Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Drei Männer wegen Betrugs vor Gericht

Noch ist kein Urteil gefallen: die Verhandlung wird im Januar fortgesetzt.
Noch ist kein Urteil gefallen: die Verhandlung wird im Januar fortgesetzt. Foto: picture alliance / dpa

Drei Männer sind vor dem Amtsgericht angeklagt, mit einer gefälschten Unterschrift auf einem Überweisungsträger eine Konteninhaberin der Sparkasse Vorderpfalz im Jahr 2016 um mehr als 119.000 Euro geprellt zu haben.

Einer der Täter, ein 35-jähriger Bulgare, der von Rechtsanwalt Jan Fritz, Speyer, verteidigt wird, hat zugegeben, dass die Geschichte sich abgespielt hat, wie in der Anklage beschrieben. Die anderen Angeklagten, ein 26-jähriger Speyerer, verteidigt von Markus Schrama aus Moers, und ein 25-jähriger Römerberger, dessen Verteidigerin Sylvia Schwaben aus Pfinztal ist, äußerten sich nicht.

Der 35-Jährige, der teils bei seiner Freundin in Schifferstadt, teils in Bulgarien lebt, wurde aus der U-Haft vorgeführt. Er war zu einem ersten Gerichtstermin nicht erschienen. Vor vier Monaten wurde er in Belgien verhaftet. Nach Deutschland war er Ende 2010 oder Anfang 2011 gekommen, um als ungelernte Arbeitskraft zu arbeiten. Dazwischen war er auch selbständig gewesen und hatte Schulden gemacht. Seinen Antrag auf einen Kredit hatte die Sparkasse abgelehnt.

So kam er auf die Idee, unter seinen Bekannten nach einem „Strohmann“ zu suchen. Mit dem Römerberger, einem Studenten der Wirtschaftswissenschaften, traf er sich in einem Café. Etwas später sei auch der Speyerer dazu gekommen. Der 35-Jährige habe ihn nicht gekannt, ihn aber kurze Zeit vorher aus der Sparkasse Ludwigshafen herauskommen sehen.

Der Plan: Auf das Konto des 35-Jährigen bei der Sparkasse würden mehr als 119.000 Euro überwiesen. Er sollte 114.000 und später 4000 Euro abheben und den beiden anderen aushändigen. 35.000 Euro waren für ihn. Er lieferte das Geld ab. Ihm sei klar gewesen, dass was illegal war, aber er habe an Schwarzgeld und Geldwäsche gedacht.

Der Speyerer, der kurz eine Banklehre angefangen hatte, fälschte die Unterschrift der Kontoinhaberin, wie ein Sachverständiger bestätigte. Die bemerkte schnell ihr fast leergeräumtes Konto. Die Bankangestellten stellten die Überweisungsträger sicher, der 35-Jährige wurde gefunden. Aufgrund seiner Personenbeschreibung war auch der Speyerer leicht zu finden. Der Angeklagte war sich bei der Verhandlung völlig sicher und bezeichnete den Speyerer als Komplizen. Er sei ihm wegen des gepflegten Äußeren im Gedächtnis geblieben. Das Verfahren wird, mit zwei Sprungterminen dazwischen, am 27. Januar fortgesetzt.

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