Speyer Sprung ins Nass

Auf dem Parcours in Waldsee: Marion Hautz mit ihrer dreijährigen Hundedame Nala.
Auf dem Parcours in Waldsee: Marion Hautz mit ihrer dreijährigen Hundedame Nala.

Lucky ist der Tunnel suspekt. Er will nicht durch das Dunkel durch. Pech für sein Frauchen, denn das bedeutet Punktabzug beim Jux-Turnier des Vereins der Hundefreunde (VdH) Waldsee. Die Veranstaltung gibt es seit Jahren und wie am anhaltenden Eintreffen von vierbeinigen Teilnehmern am Samstagnachmittag zu sehen ist, erfreut sie sich großer Beliebtheit.

„Die Röhre mag er nicht“, sagt Elena Anshof (13), bevor sie neben Lucky auf die Knie geht. Das hat die Besitzerin gut eingeschätzt. Der kleine Spanier lässt sich von den Lockversuchen der Freundin Giulia Puri am anderen Ende nicht beeindrucken. Vor fünf Monaten kam der pechschwarze Rüde auf die Welt – für ihn ist das Jux-Hundeturnier also eine Premiere. „Ich will mal sehen, wie er das hinbekommt mit den Hindernissen“, erklärt Anshof. Eins ist gewiss: Den Sprung in die „Badewanne“ beherrscht Lucky perfekt. Angela Schofhauser führt Regie beim Turnier. „Ich muss mir jedes Jahr neue Herausforderungen ausdenken“, sagt sie und lächelt. Das ist ihr in diesem Jahr wieder gelungen. Der Parcours ist nicht nur lang, sondern auch anspruchsvoll – sowohl für die vierbeinigen, als auch die zweibeinigen Teilnehmer. „Da ist ein ziemlicher Spaßfaktor dabei“, erklärt Helga Laubis, die Mitglied im VdH ist und zum dritten Mal startet. Sie tritt mit ihrer dreijährigen Bella an. „Mal schauen, wie weit sie noch in Übung ist“, sagt Laubis und verrät: „Beim letzten Mal hat sie die Aufgaben besser gelöst als ich.“ Schlau ist Bella in jedem Fall wieder: Während Frauchen versucht, mit einem Softball widerspenstig wegwehende Becher umzuwerfen, geht sie auf Streifzug und sucht sich ein Plätzchen im Schatten. Nala, ein Golden Retriever, ist parallel dazu mit Marion Hautz auf dem Platz. Die dreijährige Hündin ist souverän. Die Ruhe und Ausgeglichenheit der Besitzerin spiegelt sich in ihr wider. Selbst die verlockend auf Plastikscheiben angerichteten Wurststücke auf den Slalom-Hütchen beeindrucken sie nicht. Brav läuft Nala bei Fuß und behält ihr Frauchen im Blick. „Da hat der Hund eine stärkere Leistung gebracht als ich“, kommentiert Hautz am Ende und lächelt. Der Wind hat die vielen Wurf- und Zielübungen recht schwer gemacht. Das Siegen ist für Hautz aber zweitrangig. „Der Hund soll gefordert werden, körperlich und mit dem Kopf – das passiert zu oft viel zu wenig“, betont sie. Renate Nitzsche steht mit Paul bereit, einem Mischling aus Griechenland. „Ich bin gespannt, was passiert“, wirft sie im RHEINPFALZ-Gespräch ein. Hürdenlauf, Slalom, Reifensprung, Eierlauf und Schubkarrenschieben lauten einige vorbereitete Übungen. Kurz vorm Start gibt es die letzte liebevolle Anweisung für Paul: „Blamier mich nicht nachher.“ Auf dem Platz wird niemand blamiert. Jeder fiebert für den anderen mit und freut sich über Erfolge, aber vor allem über den Spaß, den alle Teilnehmer beim Jux-Hundeturnier haben. Selbst Lucky ist glücklich und Elena gleich mit. Er hat den Spurt durch den Tunnel geschafft – dank Turnierleiterin Schofhauser, die den Tunnel gekürzt und für sichtbares Licht am Ende gesorgt hat. Dass Lucky die Wurstscheiben dafür nicht links liegen lassen konnte, verzeiht ihm sein Frauchen. Und als Belohnung gibt es das Planschen in der „Badewanne“ natürlich obendrauf.

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