Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Illustrator Axel Scheffler gibt „Zeichenstunde“ in der Ausstellung „Der Grüffelo“

Szene ausdem von Axel Scheffler illustrierten Kinderbuch: Der Grüffelo und die Maus treffen aufeinander.
Szene ausdem von Axel Scheffler illustrierten Kinderbuch: Der Grüffelo und die Maus treffen aufeinander.

Der Hamburger Bilderbuch-Illustrator Axel Scheffler hat für seinen zweiten Auftritt im Historischen Museum der Pfalz in Speyer auf ein Sieben-Gänge-Menü in Oxford verzichtet. Der Wahl-Londoner ist am Sonntag Hauptperson des Begleitprogramms zur laufenden Ausstellung „Der Grüffelo“ gewesen.

So viel Zuspruch habe er nicht erwartet, staunt Scheffler über den Generationen übergreifenden Massenandrang auf seine „Zeichenstunde“ am Nachmittag. Drei Bücher hat er mitgebracht, seinen Zeichenstift und Fotos. Eins davon zeigt das Chaos, das nach Auskunft des Illustrators stets auf seinem Schreibtisch herrscht, mit dem er gut leben kann und das er darum auch keinesfalls in Frage stellen will.

Scheffler berichtet von der zweiten Einladung neben der ins Speyerer Museum. Er hätte am Sonntag auch am Bankett zur Feier von 150 Jahren Kinderliteratur in Oxford teilnehmen können, berichtet er. Das tausche er jetzt hier gegen Saumagen ein. „In Speyer habe ich zuerst zugesagt“, erklärt der Illustrator seine Fairness und blättert das Buch über „Kindness“ auf. „Einfach nett“ steht auf dem Titel. Scheffler und 37 weitere deutsche und internationale Kinderbuch-Illustratoren haben die Bilder gezeichnet. „Kindness“ bedeute im Englischen weit mehr, als die deutsche Übersetzung „Freundlichkeit“ besage, betont der Illustrator, der das Vorwort zu dem Buch geschrieben hat, das ab heute im deutschen Buchhandel erhältlich ist. Wichtig ist Scheffler das klare kindgerechte politische Statement zur Flüchtlingspolitik. Ein Pfund jedes verkauften Buches fließe in ein Flüchtlingshilfeprojekt, das seine Partnerin gemeinsam mit zwei anderen Frauen auf den griechischen Inseln ins Leben gerufen habe.

Das nächste Buch erscheint im März

Das nächste Buch im Gepäck des Illustrators soll erst im März erscheinen. Es heißt „Die Schnetts und die Schmoos“ und ist – wie „Der Grüffelo“ – von Julia Donaldson geschrieben, der britischen Autorin, mit der Scheffler besonders häufig zusammenarbeitet. Anschaulich zeichnet er die Hauptpersonen Janet und Bill, die in der deutschen Ausgabe Grete und Bernd genannt werden – die rote eine Schnett, der blaue ein Schmoo. Beide leben auf dem Stern Sehrsehrfern. Es seien seine ersten außerirdischen Figuren, sagt Scheffler und beschreibt die große Freiheit beim Erfinden des ungleichen Paares. Geschrieben und gezeichnet sei das Buch für „alle Kinder in Europa“, liest Scheffler die Widmung vor. Eigentlich sei es ja für alle Kinder der Welt, meint er. „In diesem speziellen Fall soll es ein Hinweis auf die Kritik am Brexit sein.“

Dann wechselt Scheffler den Stift und beginnt, eine giftige Warze, knochige Knie, einen Schwanz, jede Menge Fell und freundliche Augen zu zeichnen – Merkmale, die jedes Kind im Raum nur einem zuordnen kann: dem Grüffelo. Scheffler erzählt von der Entstehung des eigentlich freundlichen, aber hungrigen Monsters, zeigt erste Modelle vom Grüffelo und der Maus, die er vor 21 Jahren in seinem Skizzenbuch verewigt hat. In wenigen Minuten ist die Geschichte auf einem Blatt Papier erzählt. Dennoch liest Scheffler sie noch einmal ganz großartig vor. Ein drittes Grüffelo-Buch sei nicht geplant, sagt er. Auf seinem Chaos-Schreibtisch liege derzeit ein anderer Text, den er illustrieren werde. „Das Buch gibt es dann im Herbst 2022 zu kaufen.“

Der Illustrator Axel Scheffler.
Der Illustrator Axel Scheffler.
Die Zeichnung zeigt den Drachen Zogg aus dem gleichnamigen Kinderbuch, das von JuliaDonaldson verfasst und von Axel Scheffler il
Die Zeichnung zeigt den Drachen Zogg aus dem gleichnamigen Kinderbuch, das von JuliaDonaldson verfasst und von Axel Scheffler illustriert worden ist. Sie ist bei Schefflers Lesung im März2019 im Historischen Museum der Pfalz entstanden.
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