Speyer Talentnest auf Höhenflug

Bis zu 30 Nachwuchsspieler im Training: Waldsees Badminton-Nachwuchs macht die Rheinauenhalle voll.
Bis zu 30 Nachwuchsspieler im Training: Waldsees Badminton-Nachwuchs macht die Rheinauenhalle voll.

«Waldsee.» Die Jugendarbeit der Badminton-Abteilung des ASV Waldsee ist vom nationalen Verband in Mülheim/Ruhr als einer von zwei Vereinen in Rheinland-Pfalz mit dem Zertifikat Talentnest ausgezeichnet worden.

Die Auszeichnung erfüllt die Verantwortlichen mit großem Stolz: „Es hat sich ja auch viel getan, und das durchwegs zum Positiven“, sagt Sport- und Jugendwart Daniel Büchel. Der Höhenflug der Jugendabteilung begann damit, dass sich drei Badminton-Spieler – Daniel Büchel (30), Alisa Roßrucker (19) und Alina Schmalz (21) – vor zwei Jahren vom deutschen Badminton-Verband zu Kids Coachs und Talentscouts ausbilden ließen. Später kamen noch Frederik Hoesch (19) und Magnus Reutter (30) dazu. Als Kids Coach und Talentscout entwickelten sie ein Konzept für die Jugendarbeit: „Nachhaltige Mitglie-dergewinnung“ machten sich die Drei zum Thema und arbeiteten an der Verwirklichung. Es funktioniert: Gerade mal acht Kinder zählte die Abteilung vor zwei Jahren. Inzwischen kommen regelmäßig über 30 Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren aus der ganzen Umgebung ins Training. Büchel sowie Übungsleiter aus dem Badminton-Verband besuchten Ende 2017 je zwei Tage die Grundschulen Waldsee und Otterstadt, um jeder Klasse eine Stunde lang ihren Sport vorzustellen. „Dabei wurden wir von der Schulleitung unterstützt. Das finden wir nicht selbstverständlich“, sagte Büchel. Die Resonanz fiel positiv aus. Viele Kinder kamen zum Training, und wer sich nach ein paar Schnupperstunden einmal für den Badminton-Sport entschied, der blieb. „Wir haben seit drei Jahren keine Abgänge mehr. Das macht uns schon stolz“, sagte Büchel. Mit geholfen habe dabei sicher, dass durch die neue Sporthalle in Waldsee kinderfreundliche Trainingszeiten angeboten werden können. Öffentlichkeitsarbeit in Schulen, sozialen Medien und über die Presse ist für Büchel und seine Kollegen sehr wichtig. „Die Leute haben ein falsches Bild von unserem Sport. Badminton ist oft noch als Federball verpönt“, teilte er mit. Wichtig sind auch Fortbildungen. So können die Waldseer Jugendtrainer auch schon mit den ganz Kleinen ab fünf Jahren arbeiten, was in den meisten Vereinen nicht möglich sei. Am Anfang kommen da die Eltern mit. Kontakt zu diesen bedeutet ihm ohnehin viel. Alle Kinder spielen von Anfang an in Mannschaften. Büchel: „Sie wollen ja auch zeigen, wofür sie trainieren.“ Außerdem wecke das den Ehrgeiz: „Wir sortieren aber nicht nach Leistung.“ Jedes Kind sei willkommen. Denn der ASV nehme seine Aufgabe als Breitensportverein wahr. „Wir haben die Mittel, aus jedem Talent das Beste herauszuholen. Aber Talentnest heißt ganz bestimmt nicht, dass wir nur die Besten nehmen.“ Das sei ja gerade das Schöne am Badminton-Sport, dass alle zusammen trainieren könnten. In der vergangenen Saison meldete der ASV für jede Altersklasse im Jugendbereich eine Mannschaft. Der Erfolg sei natürlich, da es sich meist um Anfänger handelt, nicht so groß gewesen. Zunächst gehe es vor allem um Technik. Die Kinder sollen das, was sie im Training lernen, im Spiel umsetzen. Und wenn das nicht so klappt wie erwünscht, dann rede er eben in Ruhe darüber mit seinen Schützlingen. Das gehört auch zur pädagogischen Ausbildung der Kids Coaches, ebenso wie die eigene Schulung von Roßrucker und Reutter zum C-Trainer. Kontakt Trainingszeiten: Montags in der Rheinauenhalle 2, 17 bis 18.30 Uhr für Fünf- bis Elfjährige, 18 bis 19.30 Uhr für Elf- bis 18-Jährige Auskunft, Daniel Büchel, Telefon: 0152 01987972.

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