Speyer
Speyerer Stadtleben: Freizeitgestaltung mal anders
Neues Format: Radeln mit Gott
„Unterwegs mit Gott“ nennt sich ein Format, mit dem die protestantische Gedächtniskirchengemeinde neue Wege beschreiten will – im übertragenen als auch im wahrsten Wortsinn. So seien zumindest einige Teilnehmer bei der zweiten Auflage des Fahrradgottesdienstes am Sonntagvormittag „baff“ gewesen, weil die Tour von Speyer nach Dudenhofen sie an viele ihnen bisher unbekannte Ecken geführt habe, resümiert Pfarrerin Lena Vach.
„Viele waren angetan vom Aktivstall in Dudenhofen“, nennt die Theologin beispielhaft eine Station. Mit ihrem zweiten Fahrradgottesdienst zeigt Vach sich zufrieden: „Die Rückmeldung ist richtig klasse. Es waren auch einige Menschen dabei, die sonst selten in die Kirche kommen.“ 47 Teilnehmer starteten an der Gedächtniskirche in Richtung Grillhütte Dudenhofen, um gemeinsam einen Gottesdienst mit Predigt, Gitarrenmusik und „Solo-Gesang“ im Freien zu lauschen. Zurück ging es dann mit einer kleineren Mannschaft.
„Manche schlossen direkt an den Gottesdienst eine Tour an, andere fuhren zum Mittagessen“, erläutert Vach das offene Konzept. Corona-abstandsmäßig hätten sich alle Teilnehmer sehr diszipliniert verhalten, betont die Pfarrerin, die die Reihe der Outdoor-Gottesdienste fortführen will. „Für Oktober ist ein Wandergottesdienst geplant, und im kommenden Frühjahr wollen wir gemeinsam mit dem ADFC mit einem Fahrradsegengottesdienst in die Radelsaison starten“, verrät Vach.
Davor steht ein weiterer Fahrradgottesdienst an. Termin: Sonntag, 20. September, 10 Uhr an der Gedächtniskirche.
Neues Schild: Aufklärung für Müllsünder
Achtlos entsorgte Zigarettenkippen sind ein ebenso alltäglicher wie großer Bestandteil des Müllproblems. Sie „zieren“ den Boden fast überall – natürlich am meisten dort, wo viele Menschen unterwegs sind. Ein solcher Teil der Speyerer Innenstadt ist der Standort des noch recht neuen Unverpackt-Kaufladens auf jeden Fall: die Ecke Wormser Straße/Große Greifengasse ist von der Maximilianstraße noch nicht völlig abgehängt.
So schön das für die Kundenfrequenz ist, so unschön sind die Hinterlassenschaften vor der langen Ladenfront. Und wenn die Inhaberinnen Sophie Etzkorn und Luise Sobetzko zu den Zeitgenossen zählen würden, die eine solche gedankenlose Vermüllung einfach hinnehmen, dann hätten sie nicht den Laden mit dem besonderen Konzept eröffnet. Und so gibt’s im Schaufenster von ihnen ein ansehnliches Schild in der Optik ihrer Beschriftung an den Regalen mit treffender Aufschrift. Es erklärt: „Dieses Beet, die Straße und dieser Gulli sind kein Aschenbecher.“ Dazu gibt’s die Info, dass eine Kippe 50 Liter Grundwasser vergifte. Insofern sollte es nur niemanden eine Frage sein – dem folgenden freundlichen Appell, die Hinterlassenschaft des Lasters im Restmüll zu entsorgen, bitte folgen!
Neuer Grill: Nicht für große Partys
Es war Anfang Juli, als die Stadtverwaltung Speyer den Abbau des öffentlichen Grillplatzes am Binsfeld-Strand ankündigte und einige Tage später vollzog. Der Grund: wiederholte massive Vandalismusschäden. Eine erneute Reparatur hätte 10.000 Euro gekostet, zu viel für den klammen städtischen Haushalt. Übrig geblieben ist nach dem Abriss die Überdachung, die an den ganz heißen Sommertagen immer wieder als Schattenspender diente. Die Nutzer mussten allerdings früh aufstehen, um sich das kühle Plätzchen zu sichern. So groß war der Andrang. Mitunter wurde dort sogar ein aufblasbares Schwimmbecken platziert, gefüllt mit dem reichlich vorhandenen Binsfeld-Nass. Damit die Kleinen nicht in der prallen Sonne planschen mussten. Neuerdings gibt es hier wieder einen Grill. Nicht von der Stadt finanziert, sondern offenbar von einem Unbekannten spendiert und hingestellt. Der seinen ausrangierten Grill entweder unentgeltlich entsorgen oder seinen Mitmenschen ganz einfach eine Freude machen wollte. Große Grillpartys können mit diesem Exemplar mangels Rostfläche allerdings nicht gefeiert werden.
Neue Herausforderung: „White Dinner“
Eine öffentliche Veranstaltung in Corona-Zeiten zu organisieren, ist nicht einfach. Die Gruppe „Black and Beautiful“ hat es trotzdem versucht. Am vergangenen Samstag hatte die CDU-nahe Fraueninitiative zu einem „White Dinner“ – der Titel drückt einen passenden Farbkontrast zum Gruppennamen aus – auf dem St.-Guido-Stifts-Platz geladen. In einem abgesperrten Bereich kamen nach Angaben von „Black and Beautiful“ 40 Gäste zusammen – ganz in weiß gekleidet, wie es die Tradition der aus Frankreich stammenden Veranstaltungsform vorsieht. Dabei ging es nicht nur um einen „schönen Abend unter Gleichgesinnten“, sondern auch um den guten Zweck: Eine Spende in Höhe von 150 Euro geht als Ergebnis an das Frauenhaus Speyer. Fazit von „Black and Beautiful“: „Eine Wiederholung wird es auf jeden Fall im nächsten Frühjahr geben.“