Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Pfadfinder im Einsatz für das Friedenslicht

Verena Henn
Verena Henn

Die Pfadfinder, die Deutsche Bahn und ein Pizzabäcker: Um das Friedenslicht ohne Unterbrechung von Bethlehem nach Speyer zu bringen und am Sonntag in der Gedächtniskirche weiterzuverteilen, werden viele helfende Hände gebraucht. Verena Henn von den Ludwigshafener Pfadfindern wird das Licht einen großen Teil der Reise begleiten. Was motiviert die 23-Jährige dazu?

Es ist Vorweihnachtszeit. Zeit, sich zu besinnen und über die wesentlichen Dinge nachzudenken. Liebe zum Beispiel oder Familie – oder Frieden. Verena Henn aus Bobenheim-Roxheim besinnt sich auf den Frieden. Die 23-Jährige hat in dieser Adventszeit eine wichtige Mission: Das Friedenslicht nach Speyer bringen, von wo aus es weiterverteilt wird. Die Aussendungsfeier beginnt am Sonntag, 15. Dezember, 15 Uhr, in der Gedächtniskirche. Danach laden die Speyerer Pfadfinder zu Punsch ein.

Licht-Überbringerin Henn ist schon seit 14 Jahren Pfadfinderin bei der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). Jedes Jahr sei ein anderer Bezirk der DPSG an der Reihe, das Licht abzuholen. Dieses Jahr ist es der Bezirk Ludwigshafen. Gemeinsam mit der 15-jährigen Julia Leobald wurde Verena Henn von der DPSG Ludwigshafen für die Reise ausgewählt. Auf die Idee gebracht, sich für das Abenteuer zu bewerben, habe sie ein Facebook-Post, berichtet sie im Gespräch mit RHEINPFALZ. Als sie im sozialen Netzwerk von der Friedenslicht-Aktion gelesen habe, habe sie sich gleich für die pfälzische Delegation beworben: „Ich finde den Gedanken schön, den Frieden in Form von Licht zu uns zu bringen“, erzählt die Sportstudentin.

Von Bethlehem bis in die Pfalz

Die Tradition gibt es schon seit dem Jahr 1986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seither wird das Friedenslicht jedes Jahr von einem oberösterreichischen Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet. In einer explosionssicheren Lampe geht es dann per Flugzeug nach Wien. Und dort holen es Pfadfinder aus aller Welt ab. Die deutsche Delegation ist auf 150 Personen begrenzt. Am 12. Dezember geht es für Verena Henn und Julia Leobald gemeinsam mit 148 anderen Pfadfindern also los, mit dem Nachtzug in Richtung Wien. Nach dem Übergabe-Gottesdienst vor Ort fahren sie mit dem Friedenslicht im Gepäck wieder per Nachtzug nach München. Von dort gehen die Pfadfinder ihrer Wege – jede Gruppe mit einer eigenen Kerze, angezündet am Friedenslicht.

„In der Bahn ist offenes Feuer eigentlich verboten“, erklärt Julia Stoll, Pressereferentin der DPSG Ludwigshafen. Außerdem sollte die Kerze ja möglichst unterwegs nicht ausgehen. Es gibt also viel zu beachten. „Wenn eine Flamme in die ganze Welt getragen wird, sind viele helfende Hände nötig“, sagt sie. In diesem Fall zählt die Deutsche Bahn zu den Helfern: Sie hat sogar ein eigenes Merkblatt für den Transport des Friedenslichts herausgegeben. Darauf stehen Bedingungen, um die offene Flamme transportieren zu dürfen. Sie muss etwa in einem geschlossenen Metall- oder Glasbehälter transportiert und die ganze Zeit von einer über 18-jährigen Person beaufsichtigt werden.

Gottesdienst mit „Lichtmomenten“

Ab Mannheim wird Verena Henn die kleine Flamme unter ihrer Obhut haben, die sie dann zum Aussendegottesdienst in Speyer bringt. Dort holen Pfadfinder der Region ihr Friedenslicht ab und bringen es in ihre Gemeinden, in denen Gläubige ihre eigenen Kerzen daran entzünden dürfen. Den Gottesdienst werde Henn mit ihrer Pfadfinderkollegin mitgestalten: „Wir kümmern uns um Fürbitten und zeigen Bilder der Reise“, erklärt sie. Es soll um „Lichtmomente“ gehen, berührende Momente der Wien-Fahrt.

Ein Ort in Speyer, in dem das Friedenslicht danach ganzjährig abgeholt werden, ist die Kirche des Magdalenenklosters in der Hasenpfuhlstraße.

Gemeinschaftsaktion: Christliche und muslimische Pfadfinder holen das Friedenslicht ab.
Gemeinschaftsaktion: Christliche und muslimische Pfadfinder holen das Friedenslicht ab. Fotos: Henn, rdp/C. Schnaubelt
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