. Aus Bödekers Sicht kommen diese Beteiligungsrunden zu spät.

Für ihn als Geschäftsmann mit mehreren Läden im betroffenen Bereich seien die Pläne im November 2021 „aus dem Nichts“ gekommen. Der städtische Fachbereichsleiter Robin Nolasco habe ihn und andere Geschäftsleute in dem Gespräch am Dienstag aufgefordert, „mutig“ zu sein und der Änderung zuzustimmen. Das finde er überheblich, so Bödeker. „In der jetzigen Zeit ist eine Testphase, in der wir die Versuchskaninchen sind, nicht angebracht.“ Bödeker verwies auf die starke Betroffenheit des Einzelhandels durch die Salierbrücken-Sperrung und die Corona-Pandemie. In dieser Zeit seien weitere Leerstände in Speyer entstanden, der Handel könne derzeit keine Experimente vertragen.

Forderung: Sperrung auf den Prüfstand

Dass die Stadt-Vertreter zudem ein möglichst schnelles Ende des „Parksuchverkehrs“ in der Innenstadt forderten, könne den Geschäften ebenfalls schaden: Nicht so mobile Kunden aus dem Umland seien nun mal auf nahe Parkplätze angewiesen. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) habe Versuchsphasen und Stufenpläne in Aussicht gestellt, so Bödeker, aber auch dafür hätte seiner Ansicht nach früher miteinander gesprochen werden müssen.

Der Inhaber mehrerer Schuh- und Modegeschäfte sieht einen weiteren Zusammenhang: Die geplante Verdichtung des Busverkehrs ab Ende 2023, die am Donnerstagabend im Stadtrat beschlossen werden soll, macht aus seiner Sicht die Sperrung für andere Fahrzeuge unumgänglich, weil sie allein zu einer massiven Mehrbelastung der Achse Gilgenstraße/Bahnhofstraße führe. „Wir brauchen einen modernen ÖPNV“, fordert Bödeker, der mahnt, die Kosten für mehr Busse und den Umstieg vom Diesel- auf den Elektro-Antrieb nicht zu unterschätzen. Das werde sich aus seiner Sicht letztlich im Ticketpreis niederschlagen, der für die Fahrgäste wieder ausschlaggebend sei. Bödeker bittet deshalb die Kommunalpolitik, die Sperrung nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Wirtschaftlichkeit in der Innenstadt zu erreichen sei seit rund drei Jahren schon sehr schwer. „Mit diesen Aussichten überlegen wir, die Innenstadt vielleicht zu verlassen“, sagt Bödeker. Befürworten würde er vielmehr eine sofortige Sperrung der Achse am Postplatz für den Schwerlastverkehr.

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