Speyer
Speyerer Spenden fließen nach Bali
„Nothilfe für Bali“ heißt der Verein, der auf Initiative von Annika Spoden in Speyer gegründet worden ist. Die Bescheinigung der Gemeinnützigkeit für die Zwecke Entwicklungshilfe und Völkerverständigung ist da. Es werden Spenden gesammelt für die Hilfe vor Ort, berichtet Vorsitzende Petra Spoden. Sie ist die Mutter von Annika Spoden. Die eine koordiniert die Arbeit auf der indonesischen Insel, die andere am Speyerer Schreibtisch.
Seit mit der Pandemie der Tourismus zum Erliegen kam, kämen die Menschen im Urlaubsparadies Bali wirtschaftlich immer schlechter zurecht, berichten die Spodens. Es sei eine förmliche Verelendung zu spüren: „Die Ressourcen sind aufgebraucht. Wer vorher in der Gastronomie Arbeit gefunden hatte, kann seine Familie nicht mehr ernähren.“ Bis zum Ende des Jahres seien die Grenzen dicht, Verbesserungen nicht zu erwarten.
Spenden statt surfen
Annika Spoden, seit Anfang 2020 vor Ort, ist geblieben und wird noch länger bleiben, so die Einschätzung ihrer Mutter. Der Job in München sei ihr abgesagt worden, sie arbeite jetzt in Bali im PR-Bereich. Die 35-jährige Sprachwissenschaftlerin, in Speyer und Römerberg aufgewachsen, Abi am Purrmann-Gymnasium, bis heute in der Domstadt gemeldet, ist im Hobby begeisterte Surfsportlerin. In Bali sei sie von einheimischen Funktionsträgern angesprochen und gebeten worden, zusammen mit anderen verbliebenen Europäern eine Hilfsorganisation zu gründen. Die meisten Urlauber hätten allerdings das Land verlassen, sodass Spoden auf Hilfe aus ihrer Heimat angewiesen gewesen sei.
In Speyer habe sich dafür schnell eine kleine Gruppe zusammengefunden, erzählt Mutter Petra Spoden: „Es sind Menschen aus verschiedenen Parteien, die der Vorsatz vereint, Direkthilfe zu leisten und die Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen.“ Ganz konkret würden Familien mit Hilfspaketen bedacht, die Reis, Öl, Eier und Nudeln enthalten. Hunger sei ein großes Problem. „Meine Tochter und der Ortsvorsteher von Ungasan, der Gemeinde, in der Annika lebt, beladen dann die Fahrzeuge und suchen diejenigen auf, die Hilfe benötigen.“ Eine Ausweitung der Hilfen auf umliegende Orte sei geplant.
Große Dankbarkeit
„Mein Team wird immer größer“, sagt Annika Spoden. Sie erfahre viel Dankbarkeit. Als Beispiel nennt sie den Besuch bei einem alleinlebenden 98-Jährigen, der unterstützt worden sei. „Wir wollen nicht in Konkurrenz treten zu den Flüchtlingen in Lesbos, die auch Hilfe benötigen, aber es wäre schön, wenn es in der Pfalz weitere Unterstützer für das Hilfsprogramm geben könnte“, sagt Petra Spoden. Sie führt den Nothilfe-Verein zusammen mit Willi Batzer. Beisitzer sind Udo Zapf, Stefan Albring, Gabi Tabor und Dominik Spoden, Kassenprüfer Manfred Kabs und Volker Weinmann.
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