Speyer
Speyer ist wieder trauriger Spitzenreiter
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Speyer seit Mittwoch wieder die höchste im Bundesland. Sie liegt bei 401,5. Der Wert in der Stadt Ludwigshafen, die zuvor die Statistik anführte, betrug 390,7. Für Speyer meldete das Landesuntersuchungsamt (LUA) am Mittwoch 40 weitere nachgewiesene Infektionsfälle. Somit haben sich seit Ausbruch der Pandemie 1112 Speyerer mit Corona angesteckt. Der Tod von bisher zwölf Menschen aus der Domstadt steht im Zusammenhang mit einer Virusinfektion. Rein rechnerisch gibt es in der Stadt derzeit 586 aktive Fälle.
Das Kreisgesundheitsamt führt viele Fälle auf ein „diffuses Infektionsgeschehen“ zurück. Das gelte für das gesamte Zuständigkeitsgebiet der Behörde, zu dem neben Speyer auch die Städte Frankenthal, Ludwigshafen und der Rhein-Pfalz-Kreis gehören, sagte Alexander Weber, Abteilungsleiter Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Kreisverwaltung, bei einem RHEINPFALZ-Gespräch am Mittwoch. Betroffen von Ansteckungen seien auch viele jüngere und mittlere Jahrgänge.
Hohes Fallaufkommen
Das Gesundheitsamt müsse mit einem hohen Fallaufkommen fertig werden. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 pro 100.000 Einwohner werde die Kontaktnachverfolgung für die Mitarbeiter schwierig. Bei den derzeit hohen Werten im Zuständigkeitsgebiet laufe man „den Dingen hinterher“. Am Dienstag etwa seien dem Gesundheitsamt insgesamt 205 neue Infektionsfälle gemeldet worden. „Selbst wenn jeder der Betroffenen nur zehn Kontakte hatte, sind das mehr als 2000 Kontaktnachverfolgungen, die geleistet werden müssen“, verdeutlicht Landrat Clemens Körner (CDU). Zum Vergleich nennt Weber Werte aus der ersten Welle im Frühjahr: Damals hätten es die Gesundheitsamtsmitarbeiter in der Spitze mit rund 30 Fällen am Tag zu tun gehabt.
In Speyer gibt es neben dem „diffusen“ Infektionsgeschehen nach Angaben von Stadtverwaltung und Gesundheitsamt weiterhin mehrere Corona-Hotspots. Dazu gehört neben dem St.-Vincentius-Krankenhaus etwa die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, wo, wie berichtet, unter anderem die Speyerer Wohnstätte betroffen ist. Laut Weber sind – Stand Mittwoch – 29 Bewohner und 16 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.
Neue Fälle in Heimen
Zudem haben derzeit mindestens vier Speyerer Seniorenheime mit Corona-Ausbrüchen zu kämpfen. Eine Reihentestung im Salier-Stift am vergangenen Freitag ergab laut Stadt-Pressesprecherin Lisa Eschenbach 32 positive Ergebnisse unter 88 getesteten Bewohnern, drei seien „fraglich positiv“ und 51 negativ, zwei Befunde stünden noch aus. 28 der 32 seien erstmal positiv getestet, so Eschenbach. Von den 51 negativ getesteten Personen waren bei vorangegangenen Reihenuntersuchungen 22 positiv. Auch im Haus Edelberg gibt es positive Coronafälle: Nach Angaben von Pressesprecher Bernhard Rössler wurde das Virus bisher bei sechs Bewohnern und einem Mitarbeiter nachgewiesen. Die Ergebnisse einer zusätzlichen Reihentestung vom Dienstagabend stünden noch aus. Zuvor war dem Träger ein nachgewiesener und ein Verdachtsfall bekannt. Im Awo-Seniorenhaus Burgfeld liegen laut Kreisverwaltungsmitarbeiter Weber positive Tests für 62 Bewohner und 13 Mitarbeiter vor.
