Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkassen-Baustelle: Heiße Phase folgt 2026 [mit Bildergalerie]

Vor der Baugrube am einstigen Standort des Augustinersaals (von links): die Bauleiter Ali Sevis und Oliver Kirst sowie Bauherren
Vor der Baugrube am einstigen Standort des Augustinersaals (von links): die Bauleiter Ali Sevis und Oliver Kirst sowie Bauherrenvertreter Harry Dyck.

Die große Baustelle im Herzen Speyers ist nur kurz in der Weihnachtspause. Am 5. Januar soll es mit dem Abriss bei der Sparkasse weitergehen. Und der Neubau kommt hinzu.

Wie sehr sich die Speyerer für „ihr“ Sparkassen-Areal interessieren, wird den Bauarbeitern, die dort seit einem halben Jahr ein- und ausgehen, immer wieder deutlich. Es wird über den Bauzaun und daran vorbei geblickt, und es werden auch Fotos geschossen. Ein Mann hat so regelmäßig – legal – die Kamera gezückt, dass ihn das Personal verwundert darauf angesprochen hat. Er mache das nur für private Zwecke, weil er auf dem Gelände einst schon zur Schule gegangen sei, gibt Bauleiter Ali Sevis von der Firma Heberger die Antwort des Mannes wieder. Sevis weiß, dass eine Großbaustelle an dieser Stelle eine besondere Herausforderung ist.

Ja, es habe auch Beschwerden von Nachbarn gegeben, aber im Dialog sei vieles zu klären, so der Bauleiter. „Wir haben zu Nachbarschaftstreffen eingeladen.“ Am 1. Juli 2025 war der erste „Baggerbiss“ am Bankgebäude aus den 1980er-Jahren, am 30. Juli 2027, so die Ansage von Sparkassen-Chef Thomas Traue, soll alles fertig sein. 57 Millionen Euro werden laut Plan bis dahin verbaut, um eine moderne Bankfiliale plus Gewerbeeinheiten, mehr als 20 Mietwohnungen und ein neues Außengelände zu errichten. Die Zentrale der früheren Speyerer Sparkasse wird nicht mehr in den alten Ausmaßen benötigt, seit die fusionierte Verwaltung in Ludwigshafen sitzt.

Loch statt Augustinersaal

An sechs Firmen – darunter steuernd die Deutsche Anlagen Leasing (DAL) und im Generalunternehmer-Team die Baufirma Heberger – liegt es derzeit, im Zeit- und Bauplan zu bleiben. Das Weinheimer Abrissunternehmen Indurec ist mit schwerem Gerät für die sichtbarsten Eingriffe zuständig. Es ist schon viel erledigt: Wo einst die Versammlungsstätte Augustinersaal war, klafft ein Loch. Auch weitere südliche Bauteile und die einstige niedrige Bebauung im „Innenhof“ sind weg. Die Gebäudeteile, die erhalten bleiben, sind schon weitgehend entkernt und stehen nach Süden hin offen da. Beton, Stahl, Eisen, Dämmung, Fenster und so weiter: Alles wurde getrennt und in Containern entsorgt.

Aus dem entkernten Gebäude: Blick auf die Baugrube und den Dom.
Aus dem entkernten Gebäude: Blick auf die Baugrube und den Dom.
Rippendecke: Holzkonstruktion aus den 1980er-Jahren als besondere Herausforderung.
Rippendecke: Holzkonstruktion aus den 1980er-Jahren als besondere Herausforderung.
Von oben: Zur Augustinergasse hin entsteht ein neues Parkdeck.
Von oben: Zur Augustinergasse hin entsteht ein neues Parkdeck.
Im Gange: Arbeiten am Parkdeck.
Im Gange: Arbeiten am Parkdeck.
Nur übergangsweise: Fundament wird betoniert, um den Boden für die Aufstellung eines Krans zu stabilisieren.
Nur übergangsweise: Fundament wird betoniert, um den Boden für die Aufstellung eines Krans zu stabilisieren.
Abriss läuft seit Monaten: Material wird getrennt entsorgt, im Hintergrund Container dafür, im Vordergrund Eisenreste.
Abriss läuft seit Monaten: Material wird getrennt entsorgt, im Hintergrund Container dafür, im Vordergrund Eisenreste.

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Besonders aufwendig war kurz vor Weihnachten die Entfernung des Dachstuhls. Einzelne Abschnitte wurden abgeschnitten, dann mit einem 40-Tonnen-Kran hinabgehoben. Weil die schwere Baumaschine über der Tiefgarage am Willy-Brandt-Platz stand, musste deren Decke mit einer Stahlkonstruktion provisorisch ertüchtigt werden. „Es sah aus wie auf einem Weihnachtsmarkt“, sagt Oberbauleiter Oliver Kirst (Heberger) über die Phase, in der ein halbes Dutzend Dachstuhl-Dreiecke nebeneinander abgestellt waren. Unter dem einstigen Dach kommt nun noch ein Stockwerk weg, weil das neue „Sparkassen-Quartier“ nur noch zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss umfassen wird – das aber anders als früher umlaufend und mit ausgebautem Dach.

Neue Bodenplatte entsteht

Schon komplett weg ist das frühere Parkdeck zur Augustinergasse hin, dessen Nachfolger derzeit im Rohbau entsteht. Neu sind hier die drei Meter Abstand zur Nachbarbebauung. Auch weitere neue Elemente kommen schon hinzu. Zunächst geht es laut Kirst um eine Bodenplatte sowie um die Absenkung des Grundwassers für eine tiefer reichende Lüftungszentrale. Dann sind die Anschlüsse zwischen alten und neuen Bauteilen vorzubereiten – mal bewehrungserhaltend, mal mit glatter Schnittkante. Zwei zusätzliche Treppenhäuser entstehen. Die Gebäudeform werde „vom U zum Omega“, weil zwei Anhänge gebaut werden müssten, um die alte Struktur zu stabilisieren. Die künftige Fassade werde nur noch im Erdgeschoss komplett mit Naturstein verkleidet sein, in den Obergeschossen komme direkt um die Fenster Stein, in die restlichen Bereiche aber Putz und Dämmung.

Bis in den März 2026 wird der Abbruch laut Kirst noch laufen, danach gehe es bis in den Herbst hinein mit verstärkter Mannschaft – bis zu 60 statt heute 30 Leute auf der Baustelle – um den Rohbau. Zwei zusätzliche Kräne würden aufgestellt. Vor dem nächsten Winter kämen noch das Dach und die Fenster an die Reihe, damit die Gebäudehülle für den Innenausbau dicht ist. „Dann wird man von außen auch nicht mehr viel sehen, weil das meiste im Inneren abläuft.“ Die Verantwortlichen sind optimistisch, den Zeitplan einhalten zu können, nach dem im Sommer 2027 eine moderne Bankfiliale – derzeit in die Postgalerie ausgegliedert – und erste Mieter einziehen können. „Wir nehmen Anfragen auf, werden aber frühestens Ende 2026 Wohnungen vermitteln“, sagt Bauherrenvertreter Harry Dyck von der Sparkasse Vorderpfalz.

Decke überrascht

Die Schifferstadter Heberger-Experten Kirst und Sevis sind zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts. Klar, es sei anspruchsvoll, alte Bauteile in einen Neubau zu integrieren. Das könne Überraschungen mit sich bringen, im Speyerer Fall etwa die spezielle Rippendecke aus den 1980er-Jahren, die heute nicht mehr so verwendet würde: Zu ihr gehört eine Holzkonstruktion, die tragende Funktion hat und deshalb erhalten werden muss. Das heißt im Umkehrschluss: Unter anderem die Planung für neue Leitungen muss angepasst werden. Das sei unerwartet gewesen, so Kirst. „Aber es haben sich hier bisher keine Aufgaben ergeben, die wir nicht kennen würden und die nicht lösbar wären.“

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