Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Drei Männer wegen gefälschter Überweisung verurteilt

Die Männer hatten eine Unterschrift auf dem Überweisungsträger gefälscht.
Die Männer hatten eine Unterschrift auf dem Überweisungsträger gefälscht. Foto: dpa

Drei Männer mussten sich am Montag vor dem Amtsgericht wegen Betrugs in besonders schwerem Fall in Verbindung mit Urkundenfälschung verantworten. Das Verfahren hatte am 25. November 2019 begonnen. Das Gericht verurteilte einen Täter zu einem Jahr, acht Monaten auf Bewährung, die beiden anderen zu zwei Jahren, drei Monaten und zu zwei Jahren, sechs Monaten, jeweils ohne Bewährung. Bei ihnen kam die Urkundenfälschung hinzu.

Die Männer waren angeklagt, mit einer gefälschten Unterschrift auf einem Überweisungsträger eine Kontoinhaberin der Sparkasse Vorderpfalz im Jahr 2016 um mehr als 119.000 Euro geprellt zu haben. Der Täter mit der Bewährungsstrafe, ein 35-jähriger Bulgare, der von dem Speyerer Rechtsanwalt Jan Fritz verteidigt wurde, gestand von Anfang an rückhaltlos. Die beiden anderen, vertreten von den Rechtsanwälten Markus Schrama (Moers) und Sylvia Schwaben (Pfinztal), schwiegen zum Tatvorwurf.

Der 35-Jährige lebt teilweise in Bulgarien, teilweise bei seiner Freundin in der Pfalz. Er hatte im Jahr 2016 Schulden und war arbeitslos, ein Kreditantrag bei der Sparkasse war abgelehnt worden. So sprach er einen Bekannten aus Römerberg an, der bei der Bank gearbeitet hatte. Die beiden trafen sich in einem Café, wo noch ein Speyerer Bekannter des Römerbergers hinzukam, der, wie der Bulgare später erfuhr, bei der Sparkasse in Ludwigshafen arbeitete.

Schaden schnell bemerkt

Der Plan war, auf das Konto des Bulgaren 119.000 Euro mittels eines gefälschten Formulars zu überweisen. Der Mann sollte zunächst 114.000 Euro und dann noch 4000 Euro in bar abheben und den beiden anderen das Geld aushändigen – bis auf 35.000 Euro, die für ihn waren. So geschah es, allerdings bemerkte die Kontoinhaberin sehr schnell den Schaden.

Beim ersten Termin waren die Geschädigte und ihr Ehemann, Banksachbearbeiter, ein Schriftsachverständiger und Polizeibeamte vernommen worden. Am Montag sagte die Lebensgefährtin des Bulgaren aus, eine 65-jährige Türkin. Während sie noch bei der polizeilichen Vernehmung als Dolmetscherin die Version ihres Partners dargelegt hatte, wusste sie nun rein gar nichts mehr über das Geld und woher es gekommen war. Allerdings hatte sie geholfen, es für einen luxuriösen Urlaub in der Türkei auszugeben.

Während Verteidiger Fritz nur eine Strafminderung zum Antrag der Staatsanwaltschaft forderte, beantragten die beiden anderen Verteidiger Freispruch, allerdings erfolglos.

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