Speyer
Stadt bittet um Kleiderspenden für junge Flüchtlinge
Minderjährige, die nach der Flucht ohne ihre Eltern in Deutschland angekommen sind, kommen in die Verantwortung der Jugendämter. In Rheinland-Pfalz gab es dabei die Besonderheit, dass die Stadt Trier sich mit ihrem „Schwerpunkt-Jugendamt“ um diese Gruppe gekümmert hatte. Zuletzt hat sie jedoch die Vereinbarung über Aufnahme und Versorgung von UmA aufgekündigt und die Leistungen Anfang September eingestellt. Die Stadt Speyer ist damit im Bereich UmA ausgerechnet in einer Zeit auf sich allein gestellt, in der die Zahlen von Neuankömmlingen steigen.
„Die Entwicklung bereitet uns Kopfschmerzen“, beschrieb Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) dem Jugendhilfeausschuss die brisante Lage. Bei steigender Anzahl und gleichzeitig unzureichenden Unterkünften im Stadtgebiet blieben befriedigende Lösungen auf der Strecke, räumte sie ein. Nach Angaben von Tanja Kaci, Abteilungsleiterin des städtischen sozialer Dienstes, waren am 27. September 27 UmA in Speyer. „Die Unterkünfte sind auf 18 Kinder und Jugendliche ausgelegt“, sagte sie. Dennoch seien Zelte oder Sporthallen auch künftig keine Option für die Unterbringung von UmA, betonte Kabs.
„Nicht planbar“
Die UmA-Aufnahmen seien dynamisch und damit nicht planbar, so Kaci. „Die Voraussetzungen haben sich für uns von einem Tag auf den anderen dramatisch verändert.“ Für ein elfjähriges Mädchen und zwei weitere unbegleitet angekommene Kinder, sieben und zwölf Jahre alt, habe sie Plätze in Wohngruppen gefunden. In Speyer habe sie schon unbürokratische Hilfe beispielsweise im Haus Gabriel und bei den Diakonissen erhalten. Statt wie bisher wenige Tage blieben die UmA nach dem Ende der Transfers ins Schwerpunkt-Jugendamt Trier jetzt mehrere Wochen in Speyer, erklärte Kaci. Das bringe die Herausforderung mit sich, Programm und Angebote für die geflüchteten Kinder und Jugendlichen zu machen. „Ihre Grundversorgung ist gewährleistet“, sagte die Abteilungsleiterin.
Viele der minderjährigen Ankömmlinge seien sehr krank, wies sie beispielsweise auf schwere Hauterkrankungen hin. „Sie kommen mit den Schuhen, die sie an den Füßen und den Kleidern, die sie am Leib haben“, sagte Kaci. Sie rief die Speyerer auf, warme Kleidung für die Altersgruppen 14 bis 17 Jahre zu spenden, überwiegend für Jungen. Abgeben können sie die Kleiderspenden montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr im Haus des städtischen Fachbereichs 4 in der Johannesstraße 22a.
Nach Auskunft der Bürgermeisterin sollen Gespräche über Möglichkeiten und Unterstützung der Kommune bei der Unterbringung und längerfristigen Versorgung inklusive Sprach- und Freizeitangeboten für UmA mit dem Land aufgenommen werden.