Speyer Strecke eingleisig, Sicherheitsfrage komplex

Lange Zeit unbeachtet, rückt nun – im Bürgerbeteiligungsprozess zur Alla-hopp-Anlage in der Raiffeisenstraße – eine innerstädtische Bahnstrecke in den Blickpunkt: die der sogenannten Hafenbahn. Sie kreuzt unter anderem den Mäuseweg, den Ziegelofenweg und den Eselsdamm.
Bei der innerstädtischen Bahnstrecke handelt es sich, wie Regina Marusczyk, Sprecherin der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz, erläutert, um „den 1873 gebauten Teilabschnitt der Strecke 3451 Heidelberg-Speyer“, also um „die Zufahrt vom Hauptbahnhof Speyer zur Schiffsbrücke über den Rhein“. Die Schiffsbrücke sei aber im Jahr 1938 durch eine feste Brücke ersetzt, die Eisenbahnstrecke nach Heidelberg verlegt worden, so die Bahnsprecherin. Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Brücke von zurückziehenden Truppen der deutschen Wehrmacht gesprengt, nach dem Krieg wiederaufgebaut worden. Die Hafenbahn zweigt nördlich des Hauptbahnhofs in Höhe des Armensünderwegs vom Hauptgleis der Strecke Schifferstadt-Wörth ab; in südöstlicher Richtung werden anschließend die Wormser Landstraße, der Mäuseweg, der Ziegelofenweg, der Eselsdamm, die Hafenstraße, die Straße Im Hafenbecken und die Rheinallee gekreuzt. Und nach der Unterquerung der Rheinbrücke verläuft die circa sechs Kilometer lange, eingleisige Strecke parallel zur Straße Am Neuen Rheinhafen. Die Anschlussgrenze des von der Verkehrsbetriebe Speyer GmbH betriebenen zusätzlichen Streckenabschnitts liege in Höhe der Bar „Rheinstrand“ und ende zwischen dem Paketzentrum der Deutschen Post und dem Saint-Gobain-Isover-Werk, so die Bahn-Sprecherin. Die Verkehrsbetriebe haben seit 2001 die Aufgabe, die Infrastruktur mit Gleis, Gleisbett, Bahnübergänge sowie Signalanlagen – zu erhalten, wie Angela Sachweh von der Pressestelle ergänzt: Die Strecke werde regelmäßig begangen, um eventuelle Schäden aufzuspüren und zu beheben sowie die Funktionstüchtigkeit der Signalanlagen sicherzustellen. Der Hafenmeister überwache und pflege die Übergänge von Heinkel- und Joachim-Becher-Straße und einen Fußgängerweg in Höhe der Jugendherberge; Fachfirmen würden mit Reparaturen beauftragt. „In Speyer finden im Moment auf der Hafenbahn zwei bis drei Bedienungen am Tag statt; in der Hauptsache werden Kesselwagen zugestellt“, schreibt Marusczyk auf Anfrage der RHEINPFALZ. Der Standort habe für die Mineralölwirtschaft in der Region eine strategische Bedeutung, betont sie: „Während des Shut Downs (Herunterfahrens) in der Mineralölraffinerie Oberrhein in Germersheim im vergangenen Jahr konnten zusätzliche Teilmengen in Speyer umgeschlagen werden.“ Im Unterschied dazu spricht Landschaftsarchitektin Elke Ukas, die mit der Planung der Alla-hopp-Anlage in Speyer-Ost beauftragt ist, von „täglich zehn bis 15 langsam fahrenden Güterzügen“ (wir berichteten am 2. März). Zwei bis drei oder zehn bis 15 – so oder so rückt die innerstädtische Bahnstrecke ins Zentrum des Interesses, denn es bleibt laut Ukas zu überlegen, wie die Alla-hopp-Anlage zur Bahn hin abgesichert wird. Angeregt: ein Zaun, der eigentlich nicht vorgesehen ist.