Fussball
TuS Mechtersheim erwartet den 1. FC Kaiserslautern
Wiedersehen am Freitag für Nico Koch: Der Torwart des Fußball-Oberligisten TuS Mechtersheim wird im Fokus stehen, wenn sein Team den 1. FC Kaiserslautern II zu Gast hat. Er vertritt den verletzten Maxime Klein – und das mit reichlich Selbstvertrauen. Vergangenen Samstag war Koch der Held, der seiner Elf drei Punkte sicherte, als er kurz vor Ende beim Stand von 2:1 für den TuS einen Strafstoß abwehrte und die zuvor schon starke Mannschaftsleistung in Koblenz belohnte.
Koch bestritt sein erstes Ligaspiel von Beginn an, weil sich Stammkraft Klein am Knie verletzte und länger ausfällt. Der 20-jährige Schifferstadter half quasi aus dem Stand aus, schon zuvor gegen den FK Pirmasens, als Klein das Feld verließ. Dabei kehrte Koch gerade erst selbst von einer langwierigen Verletzung zurück, absolvierte die Wintervorbereitung nur in Teilen und kam schon lange nicht mehr auf Spielpraxis.
Lange Leidenszeit
Den Riss des Innenmeniskus’ zog er sich schon vor seinem Wechsel nach Römerberg beim Karlsruher SC zu. Zwischenzeitlich verschwanden die Schmerzen, kamen aber wieder. Und Koch, der über Phönix Schifferstadt, 08 Haßloch und den 1. FC Kaiserslautern, auch die Torwartschule Vorderpfalz des Speyerers Günter Thomas durchlief, zum KSC stieß, befand sich ein halbes Jahr im Krankenstand.
Zwei Jahre, die in der U15 und U16, hielt er bei Wormatia Worms die Bälle, ehe es zum KSC zurückging. Dort lernte er auch seinen heutigen Mitspieler Louis Wagensommer kennen und schätzen. Beide sind Kumpels. Ins Tor wollte er bereits als Kind unbedingt: „Ich war schon mit fünf Jahren im Training, habe aber dann zu meiner Mutter gesagt, dass ich nur noch hingehe, wenn ich ins Tor darf.“
Koch reflektiert
Seine Stärken entwickelte der 1,87 Meter große und 81 Kilo schwere Keeper auf der Linie. Umgewöhnen muss er sich noch in Sachen Eröffnung: „Beim KSC wurde großer Wert darauf gelegt, dass wir spielerische Lösungen suchen. Ich muss hier einfacher denken, will oft noch zu viel und gehe ein zu großes Risiko ein“, sagt er über sich.
Während er auf dem Platz laut sein muss, ist er privat ein ruhiger und entspannter Zeitgenosse, der gerne mit Freunden in Mannheim oder Heidelberg in Cafés sitzt, sich über Fußball und das Leben unterhält. „Ich bin kein Partymensch.“ Beruflich sucht Koch noch nach seinem Weg. Weil er an der Grundschule Nord in Schifferstadt schon ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistete, ergatterte er dort inzwischen einen Job als eine Art Aushilfslehrer, begann aber noch kein Studium in diese Richtung und strebt das auch nicht an.
Hohe Ziele
„Die Arbeit mit den Kindern macht zwar Spaß. Aber ich glaube nicht, dass es auf Dauer etwas für mich ist. Ich werde eher was mit Management studieren.“ Gesicherter: Koch sucht einen Online-Studiengang. Klarer äußert er sich dagegen zu den fußballerischen Zielen: So hoch wie möglich spielen, „vielleicht mal zweite oder dritte Liga“.
Zum TuS wechselte er, um das anzugehen, obwohl sich abzeichnete, dass er gegen Klein kaum eine Chance auf einen Stammplatz gibt: „Hier wird auf junge Spieler gesetzt, und im ersten Jahr bei den Männern ist es immer schwer, gleich Stammspieler zu werden. Ich wollte aber auf keinen Fall in eine tiefere Liga, alleine schon, um weiter ein hohes Trainingspensum zu haben, was für die persönliche Entwicklung wichtig ist. Und manchmal geht alles ganz schnell.“
Zukunft offen
Da er im Training ohnehin immer alles reinwerfe, habe er den Schub, plötzlich Nummer 1 zu sein, nicht gebraucht. „Der Konkurrenzkampf bringt ja beide voran. Man weiß ja, dass man jederzeit reinkommen kann.“ Wie es im Sommer für Koch weitergeht, ist offen. Die Gespräche mit den TuS-Verantwortlichen stehen noch an. Klar ist, dass es gegen den aus Pfeddersheim mit viel Vorschusslorbeer neu verpflichteten Sören Petzold sehr schwer wird, sich den Stammplatz zu ergattern. Und dann kommt auch noch Precious Ofosohene von Wormatia Worms II.
Nachdem Chefcoach Jürgen Kramny seine Mannschaft zuletzt für ein „geiles Spiel und den guten Kampf mit drei wichtigen Punkten“ gelobt habe, gilt es nun, am Freitag ab 19 Uhr das 0:5 aus dem Hinspiel gegen den FCK II wettzumachen. Kochs Rezept: „Wir müssen dem FCK die Lust am Fußballspielen nehmen. Die wollen zocken. Wir müssen für sie eklig werden. Dann haben wir eine Chance.“
Wie schon Koblenz, steckte der FCK vor dem Duell mit Mechtersheim ebenfalls eine Pleite ein und steht im Aufstiegskampf unter Druck. Koch glaubt: „Auch unser Platz, der im Winter keinen guten Zustand hat, kann ein großer Vorteil für uns sein.“