Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyerer Stadtleben: Öfter mal was Neues

Chemikalienschutzanzüge: Schon 2020 fand im Technik-Museum ein Tischtennisturnier in den auffälligen Anzügen statt.
Chemikalienschutzanzüge: Schon 2020 fand im Technik-Museum ein Tischtennisturnier in den auffälligen Anzügen statt.

Die Feuerwehr spielt Tischtennis in Schutzanzügen, die Bahn setzt an einem Übergang wieder auf Handbetrieb und in einem Gymnasium tut sich was bei den christlichen Symbolen. Speyer bewegt sich auch in der Pandemie.

Freiwillige Feuerwehr: Tischtennis im Schutzanzug

Eigentlich kommen Chemikalienschutzanzüge bei der Feuerwehr zum Einsatz, wenn Giftstoffe austreten. Anlässlich ihres 175. Geburtstags im Jahr 2023 hat sich die Freiwillige Feuerwehr Speyer etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Tischtennis-Turnier in der Schutzausrüstung ist angekündigt. In einem Facebook-Post von Freitag heißt es, dass der Wettbewerb im April 2023 im Technik-Museum Speyer stattfinden soll. „Seit einer Woche haben wir das im Kopf“, sagt Thomas Tremmel, Pressesprecher der Speyerer Feuerwehr. 2020 hat es zuletzt ein Turnier mit Schutzausrüstung im Technik-Museum gegeben.

Entsprechend stehe die Planung noch am Anfang. „Alle Gefahrstoffzüge aus dem Umkreis“, sagt Tremmel, können sich für eine Teilnahme beim Turnier anmelden. Aus der Wache in der Domstadt könne jeder mitmachen, der eine Gefahrstoffausbildung hat. Einen Kader gebe es aber noch nicht. „Wir haben noch nicht trainiert“, sagt Tremmel. Ein Hintergrund dieses „Rückstands“: Wegen der Corona-Pandemie gebe es Zugangsbeschränkungen zur Feuerwache.

Wormser Landstraße: Manueller Schrankenbetrieb

In vergangenen Tagen waren Schrankenwärter, die an Bahnübergängen höchstpersönlich die Schranken herablassen, häufig anzutreffen, sogar eine Berufslaufbahn unter dem Dach der früheren Bahnpolizei. Im 21. Jahrhundert verhindern überwiegend automatische Schrankenanlagen Unfälle zwischen Schienenfahrzeugen und Verkehrsteilnehmern auf vier sowie zwei Rädern oder auf zwei Beinen.

Einen – zumindest vorübergehend – manuell betriebenen Bahnübergang gibt es aber (wieder) in Speyer. An der Querung in der Wormser Landstraße finden, nach einem Defekt im Dezember, Bauarbeiten statt. In dieser Zeit bedient eine Arbeiterin die Schranken am Gleis. Dort fahren zwar ausschließlich Güterzüge, aber auch wenn die in Richtung Hafen – oder wieder zurück – rollen, muss der Verkehr in der stark befahrenen Straße geregelt werden. Dankbare Anwohner haben der Frau, die sich teilweise in einem Dixie-Häuschen aufwärmt, schon Getränke vorbeigebracht.

Im Dezember 2021 war es am Bahnübergang zu einer technischen Störung gekommen, nachdem ein Güterzug die Stelle passiert hatte. Als sich die Schranken zunächst geöffnet hatten, die Ampel aber rot anzeigte, schlossen sich die Schlagbäume kurz darauf wieder. Ein Zug sei, so eine Sprecherin der Bahn, aber nicht in Sicht gewesen. Ein Sicherheitsmitarbeiter hatte die Schranken im Anschluss händisch geöffnet und die Autofahrer trotz roter Ampel passieren lassen. Nach dem Vorfall kündigte die Bahn die Überprüfung und Modernisierung des Übergangs an.

Von-Weis-Gymnasium: Augenmerk auf neue Kreuze

In einer Speyerer Privatschule in katholischer Trägerschaft wie dem Nikolaus-von-Weis-Gymnasium spielt das Kreuz eine besondere Rolle. Die Klassensäle sind damit ausgestattet, aber laut Schulseelsorgerin Katharina Ritter-Schardt mit so vielen unterschiedlichen Modellen, dass jetzt in einem Projekt auf mehr Einheitlichkeit hingearbeitet wird. Mit den neuen Kreuzen solle sichtbar zum Ausdruck gebracht werden, „dass nicht nur freudige Erlebnisse und schulische Leistungen, sondern auch das, woran Jugendliche schwer tragen, Raum im Schulleben haben soll“.

Ein Prototyp ist schon da und im Neubau der Schule aufgehängt, weitere sollen hinzukommen. Ausgesucht wurde der Seelsorgerin zufolge ein grünes Modell des Lilienkreuzes, das auch im Wappen der Schule eine Rolle spielt. Das Innere des Kreuzes könne jeweils individuell gestaltet werden. Dafür macht sich Ritter-Schardt nun in einem Projekt zunächst mit Acht- und Zehntklässlern „auf den Weg“. Später sollten weitere Klassenstufen hinzukommen. An die 40 Kreuze könnten es werden. Zum Auftakt gab es am Montag eine Veranstaltung mit Pfarrer und Bestseller-Autor Christian Olding aus Nordrhein-Westfalen. Er gab den Schülern wichtige Impulse zur Fragestellung „Warum hängen wir heute Kreuze auf“, wie Ritter-Schardt betont.

Der Gast habe den jungen Leuten „offen und schonungslos“ von seiner eigenen Lebensgeschichte mit dem Tod des Vaters, übersteigertem Leistungsstreben und verdrängter Trauer berichtet. Er habe Trost bei einem Kreuz gefunden. Die Schüler hat das beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Ritter-Schardt und Schulleiter Egbert Schlitz glauben, dass diese in Zukunft mit ganz anderen Augen auf die neuen Kreuze blicken.

Defekt: Schrankenbetrieb von Hand in der Wormser Landstraße.
Defekt: Schrankenbetrieb von Hand in der Wormser Landstraße.
Prototyp: das erste neue Kreuz am „Niki“.
Prototyp: das erste neue Kreuz am »Niki«.
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