Speyer
Stadt will Hilfspaket für das Binsfeld schnüren
Es sorgt für Aufsehen im früheren Wochenendhausgebiet an den Baggerseen im Norden Speyers, wenn die Oberbürgermeisterin mit ihren Mitarbeitern auf Ortstermin ist. Stefanie Seiler (SPD) hatte diesmal einen größeren Kreis dabei, weil es um mehrere Themen ging, wie die Verwaltung auf Anfrage mitteilt. Zusammen mit dem Vollzugsdienst, der Parkraumüberwachung, der Feuerwehr und der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) wollte sich die OB „einen Überblick verschaffen“.
Laut Pressesprecherin Lisa Eschenbach sollen die Themen Müll, Naturschutz, Parkchaos/Rettungswege sowie die Situation am Ostufer angegangen werden. Sie alle sind mit dem hohen Nutzungsdruck verbunden, der vor allem an schönen Wochenenden im Sommerhalbjahr in dem Naherholungsgebiet entsteht. Tausende Menschen kommen dann zum Baden und Sonnen, viele per Auto. In diesem Jahr war wegen der Corona-Auflagen weniger los. Die Stadt will nun kurzfristig oder spätestens im Frühjahr Maßnahmen einleiten, „um für die Badesaison 2021 gut aufgestellt zu sein“. Details dazu gebe es nicht, weil nach dem Ortstermin nun zunächst interne Beratungen anstünden.
Renaturierung geplant
Das Problem am Ostufer besteht laut Stadt darin, dass zu oft nicht beachtet werde, dass im dortigen Landschaftsschutzgebiet die Natur Vorrang und der Mensch Rücksicht zu nehmen habe. „Baden und Sonnenbaden ist hier nicht erlaubt – das Betreten ist Spaziergängern und Naturfreunden vorbehalten. Leider wurden inzwischen Einstiege ins Wasser angelegt, und viele Menschen halten sich dort den ganzen Tag auf“, berichtet Eschenbach. Ziel der Stadt sei es, diesen Bereich zu renaturieren und die geltenden Regelungen durchzusetzen.
Die DLRG war dabei, weil sie die Wasserrettung an den Baggerseen organisiert – bisher auf ehrenamtlicher Basis von einer Rettungsstation aus. Nun planen der Verein und die Stadt, „die Zusammenarbeit bei der Wasserrettung zu formalisieren“. Es gebe dazu einen öffentlich-rechtlichen Vertragsentwurf. Stadt und DLRG nennen noch keine Inhalte. Ziel sei aber, die Hilfeleistung vor Ort zu optimieren und die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Wenn zum Beispiel feste Zeiten in der Rettungsstation garantiert werden könnten, würden davon die Badegäste profitieren.
Zur Sache: Spenden für Rettungstaucher
Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) will ihre Rettungsarbeit am Binsfeld professionalisieren. Dazu gehört die Verbesserung ihrer Ausstattung. Momentan steht die Anschaffung eines Kommunikationskabels für die Arbeit ihrer Rettungstaucher an. Kostenpunkt: rund 2700 Euro. Beim Hausflohmarkt am Samstag, 14 bis 17 Uhr, bei der „Waldeslust“ sammelt die Frauengruppe „Black and beautiful“ dafür Spenden.
„Einmal ist die Ausrüstung schon vorhanden, wir brauchen aber eine Kabeltrommel, um unser zweites Set vervollständigen und einsetzen zu können“, berichtet auf Anfrage Frank Dienelt, Technischer Einsatzleiter der DLRG-Ortsgruppe Speyer. Das Spezialgerät enthalte eine Telefonleitung, sei 80 Meter lang, signalgelb, schwimmfähig und schnelltrocknend, erklärt er. Für die Arbeit der zehn Rettungstaucher in Reihen der Speyerer DLRG – zwei weitere sind aktuell in Ausbildung – sei es sehr wichtig. Zum Set gehörten zudem eine Kommunikationseinheit und eine Vollgesichtsmaske mit Gegensprecheinrichtung, die beide bereits vorhanden seien.
Die Ausrüstung werde zur Sicherung des Einsatztauchers und für seine Kommunikation mit dem Signalmann oder der Signalfrau am Ufer benötigt. Insgesamt zählt die Ortsgruppe laut Dienelt rund 30 Aktive und an die 600 Mitglieder. Die Rettungstaucher-Teams seien in dieser Saison bislang zweimal alarmiert worden; in Jahren mit mehr Betrieb am Binsfeld seien sie häufiger gefragt. Beim Hausflohmarkt am Samstag informieren sie über ihre Arbeit und stellen die Ausrüstungsgegenstände vor, um die es bei der Spendenaktion geht.