Speyer
Tipps zur Selbstverteidigung: Angst lähmt, Wut macht stark
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Selbstbehauptung beginnt im Kopf, aber hört dort nicht auf: Frauen warten oft lange damit, zu handeln und stellen sich stattdessen vor, was alles passieren könnte. Aber sie müssen sich wehren, häufig schon, bevor sie sich tatsächlich unwohl fühlen. Sie sollten im Vornherein überlegen, wie sie in bestimmten Situationen reagieren können.
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Je früher die Abwehr, desto eher hört der Übergriff auf: Circa 80 Prozent aller Übergriffe können schon mithilfe sogenannter geringer Gegenwehr abgewendet werden. Deshalb: Sobald sich ein merkwürdiges Gefühl einstellt, etwas dagegen tun. Schon ein klares „Nein“ kann eine solche Gegenwehr sein.
3
In bestimmten Situationen bedarf es keiner Höflichkeit. Wenn sich mir nachts auf der Straße jemand nähert und ich das nicht will, dann sage ich laut und bestimmt „Gehen Sie an mir vorbei“ und bitte nicht freundlich darum.
4
Frauen müssen sich klarmachen, woraus sich ihre Ängste speisen, und dürfen sich vor allem nicht davon lähmen lassen, sondern sich überlegen, welche Empfindung stattdessen sinnvoll und adaptiv sein könnte. Es geht um eine „Selbstreflexion der Angst“.
5
Einen Großteil unserer Ängste lernen wir als Kinder von unseren Eltern. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihre eigenen Ängste kennen und dass sie sich darüber bewusst sind, was sie aktiv an ihre Kinder weitergeben wollen und wie sie diese umgekehrt stark gegen lähmende Angst machen können.
6
Grenzen sind individuell, das müssen wir als Gesellschaft akzeptieren. Wenn eine einzelne Person sich in einer Situation unwohl fühlt, die jemand anderes nicht nachvollziehen kann, dann ändert das nichts daran, dass eine Grenze übertreten wurde. Die Gesellschaft muss erreichen, dass auch die kleinste und alltäglich erscheinende Grenzüberschreitung nicht kleingeredet und schon gar nicht geduldet wird.
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Wir müssen schreien können, und dürfen uns nicht dafür schämen, laut zu werden, wenn wir uns nicht wohl fühlen. Und lautes Schreien kann geübt werden!
8
Körpersprache und Blickkontakt helfen. Auch das kann man üben: Aufrechten Ganges gehen, unangenehmen Blicken standhalten können und die Kontrolle über das Lächeln behalten. Viel zu oft lächelt man aus Unsicherheit und signalisiert damit etwas, das nicht gefühlt wird.
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Grenzen verteidigen, denn ignorierendes Verhalten wird immer wieder missinterpretiert als ein „Ich erlaube dir das, was du da gerade tust.“ Nur „Ja“ bedeutet „Ja“.
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Alles, was gebraucht wird, ist am Körper: Pfefferspray und Co. dienen oft nur dem Vorgaukeln der eigenen Sicherheit und sind oft weniger wirksam als die eigene Abwehr über Körpersprache, Wut und Stimme.
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Ein Extratipp für die Männer: Es ist ganz wunderbar, wenn Männer sich dessen bewusst sind, dass gewisse Situationen bedrohlich wirken können und diese dann gar nicht erst entstehen lassen. Wenn Männer etwa von sich aus die Straßenseite wechseln, statt einer Frau nachts bis auf wenige Schritte näher zu kommen, dann zeugt das von Sensibilität und kann beruhigen.