DUDENHOFEN
Tennis: TC Dudenhofen und die Fragen vor der Regionalliga-Premiere
Der erste Auftritt der TCD-Cracks in der Regionalliga hat sich verzögert, weil die Spielrunde im vergangenen Jahr Corona-bedingt komplett abgesagt wurde. Das Team um Mannschaftskapitän Werner Meyer sitzt nun erwartungsvoll in den Startlöchern, hofft, dass es endlich losgeht. „Die Netze hängen und die ersten Bälle sind geschlagen. Nun hoffen wir, dass sich die Pandemie nach verstärkten Impfungen etwas entspannt, wir wieder normal trainieren und danach alle gemütlich beisammensitzen dürfen“, erklärte Meyer, TCD-Urgestein und Vater der Dudenhofener Erfolgsgeschichte.
Seit über 40 Jahren hält der zweimalige Pfalzmeister dem TC Dudenhofen die Treue. 2013 holte er den Titel bei den Über-60-Jährigen und 2017 bei den 65-ern. Bei seinem zweijährigen Gastspiel in Edenkoben lernte der gebürtige Südpfälzer gute Freunde kennen und überzeugte sie davon, beim TC Dudenhofen etwas sportlich Großes aufbauen zu können. Fünf starke Spieler schlossen sich daraufhin nach und nach dem Dudenhofener Club an.
Schlüsselergebnis in Rüsselsheim
Als Verbandsligameister stieg die Truppe im Jahr 2016 in die Oberliga und 2017 als Klassen-Neuling in die Südwestliga auf. Nach dem Klassenerhalt 2018 schaffte die Mannschaft 2019 mit dem Regionalliga-Aufstieg den großen Wurf. Meyer leistete ungeschlagen mit je sechs Einzel- und Doppel-Erfolgen einen wesentlichen Beitrag dazu.
Die letzte Südwestliga-Begegnung gewann der TCD vor knapp zwei Jahren, am 5. Juli 2019, beim TC Rüsselsheim mit 6:3. Das Schlüsselergebnis zum Aufstieg. „Damit holten wir uns, punktgleich mit drei weiteren Mannschaften, aber mit dem besseren Matchverhältnis, den zum Aufstieg berechtigenden zweiten Tabellenrang“, erinnert sich der Kapitän.
Verschworene Gemeinschaft
Eine absolute Nummer 1 im Team gebe es nicht. Dessen ausgesprochene Stärke liege in der Ausgeglichenheit mit sechs Akteuren der Leistungsklasse 8,1: Sebastian Neumer, Werner Meyer, Gustav Emrich, Norbert Kaltz, Bernd Bohrer und Rainer Herrmann. „Dies macht uns bis zu einem gewissen Punkt unberechenbar“, betont der 70-Jährige. Hinzu kämen die ausgezeichnete Kameradschaft und ein toller Zusammenhalt, der sich in Tenniskreisen, nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, herumgesprochen habe.
„Dadurch konnten wir zwei neue Spieler gewinnen, Gustav Emrich und Gerd Wobito, die vorher für den Rheinhessen-Vertreter TC Rheindürkheim aufliefen“, sieht Meyer darin die Bestätigung für die prima Atmosphäre innerhalb der verschworenen Gemeinschaft, die nicht nur der gemeinsame Tennissport verbinde, sondern sich auch außerhalb der roten Asche bestens verstehe. Meyer: „Ich bin dem gesamten Team, das einfach ganz toll mitzieht und mir die Aufgabe als Spielführer wirklich leicht macht, sehr dankbar.“
Fragen über Fragen
In der augenblicklichen Situation stellten sich wenige Wochen vor dem Rundenbeginn Fragen über Fragen, findet Meyer: „Kann die Medenrunde 2021 überhaupt stattfinden? Beginnt sie planmäßig im Juni oder erst im September? Dürfen womöglich nur Geimpfte spielen? Gibt es nur Einzel oder auch Doppel? Lässt sich unter den derzeitigen Bedingungen wirklich eine sportlich faire Runde spielen? Und, und, und…“
Eine gezielte Wintervorbereitung sei aufgrund der behördlichen Vorgaben nicht möglich gewesen. Keiner wisse, wo er nun leistungsmäßig stehe. Auch Doppel-Training könne wegen der behördlichen Anordnungen nicht stattfinden. „Aber das geht wohl allen Mannschaften so“, sagt Meyer, der als vorrangiges Ziel den Klassenerhalt ausgibt. „Wahrscheinlich wird das ein recht schwieriges Unternehmen für TG Bobstadt und uns“, glaubt er. Mit weiteren Aussagen und Prognosen hält sich der Teamchef aufgrund der außergewöhnlichen Situation und der Ungewissheit über den derzeitigen Leistungsstand der einzelnen Spieler zurück.
Favorit zieht Mannschaft zurück
Der eigentliche Titelfavorit TC Grün-Weiß Mannheim hat seine Mannschaft zurückgezogen. Aufgrund der Leistungsklassen sowie der gemeldeten ausländischen Spieler sieht Meyer Westerbach Eschborn und TA TSV Weikersheim als erste Meisterschaftsanwärter. Auch den TC Haßloch zählt er zum erweiterten Favoritenkreis.
Der planmäßige Rundenstart ist für den 11. Juni mit der Auswärtspartie bei TA TSV Weikersheim, nahe Würzburg, vorgesehen. Es folgen die Begegnungen gegen Westerbach Eschborn (18. Juni), beim TC Haßloch (25. Juni), gegen die TG Bobstadt (2. Juli) und beim ETV Nürtingen (9. Juli). Ob es tatsächlich dabei bleibt oder die Corona-Pandemie wieder einmal alle Planspiele über den Haufen wirft, kann der Mannschaftsführer nicht prognostizieren.