Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Dirk Klose stellt in der Galerie von Josef Nisters aus

„Nympheas Global“: eines der Werke von Dirk Klose.
»Nympheas Global«: eines der Werke von Dirk Klose. Foto: Lenz

Unter dem Titel „Böse Pracht – ,andere' Idyllen“ beginnt am Freitag, 11. Oktober, 19 Uhr, in der Galerie von Josef Nisters in Speyer eine Ausstellung mit Werken von Dirk Klose.

Böse? Auf den ersten Blick – und auch den zweiten – ist nur die Pracht zu sehen: wunderschöne Landschaften, Bergzüge, Seen, Wasserfälle, Urwälder, Gärten – herrliche Blau- und Grüntöne, außer in den eher grafischen Arbeiten in Gold und Schwarz. Am liebsten würde man hineinlaufen in diese Landschaften. Dann fällt einem vielleicht auf, dass sich in den Seen nicht die gleichen Berge spiegeln, wie sie oberhalb des Wasserspiegels zu sehen sind. Noch mehr sieht man so ab dem dritten Blick: Ist das nicht ein Stück eines Gartengemäldes von Gustav Klimt? Was macht das im Urwald? In einem anderen Gemälde erinnert einiges an die Seerosen von Claude Monet – dicht unter dem Wasserspiegel schimmern sie. Und die Flecken oder geraden Balken von Gold oder Silber – eine solche Farbharmonie zu dem Blau und Grün, aber irgendwie stören sie die Landschaft.

Dirk Klose – promovierter Kunsthistoriker und Maler aus München, der in Frankenthal geboren worden ist – hat einige Hauptthemen, die sich durch sein Werk ziehen. Da ist vor allem die Zerstörung der Natur, die der Mensch mit aller Macht betreibt. Da ist der Kunstbetrieb mit den astronomischen Summen, die auf Auktionen für Gemälde bezahlt werden. Da ist der auf die Spitze getriebene zerstörerische Kapitalismus und die Gier, besonders nach der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008. Da ist aber auch der Schönheitssinn, die Lust an der Ästhetik des Kunsthistorikers, geschult an der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. All dies zusammen ergibt Landschaftsbilder, die inhaltlich umso zerrissener wirken, je genauer man sie betrachtet – und die trotzdem nichts von ihrer Schönheit verlieren.

Die Zivilisation meint es oft nicht gut mit der Natur

Eine Ausgangsbasis sind zum einen Ansichten der von der Unesco anerkannten Naturerbestätten – Landschaften von atemberaubender Schönheit etwa in Europa, Afrika, Kanada, Brasilien und Neuseeland. Es gibt jedoch falsche Spiegelbilder darin, und manches wird fremdartig kombiniert – wie ein Rahmen von übergroßen Schmetterlingsflügeln, kaum erkennbare Papageien und manch anderes. Vieles wirkt merkwürdig zerrissen. Die zunächst prächtigen geraden Schranken und unregelmäßigen Formen in Gold und Silber offenbaren sich nach und nach als üble Störfaktoren, die einem die klare Sicht nehmen. Der schöne Schein ist nur oberflächlich, die Zivilisation meint es oft nicht gut mit der Natur.

Klose nimmt sich selber davon nicht aus: An einem Swimmingpool stehend – für ihn ein Symbol für verderbliche Zivilisation – hat er sich selber ins Bild gesetzt. Komplettiert wird die gesellschaftskritische Aussage mit in die Bilder eingebrachten Stücken der teuersten Gemälde der Welt – etwa von Gustav Klimt, Claude Monet und Pablo Picasso. Konzeptkunst ist das – Werke, in denen eine Idee Teil des Bildes ist und entschlüsselt werden will. Ein ästhetisches Vergnügen!

Ausstellung

  • Zu sehen in der Galerie von Josef Nisters, Bahnhofstraße 29, in Speyer bis zum 16. November, dienstags bis freitags, 14 bis 16 Uhr, samstags, 11 bis 15 Uhr, und nach Vereinbarung.
  • Die Vernissage ist am 11. Oktober, 19 Uhr, die Finissage am 16. November, 15 Uhr.

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