Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Stadthalle: Ballettschule Hasanovic überzeugt mit Vorstellungen

Tanzszene mit Arielle, getanzt von Fiona Sommer.
Tanzszene mit Arielle, getanzt von Fiona Sommer.

„Die kleine Meerjungfrau“ hat die Stadthalle Speyer zweimal ausverkauft. Mit Tanz, Musik und Choreografie begeistert die Ballettschule Sandra Hasanovic das Publikum.

Arielle, großartig getanzt von Fiona Sommer, nimmt die Zuschauer mit auf den Meeresgrund, schwimmt mit ihnen an die Oberfläche, rettet Leben und verliebt sich natürlich in einen echten Prinzen, berührend dargestellt von Manuel Berkes.

Hasanovics Konzept geht auf. Kinder ab drei Jahren, Jugendliche und Erwachsene wirken sichtlich voller Freude mit am Traum Arielles, als Mensch zu leben. Wie von der Ballettmeisterin versprochen, gibt es in ihrer Inszenierung sowohl ein Happyend als auch eine Hochzeit. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie „Die kleine Meerjungfrau“ mehr als ein halbes Jahr einstudiert. Der Erfolg gibt Hasanovic und ihrem Motto „Tanz oder gar nicht“ Recht. Ballett, Jazz- oder Modern Dance haben höchste Priorität. Die Rollen sind sorgsam besetzt, Kostüme wunderschön, das Bühnenbild ist grandios. Poetisch, fetzig und romantisch begleitet Musik die Tänzerinnen und Tänzer. Schließlich lädt König Triton (Andreas Wagner) zum Konzert. Seepferdchen. Regenbogenfische sind ebenso anmutig dabei wie Arielles Schwestern.

Ohne Abenteuer geht es nicht

In Arielles bisherigem Lebensraum Wasser fühlen sich Quallen, Korallen, Krebse, Seesterne, Delfine und Haie gleichermaßen wohl und ernten für ihre gelungenen Auftritte viel Beifall. Allen voran schwimmen Krabbe Sebastian (Mia Marie Mesic) und Fisch Fabius (Christina Marinopoulou) gekonnt der Meeresoberfläche entgegen.

Ohne Abenteuer geht es auch nicht in einem Ballett. Gerade noch feiern die Gäste gemeinsam mit Grimsby (Pat Schmitt) und absolut synchronen Matrosinnen den Geburtstag des Prinzen, als ein Unwetter sein Unwesen treibt. Seelen gehen im perfekten Modern Jazz verloren und unheimliche Muränen (Anna Walter, Lena Schomber) vertreiben die bis dahin fröhliche Stimmung. Der Vorhang schließt sich, um dahinter die Wendung zum Guten gerade zur rechten Zeit vorzubereiten.

Tanzende Köche und Marktfrauen begeistern

Acht unwiderstehliche kleine Köche legen gleich darauf unter der Leitung von Chefköchin Franziska Nesemann einen Tanz aufs Parkett, der das Publikum endgültig hinreißt. In diesem Fall verderben viele Köche den Brei wirklich nicht.

Umwerfend tanzende Marktfrauen, strahlende Flamingos und überaus niedliche Glühwürmchen präsentieren ein hinreißendes Königreich, bis Meerhexe Ursula (Svenja Bopp) – wenn auch tänzerisch – eingreift und Arielle wieder ins Meerjungfrauen-Dasein zurückführt.

Wie von Hasanovic versprochen: Am Ende wird alles gut. Für den Hochzeitstanz steigt eine Tänzerin sogar auf die Spitze. Die Zuschauer sahen hervorragendes Ballett, das Potenzial für großes Tanztheater hat.

Volle Bühne beim Ballett in der Stadthalle.
Volle Bühne beim Ballett in der Stadthalle.
Mehr zum Thema
x