Speyer
Speyerer Postplatz: Das Problemkind
Vandalismus, Lärmbelästigungen und Raubdelikte - Polizei will Präsenz verstärken
Wenn Bankhäuser nachts ihre SB-Bereiche schließen und den Kunden raten, sich tagsüber mit Bargeld zu versorgen oder auf eine Bezahl-App wie Google Pay auszuweichen, dann läuft etwas schief. Banken, das sind diese gut überwachten Kreditinstitute, die in vielen Metropolen dieser Welt stehen. In der Speyerer Innenstadt müssen sie sich jedoch seit einiger Zeit abschotten: „Wir sind bestrebt, die Balance zwischen Sicherheitsaspekten und größtmöglichem Service für die Kunden zu wahren“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bank. Man bedaure es daher sehr, den SB-Bereich der Filiale am Postplatz wegen Vandalismusschäden in der Vergangenheit künftig von 0 bis 6 Uhr schließen zu müssen.
Banken schließen Zugänge zu Automaten
Ähnlich äußerte sich die Commerzbank, die ihre Filiale in der Maximilianstraße seit einiger Zeit zwischen 23 und 5 Uhr schließt. Der Grund dafür seien „Verunreinigungen und Sachschäden“, sagt Pressesprecherin Ulrike Eisenacher auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Zudem hätten alle bisherigen Maßnahmen zur Vermeidung von Vandalismus nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Auch viele Bürger fühlen sich auf dem Postplatz nicht mehr wohl, seit er im Laufe dieses Jahres zu einer beliebten Anlaufstelle für eine Gruppe Jugendlicher und Heranwachsender geworden ist. Parallel häuften sich bei den Ordnungsbehörden Beschwerden über Lärmbelästigungen und sonstige Ordnungsstörungen. Nach Angaben der Polizei Speyer kam es aus den Reihen der jungen Leute auch wiederholt zu Körperverletzungs- und Raubdelikten. Dies sei jedoch nicht ungewöhnlich, der Sommer sei lang gewesen und die innerstädtische Lage mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mache den Postplatz zu einem ansprechenden Treffpunkt. Trotzdem könne man nachvollziehen, wenn die Situation das Sicherheitsgefühl unbeteiligter Personen beeinträchtigt habe.
Zwei Störenfriede in U-Haft
Laut Polizei befinde sich der Haupttäter mittlerweile in Untersuchungshaft, vergangenen Freitag wurde im Zusammenhang mit einem Raubdelikt ein weiterer Tatverdächtiger verhaftet, auch er sitzt in U-Haft. Beide sollen zur Szene rund um den Postplatz gehören und sich dort regelmäßig aufgehalten haben. Rund um den Weihnachtsmarkt will die Polizei ihre Präsenz auf dem Postplatz erhöhen. Geplant sind auch gemeinsame Kontrollen mit dem kommunalen Vollzugsdienst. Hierbei sollen sowohl zivile als auch uniformierte Beamte eingesetzt werden. Ziel dieser Maßnahmen sei es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und Störungen der Rechtsordnung zu verhindern.