Speyer „Stadt leidet unter Migrantenwelle“

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MANNHEIM. Die Silvesternacht vor einem Jahr in Köln hat die Stimmung im Land verändert – und dafür gesorgt, dass der Ruf nach mehr Polizei immer lauter geworden ist. Lorenz Siegel, der 23-jährige Vorsitzende der Jungen Union in Mannheim, hat Oliver Seibel erzählt, wie sich viele junge Menschen mittlerweile fühlen, wenn sie abends in de Quadratestadt unterwegs sind.

Herr Siegel, Sie sind ein junger Mann. Wenn Sie abends in Mannheim zusammen mit Freunden unterwegs sind, fühlen Sie sich dabei sicher?

Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Mittlerweile fühle ich mich nicht mehr so sicher. Man schaut sich häufiger um, achtet darauf, in größeren Gruppen unterwegs zu sein. Die Nachrichten aus der Presse beunruhigen. Ein aktuelles Beispiel: Kurz vor Weihnachten ist eine 17-Jährige am Paradeplatz mit einem Messer bedroht worden. Was sagen Ihnen weibliche Bekannte zu diesem Thema? Auch sie achten darauf, niemanden aus der Gruppe zu verlieren, wenn sie abends weggehen. Und sie nehmen im Zweifelsfall lieber ein Taxi, um nach Hause zu kommen. Gerade der Jungbusch, wo viele Clubs sind, ist ein neuralgischer Ort. Das Stadtbild trägt nicht dazu bei, dass man sich da sicher fühlt. Eine höhere Polizeipräsenz ist nötig. Mannheim ist schon immer ein Magnet für Fremde gewesen. Der Anteil an Migranten liegt bei über 40 Prozent. In jüngerer Zeit sind viele Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien gekommen. Verkraftet die Stadt einen weiteren Zustrom, wie wir ihn in den letzten eineinhalb Jahren erlebt haben? Die rumänischen und bulgarischen Zuwanderer haben die Stadt stark belastet. Es wurde viel getan, um die prekären Verhältnisse, in denen viele Menschen leben und arbeiten, zu verbessern. Die Sozialleistungen belasten zudem den städtischen Haushalt. Auch vor diesem Hintergrund ist eine Migrantenwelle, wie wir sie aktuell erlebt haben, nicht unbedingt ideal für Mannheim. Die Stadt leidet unter den negativen Auswirkungen dieser Entwicklung. Inwiefern? Es gibt eine zehnprozentige Steigerung bei den Straftaten. Die Straßenkriminalität hat noch stärker zugenommen. Es hat sich ein Drogenring manifestiert – zum Beispiel am Neckartor in der Breiten Straße. Das sind alles Entwicklungen, die den Bürgern auffallen und sie erkennen, dass die Politik versagt hat. Wie finden Sie eigentlich den Flüchtlingskurs Ihrer Kanzlerin? Ich halte ihn nicht für optimal. Ich sage ganz klar, dass eine Wende in der Asylpolitik nur ohne Angela Merkel gelingen kann. Spätestens die Kölner Silvesternacht, als Hunderte von Frauen sexuell belästigt wurden, hat das Land und die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Glauben Sie, dass so etwas wie in Köln auch in Mannheim passieren kann? Bei der Steigerung der Polizeipräsenz halte ich es fast für ausgeschlossen, dass etwas in dieser Größenordnung möglich ist. Die Junge Union in Mannheim hat sich schon sehr früh für eine stärkere Polizeipräsenz in der Silvesternacht stark gemacht. Welches Zeugnis stellen Sie der Mannheimer Polizei hinsichtlich ihrer Vorgehensweise in schwierigen Zeiten aus? Mehr Personal einzusetzen, halte ich für ein wichtiges Zeichen. Auch der Kommunale Ordnungsdienst hat alle seine Streifen im Einsatz. Man kann den Beamten für ihren Einsatz nur herzlich danken. Wo werden Sie zum Jahreswechsel sein? Ich werde Silvester in Mannheim feiern. Die Planungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Es wird eine private Runde sein. Da sollten Sie sicher sein, wenn Sie nicht die Falschen einladen. Davon gehe ich aus.

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