Speyer Stadtnachrichten: Bundesweite Razzia mit Durchsuchungen in Speyer

Bewaffnete Bundespolizei-Beamte in schwerer Montur haben gestern Vormittag im Bereich Wormser Straße/Große Greifengasse für Aufsehen gesorgt. Dort war einer von drei Einsatzorten der Ermittler in Speyer im Rahmen bundesweiter Ermittlungen gegen einen Menschenhändlerring. Vom westdeutschen Siegen aus sollen ankommende Prostituierte bundesweit „verteilt“ worden sein. Unter anderem gebe es den Verdacht des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung, ebenso den Verdacht der Visumserschleichung, sagte Anja Kempf, Sprecherin der Bundespolizeidirektion Koblenz, die für den Einsatz in Speyer verantwortlich war. Es sei um Bordelle und Wohnräume gegangen, berichtete sie. Die Objekte in der Domstadt seien im Zuge der seit Februar 2017 laufenden Ermittlungen in Blick geraten. Festnahmen gab es in Speyer angeblich nicht, mögliche Beweismittel wurden zur Auswertung in die Einsatzleitstelle nach Frankfurt gebracht. Zu weiteren Ergebnissen machte die Sprecherin ebenso wenige Angaben wie zur Personalstärke der in Speyer eingesetzten Einheiten. Bundesweit sollen über 1500 Polizisten im Einsatz gewesen sein und unter anderem 62 Bordelle durchsucht haben – die größte Razzia seit Bestehen der Bundespolizei. Die Beschuldigten sollen vor allem Transsexuelle aus Thailand eingeschleust haben. Mehr als 100 Personen wurden vorläufig festgenommen, sieben Haftbefehle vollstreckt, so die Ermittler. Politik, Zeitgeschehen