Speyer Unmut über Sperrung der Kettelerstraße

Mitte November soll die derzeit vollgesperrte Kettelerstraße in Dudenhofen einseitig wieder befahrbar sein. Gesperrt ist die Straße seit dem Frühjahr, Grund ist eine Großbaustelle: Das Kinderhospiz Sterntaler errichtet ein neues Pflegehaus. Bei Bewohnern des Dudenhofener Nordens hat die Baustellen-Sperrung für Unmut gesorgt (wir berichteten). Bei einem Treffen zwischen Vertretern der Anwohner, des Kinderhospizes und der Gemeinde wurde über alles gesprochen.
Die Kettelerstraße ist eine Straße, über die man in viele Straßen im Dudenhofener Norden gelangt. Das ganze Wohngebiet ist verkehrsmäßig schon länger belastet: Von Mitte Januar bis Mitte April war die B39-Abfahrt Dudenhofen-Süd gesperrt, weil das neue Baugebiet „Im Bolig“ erschlossen und die Abfahrt umgebaut wurden. Dann wurden in dem Dorf-Gebiet Leitungen erneuert. Und seit Ende April, Anfang Mai ist die Kettelerstraße gesperrt, weil das Kinderhospiz Sterntaler dort ein neues Pflegehaus baut. Bei den Anwohnern hat sich also einiges angestaut. Knapp 100 haben in den vergangenen Wochen in einer Unterschriftenliste gefordert, dass die Kettelerstraße bald wieder geöffnet werden soll. Gabi Schatz, die die Unterschriften gesammelt hat, sagt: „Die Straße ist wichtig für das ganze Gebiet.“ Es gehe soviel Verkehr raus in Richtung Speyer, und es betreffe so viele Fahrer, die jetzt über die Goethe- und die Schillerstraße ausweichen müssten. „Es ist nicht nur, dass es für uns bequemer ist, es ist auch eine deutliche Entlastung für die anderen Anwohner“, sagt die Waldstraßen-Bewohnerin mit Blick auf die Bewohner der Dichter-Straßen. Das Durchfahren sei gefährlich und das Ganze verursache Mehr-Strecken. Ende vergangener Woche haben sich Vertreter der Anwohner, des Kinderhospizes und der Gemeinde ausgetauscht. Bei dem Treffen sei es auch darum gegangen, zu zeigen, dass das Anliegen der Unterzeichner nicht im Nirgendwo verpufft, sagt Schatz. Und den Anwohnern sei wichtig gewesen, dass der Termin der halbseitigen Öffnung der Kettelerstraße, der 15. November, „festgenagelt“ wird, wie sie sagt. Es ist jetzt so, dass die Kettelerstraße von Mitte November an einseitig befahrbar sein soll, der Verkehr wird wohl über eine Ampel geregelt. Anwohnerin Schatz sagt, zwar seien die Meinungen der Anwohner auch nach dem Gespräch noch auseinander gegangen – aber: „Okay, das müssen wir so akzeptieren.“ Zumal ein bürokratischer Weg wohl auch keinen früheren Zeitpunkt für eine halbseitige Öffnung gebracht hätte. Schatz erzählt: „ Wir hatten ja die Befürchtung, dass es noch länger dauert, wenn wir nicht doch dagegen gehen.“ Für das Kinderhospiz Sterntaler bedeute die frühere halbseitige Öffnung (statt geplant im März 2015) zusätzliche Kosten, wie der stellvertretende Geschäftsführer Tobias Fouquet verdeutlicht: „Maximal 10.000 Euro an Mehrkosten“, sagt er, unter anderem, weil der Einsatz der Ampel bezahlt werden müsse. Jetzt solle versucht werden, die Länge der Baustelle (80 Meter) auf 50 Meter zu verringern, weil es dann nicht notwendig sei, eine Ampel aufzustellen. Vorschlägen von Anwohnern, an welchen anderen Stellen (statt an der Straße) die Baumaterialien gelagert werden könnten, entgegnet Fouquet: Es sei nicht möglich, die Materialien im Hof unterzubringen, weil die Brücke, die man zum Hof queren muss, nicht so belastbar sei. Auch ein Grünstreifen neben der Baustelle komme für eine Lagerung nicht in Frage, weil drunter der Kanal verlaufe und die Fläche nur mit bis zu einer halben Tonne belastet werden dürfe. Man könne eine Baustelle nicht einfach so auf- und zumachen, beispielsweise an Wochenenden oder dann, wenn kein Kran auf der Straße stehe, fügt er an. Denn jedes Öffnen und Schließen sei mit Kosten in Höhe von etwa 400 Euro verbunden. Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) sagt, es sei schon im Sommer ausgemacht worden, dass die Straße Mitte November wieder teil-aufgemacht wird (wir berichteten). Er habe verdeutlicht, dass Ende März/Anfang April nächsten Jahres zu lange sei und den Zeitpunkt Mitte November rausverhandelt. Grundsätzlich ist es laut Eberhard bei Sperrungen so: „Wenn ein Bauherr uns aufzeigt, dass er die Fläche unbedingt braucht, kriegt er diese Genehmigung.“ In einer ähnlichen Situation sei es vorgekommen, dass eine Straße für fünf Monate gesperrt gewesen sei – allerdings sei das keine vielbefahrene Strecke gewesen. Eigentlich, so sagt es Sterntaler-Mann Fouquet, sei von der Verbandsgemeinde sogar eine Vollsperrung bis März kommenden Jahres genehmigt gewesen. Ortsbürgermeister Eberhard erklärt, wie es mit solchen Genehmigungen ist: Diese gelten nur solange, wie bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. „Wenn die Voraussetzungen entfallen, muss der Bauleiter oder der Bauherr auf die Behörde zukommen.“ In diesem Fall sei auch ein Punkt gewesen, dass die Bevölkerung auf die Verwaltung zugekommen sei, weil die Voraussetzungen aus Sicht der Anwohner (Kran nicht mehr da) nicht gegeben gewesen seien. Sterntaler-Mann Fouquet sagt mit Blick auf die halbseitige Öffnung der Kettelerstraße von Mitte November an: „Wir müssen das so machen, damit die Wellen nicht noch höher schießen.“ Mit dem Bauverlauf ist der stellvertretende Geschäftsführer zufrieden: „Wir sind ja ein paar Wochen vor dem Plan.“ Er rechne mit der Eröffnung des neuen Pflegehauses im Spätsommer nächsten Jahres. Der Rohbau sei soweit fertig, auch das Dach ist fast gemacht. „Bis 15. November werden noch große Glaselemente geliefert, die mit dem Kran reingehoben werden“, sagt Fouquet. Danach steht die Halb-Öffnung an. (snr)