Speyer
Speyer: Stefans Woche
Corona-Lockerung: Bonbon für Wahlkämpfer
Am Dienstag ist die inzwischen bereits zehnte Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz veröffentlicht worden. Die verkündeten Lockerungen freuen bestimmt jedes Wahlkämpfer und Kandidatenherz. Ist es doch gelungen, eine Ausnahmeregelung hineinzuformulieren, die Delegiertenversammlungen und Wahlkreiskonferenzen zur Kandidatenkür in jeder Größenordnung möglich macht. Mehr als 350 im Freien und mehr als 150 in Räumen dürfen sich – ausnahmsweise -dazu versammeln. Aber immer nur mit Maskenpflicht und mit Abstand. Die SPD Speyer in der vorigen Woche beim Fußballverein Dudenhofen und die CDU Speyer auf dem Pferderennplatz Haßloch haben da weitblickend schon eine gute Wahl getroffen.
Einzelhandel: Kampf unter Kollegen
Hart ins Gericht gegangen ist in dieser Woche Mathias Münzenberger (Tee-Contor) als Vertreter des Bunds der Selbständigen (BdS) mit seinen Einzelhandelskollegen vom Herz Speyers. An der Leistungsgemeinschaft hat er letztlich kein gutes Haar gelassen. „Die alte Garde bestimmte im Wesentlichen das Geschehen und schreckte so manchen Willigen ab. Klüngelei und eigene Interessen Einzelner standen der Neuaufstellung oft im Wege“, schimpfte er ohne Beleg und mutmaßlich aus eigenen Erfahrungen. „Positiv“ äußerte er sich nur noch über die bisherige LG-Vorsitzende – und seine Nachbarin von der Roßmarktsraße – Andrea Veth. „ Die zumeist glücklos agierende und oft alleingelassene Vorsitzende der letzten zwei Jahre war stets bemüht, doch mehr als ein Verwalten und Repräsentieren kam nicht heraus.“. Nach seiner Suada kam er zu seinem eigentlichen Anliegen. Das war Abwerben und Animation zum Übertritt in den BdS, auch wenn er als Feigenblatt den Beirat für Tourismus und Marketing erwähnt hat. Das war schon ausnahmsweise plump. Die Debatte hat nur noch klarer gemacht: Der Einzelhandel hat in Speyer mehr Probleme als Corona und Salierbrücke.
Arrestzelle: Fakten oder Ausreden
In der Sache Arrestzellen-Sanierung bei der Polizei Speyer ist der Wurm drin. Seit Anfang 2019 wird dort gewerkelt. Seither ist es eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Mehrere Kleine Anfragen im Landtag, zig Artikel in der Zeitung konnten keinen Schwung in die Sache bringen. Die Kleine Anfrage vom 13. Mai wurde ihm immerhin am Donnerstag schon beantwortet, teilte der Abgeordnete und Dauer-Fragesteller Michael Wagner in dieser Woche mit. Zum Glück kam irgendwann dann Corona. Das Virus hat dem Land gute Gründe für immer neue Erklärungen der Verzögerungen gegeben, nach denen immer wieder Fertigstellungstermine genannt und verschoben worden waren. Auch jetzt in der Antwort wieder: Corona. Immerhin wurden in dieser Woche drei der vier Zellen als funktionstüchtig gemeldet. Bei der vierten – es ist die mit der Scheibe aus Sicherheitsglas – dauert immer es noch. Laut Land Pandemie-bedingt. Der wahre Grund ist aber ein anderer, wie herauskam: Für das Glas wurde das falsche Aufmaß genommen. Nochmal Pech.
Dom: Laut oder leise
Endlich wieder mal ein klerikales Groß-Event in der Bischofsstadt Speyer. Leider war es kein erfreulicher Anlass. Anton Schlembach, von 1983 bis 2007 Bischof von Speyer, hat am 15. Juni seine Schäfchen endgültig verlassen und ist zum himmlischen Vater heimgegangen. Natürlich wollten und durften viele Menschen an der Zeremonie teilnehmen. 1000 Leute passen im Normalfall gut in die romanische Kathedrale. In Corona-Zeiten waren bisher bei Gottesdiensten nur 92 Gläubige zugelassen. Es hat Außenstehende deshalb schon ein wenig überrascht, dass am Mittwoch- wohl ausnahmsweise . Platz für gleich 300 Besucher der Feier war. Mindestens zwei waren übrigens dabei, die ihr Handy nicht auf stumm geschaltet hatte. Einmal kam ein Anruf mitten im stillen Gedenken. Schon ein bisschen peinlich.
Verlobung: Champagner oder Winzersekt
„Eine von fünf Frauen verschluckt ihren Verlobungsring“ war in dieser Woche eine Agenturmeldung überschrieben. Das hat eine 2006 gegründete französische Firma ermittelt, die sich auf spektakuläre Hochzeitsanfragen wie Rosenregen oder Flugzeuge am Himmel oder Lichtbotschaften auf den Eiffelturm spezialisiert und nach eigenen Angaben bereits 1900 Liebende zum Heiraten erfolgreich nach Paris gelotst hat. Sie hat dafür zwischen 2014 und 2020 in 532 Pariser Restaurants eine Umfrage durchgeführt. Herausgekommen ist dabei, dass sich die Frauen das gute Stück verschluckt haben sollen, als ihr Partner den Antrag machte und die erhoffte Antwort mit einem Schluck Champagner besiegeln wollte, in dem der Verlobungsring lag. Kann sein, dass das in Speyer und in der Pfalz auch vorkommt. Aber ich würde den Ring eher in einen sehr guten Winzersekt werfen. Der allerdings inzwischen dem Champagner in Geschmack und Preis kaum nachstehen muss. Außerdem war bei uns ein Verlobungsring damals sowas von out! Die Hochzeit hat dennoch gekappt.