Speyer
„Stift“: Ideenwettbewerb ohne städtischen Segen
Schon im August hatte sich der Verein Zukunftsforum Speyer zum „Stift“ geäußert: Der Zusammenschluss mit dem Ziel, „bürgerliche Kompetenz zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Stadt zu bündeln und zu nutzen“, wünscht sich, dass am langjährigen Krankenhaus-Standort ein medizinisches Angebot erhalten bleibt. Ernährung und Ergotherapie könnten dabei Schwerpunkte sein, auch einen Pflegestützpunkt und eine Apotheke könnten sich die Aktiven gut vorstellen.
Jetzt hat der Verein erneut getagt und einen „Ideenwettbewerb“ für die weitere Nutzung ausgeschrieben. Vorschläge könnten per E-Mail an klaus.stein@zukunftsforum-speyer.org an den Vorsitzenden übermittelt werden. Man fühle sich ermutigt durch positive Resonanz auf ein erstes Konzept des Vereins und habe daher eine Projektgruppe gebildet, heißt es in einer Pressemitteilung. Und: „Als nächste Schritte sollen Kontakte mit möglichen Betreibern einer Senioreneinrichtung aufgenommen werden.“ Verwiesen wird auch auf den SPD-Vorsitzenden Walter Feiniler, der politisch ähnliche Ideen vorgetragen habe.
„Offiziellen Prozess abwarten“
Das Gebäude gehört über eine Stiftung der Stadt, die auf Anfrage mitteilt, dass sie sich „über das rege Interesse an der Nachnutzung und Entwicklung des ehemaligen Stiftungskrankenhauses freut“. Dann kommt das große Aber: Die Verwaltung bittet darum, „den offiziellen Prozess abzuwarten und nicht schon jetzt Gespräche mit möglichen Beteiligten zu führen. Denn die Entscheidung, welche Beteiligten in welcher Form das Gebäude nutzen werden, liegt nicht in den Händen des Zukunftsforums“. Pressesprecherin Annika Siebert betont auch, dass es die Stadtverwaltung in Rücksprache mit den Fraktionen sei, die den zeitlichen Ablauf festlege.
Von offizieller Seite sei eben jetzt kein Ideenwettbewerb, sondern erst nächstes Jahr „ein Kommunikations- und Beteiligungskonzept für eine vertiefende Diskussion“ vorgesehen. Dieses könne wegen der Fülle an städtischen Projekten – angeführt werden Landesgartenschau, Pionier-Quartier, Normand-Gelände, Industriehof und Russenweiher – erst im zweiten Halbjahr 2022 vorgestellt werden. In der Beteiligungsphase hätten dann auch alle Interessierten die Möglichkeit, ihre Ideen und Gedanken einzubringen.
Wintersicherung gewährleistet
Eine Nutzung zur Gesundheitsversorgung hält die Stadt grundsätzlich für denkbar; auch Sozialdezernentin Monika Kabs (CDU) habe sich schon entsprechend geäußert. Die Sorge des Zukunftsforums, dass das Gebäude durch eine unsachgemäße Wintersicherung von Wasserleitungen und Heizung nachhaltigen Schaden nehmen könnte, sei unberechtigt. Siebert: „Entbehrt jeder Grundlage.“ Allerdings müsse bei den Zukunftsplänen berücksichtigt werden, „dass das Gebäude und vor allem die Infrastruktur mehr als in die Jahre gekommen sind“.