SPEYER
Tennis: Spielen für zwei Vereine ermöglicht
Eine wesentliche Änderung gegenüber der bisherigen Spielordnung sieht für die neue Saison vor, dass Spieler künftig bezirksübergreifend für zwei Vereine in unterschiedlichen Altersklassen aufschlagen dürfen. Dies gilt nicht für Akteure aus der Südwestliga oder einer höheren Klasse.
Der TV Waldsee stehe dem zunächst mal offen gegenüber, teilte Vorsitzender Roger Anders mit: „Es ermöglicht den Vereinen, bei denen es immer schwieriger wird, genügend Spieler für die einzelnen Mannschaften aufzubieten, mit mehreren Altersgruppen am Wettkampfspiel teilzunehmen.“ Anders sieht allerdings Umsetzungsprobleme.
Einige Betroffene
Verschiedene Altersklassen spielten am selben Tag, so dass die Cracks letztlich doch nur einem Verein zur Verfügung stehen. „Trotzdem haben wir das Gefühl, dass die neue Regelung mit Interesse angenommen wird“, so Anders. Auch beim TV gebe es in der kommenden Saison drei bis fünf Akteure, die in zwei unterschiedenen Klubs gemeldet sind.
Als Alternative will der TV die neue Variante auf jeden Fall prüfen. „Einzig die Identifikation zum Heimatverein könnte dadurch etwas eingedämmt sein“, vermutet der Funktionär. Torsten Bücheler, Sportwart von WR Speyer, hält die Änderung grundsätzlich für begrüßenswert. Im Jugendbereich könne es durchaus zu einem Austausch kommen.
Speyer offen
Das habe der Verein bereits erörtert. Bei aktiven Mannschaften und Altersklassen zeige sich WR offen: „Wir schauen mal, was da auf uns zukommt. Letztlich geht es auch darum, dass alle interessierten Spieler sich auch an altersentsprechenden Medenspielen beteiligen können, wenn die Altersklasse im eigenen Verein nicht besetzt ist.“
Bücheler: „Sollten derartige Wünsche an uns herangetragen werden, gleichgültig, ob von eigenen oder Mitgliedern fremder Klubs, werden wir uns damit beschäftigen und im Einzelfall die Entscheidung treffen.“ Bei den aktiven Mannschaften hält er einen derartigen Austausch eher für unwahrscheinlich.
Grundsätzlich positiv
WR besetze zwar nicht alles Altersklassen, sei aber im Wesentlichen gut aufgestellt. Ebenfalls offen sieht der Sportwart die Möglichkeit für Gästespieler, die für eine Runde mal reinschnuppern möchten. Für den TC Römerberg sieht Vorsitzender Richard Oberländer die Neuregelung grundsätzlich positiv.
„Wir praktizieren bereits seit längerer Zeit die Zweitmitgliedschaft und finden das auch gut so“, sagte Oberländer. Er beobachte einen Mitglieder-Rückgang bei Vereinen der Umgebung und der damit einhergehenden fehlenden Möglichkeit, sämtliche Altersklassen ohne gravierende Altersunterschiede zu besetzen.
Großer Altersunterschied
Der Vorsitzende: „Es macht doch keinen Sinn, wenn ein 60-Jähriger Sechzigjähriger bei den 40-ern einspringen muss.“ Verständlich sei aber auch, dass Akteure in der zu ihnen passenden Altersgruppe mitwirken und ihrem Heimatklub treu bleiben möchten.
Der Sportwart des TC Dudenhofen, Ralf Himmelsbach, sieht das Thema kritisch: „Beim TCD haben wir immer schon darauf geachtet, dass Spieler, die bei uns in der Medenrunde aktiv sind, auch als zahlendes Mitglied dem Verein angehören. Dies werden wir auch künftig für sogenannte Gastspieler in Form einer Zweitmitgliedschaft so handhaben.“
Erhöhte Gebühren
Himmelsbach: „Die Meinungen über den Sinn und Zweck dieser Neuregelung gehen bei uns weit auseinander. Bei Abwägung des Für und Wider glauben wir nicht, dass diese Maßnahme einen Vorteil für unseren Verein bringt. In Einzelfällen können wohl personell schwächer besetzte Mannschaften davon profitieren.“
Er halte es für denkbar, dass sich durch die Neuregelung nur die Mannschaftsmeldungen und die damit verbundenen Meldegebühren erhöhen. Der TCD sei hauptsächlich darauf bedacht, dass den jahrelangen Stamm-Mitgliedern keine Nachteile entstehen. Deshalb werde es auch künftig bei einer Pflichtmitgliedschaft für alle Medenrundenspieler bleiben.
Verbandskritik
„Wieder einmal eine für mich zweifelhafte Entscheidung des Verbandes ohne vorhergehende Befragung seiner Mitglieder“, meinte der Dudenhofener: „Durchaus denkbar scheint mir, dass einzelne Vereine den Einsatz kostenlos gestatten. Ärger und Misstöne scheinen vorprogrammiert.“
Der beim Tennisverband Pfalz für den Spielbetrieb verantwortliche Norman Kiefer, erläuterte die Gründe, die den Sportbeirat dazu bewogen, die Wettspielordnung zu ändern: „Spieler können in ihrer Altersklasse spielen, zum Beispiel in Nachbarverein, Spielgemeinschaften oder das Ausleihen von Jugendspielern wird damit vereinfacht.“
Weitere Vorteile
Kommunikation und Zusammenarbeit von Vereinen würden gefördert, so Kiefer: „Breiten- und Leistungssport können betrieben und intensiviert werden.“ Zudem erfolge dadurch auch eine bezirksübergreifende Öffnung von Grenzen und Kooperationen, die der Verband grundsätzlich begrüße.
Gespannt schaue er darauf, wie seine Mitglieder diese Änderung annehmen und ob sich die der Entscheidung zugrundeliegenden positiven Absichten einstellen.