Speyer Tanzschritte auf dem Weg in ein besseres Leben

Eine choreografisch einzigartige und im wahrsten Wortsinn feurige Bühnenshow haben die Zuschauer am Montagabend in der ausverkauften Speyerer Stadthalle erlebt. Von Beginn an war das Publikum von „Magic of the Dance“, der Magie des irischen Stepptanzes, infiziert.
Sowohl traditionelle irische Volksmusik, die melancholisch vom Überlebenskampf vor mehr als 150 Jahren kündet, als auch neuere fetzige Rhythmen in Songs der Gruppe „The Dubliners“ waren Impulse für die explosiven Schrittfolgen der Tänzer. So entstand eine atemberaubende und sicher unvergessliche Tanzshow. Die Geschichte von „Magic of the Dance“ spielt zur Zeit der großen Hungersnot in Irland, als die Menschen in die „Neue Welt“ nach Amerika aufbrachen. Niamh und Ciaran verlieben sich während eines Abschiedsfestes ineinander, werden jedoch beim Aufbruch getrennt. Auf der Suche nacheinander erleben sie aufregende Abenteuer und versuchen zugleich, sich irischen Dämonen zu entziehen, die als Symbole für Elend und Leid stehen. In diesen Szenen arbeitete die Inszenierung mit mystischen Bühnenbildern samt Nebelbomben und Feuerschalen. Sogar ein Feuerband von einer Bühnenseite zur anderen unterstrich das Geheimnisvolle, unterstützt von farbigen Illuminationen. Dazu schritten in Mönchskutten gekleidete und Fackeln tragende Artisten in Formationen langsam zur Musik, um plötzlich mit dem Tanz zu beginnen. Vom Band war die tiefe Stimme des vor zwei Jahren gestorbenen britischen Schauspielers Christopher Lee zu hören. Seine Interpretation der mystischen Sprechpassagen begleitete die Zuschauer durchs Programm. Das ging im Hafen von New York weiter, wo drei Arbeiter große Blechfässer rhythmisch als Schlagzeuge einsetzten, um zwischendurch wilde Steppeinlagen zum Besten zu geben. Dabei musste auch das Publikum aktiv werden, vorgegebene Takte nachklatschen und mit den Füßen stampfen. Drei Zuschauer wurden mit eingebunden, während Akteure im Bühnenhintergrund das freie amerikanische Leben darstellten. Immer wieder gab es Szenen, in denen zwei Konkurrenten oder Rivalen sich Tanzgefechte lieferten, um zu zeigen, wer besser ist. Hier brillierten die Hauptdarsteller Michel Anderwood und John Lonergan, Shea Bilran Grough und Eve Grough. Als Happy End gab es in der letzten Szene ein Hochzeitsfest, bei dem alle Tänzer noch einmal zur Hochform aufliefen.