Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Sparkasse Vorderpfalz: Personal in neuer Gesellschaft

Wird personell kleiner und baulich umgestaltet: Hauptstelle der Sparkasse in Speyer.
Wird personell kleiner und baulich umgestaltet: Hauptstelle der Sparkasse in Speyer.

Die Sparkasse Vorderpfalz setzt ihren Umbauprozess fort. Zuletzt hat sie über die Schließung von sieben Standorten bis 2023 und Personalabbau informiert. Jetzt geht es um die Übertragung von Aufgaben an die Deutsche Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH (DSGF). Betroffen: rund ein Achtel der Mitarbeiter.

Die DSGF hat ihren Hauptsitz in Köln und gehört zur Sparkassen-Finanzgruppe. Nach eigener Mitteilung begleitet sie ihre Kunden bei „intelligentem Outsourcing in den Bereichen Marktfolge Aktiv sowie Marktfolge Passiv, Digitalisierung“. Genau in diesen – nicht unmittelbar mit Kundenkontakt betrauten – Bereichen wurden ihr im Juli auch 112 der 910 Mitarbeiter der Sparkasse Vorderpfalz sowie 350 Prozesse zugeordnet. Das Ludwigshafener Institut legt Wert darauf, dass es sich dabei um „kein klassisches Outsourcing, sondern eine vertiefte Form der Kooperation“ handle. Die DSGF beschäftige Mitarbeiter der Sparkasse in Form einer „Gestellung“. Dieses Personal wiederum könne nun im Namen der DSFG auch für andere Mandanten tätig werden.

„Die Kooperation ermöglicht es, die Arbeitsplätze dauerhaft zu erhalten“, erklärt Thomas Traue, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz. In Ludwigshafen findet sie am bundesweit achten DSGF-Regio-Standort statt, dem ersten in Rheinland-Pfalz. Rund 60 Mitarbeiter der Marktfolge Aktiv aus Speyer werden im Frühjahr 2021 gemeinsam mit Kollegen aus Ludwigshafen (aus dem früheren Hauptsitz der Kreissparkasse am Berliner Platz) in ein neues, entkerntes und aufgestocktes Bürogebäude in die Zollhofstraße nach Ludwigshafen umziehen. Sparkasse und DSGF werden sich dieses teilen, sagt Traue. Marktfolge Aktiv befasst sich mit dem Kreditgeschäft, Passiv mit Einlagen.

Umzug nach Ludwigshafen

„Die Konzentration von Arbeitsplätzen war ohnehin – auch ohne die Zusammenarbeit mit der DSGF – am Standort Ludwigshafen vorgesehen“, so der Vorstandsvorsitzende. Bereits 2013, bei der Fusion der bis dahin drei selbstständigen Sparkassen in Speyer, Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis, sei vorgesehen gewesen, alle dezentralen Arbeitsplätze, die keine „Marktaufgaben“ haben, am Hauptsitz zu bündeln. Die Bankgremien und der Personalrat seien in diese Entscheidungen eingebunden gewesen, so Traue. Die Kunden würden nichts von den Änderungen spüren. Auch in Zukunft müssten Leistungen und Abläufe regelmäßig überprüft werden.

Umgestaltung in Speyer

Für den Standort Speyer bedeuten die neue Kooperation und der anstehende Umzug der Mitarbeiter, dass die Hauptstelle am Willy-Brandt-Platz, der ehemalige Sitz der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, leerer werde. Schon seit der Fusion waren mehr Mitarbeiter nach Ludwigshafen umgezogen als umgekehrt; aktuell seien noch rund 140 Personen in der Hauptstelle tätig, darunter die 60 aus der Marktfolge Aktiv, die sich im Frühjahr verabschieden, so Sparkassen-Sprecher Albert Schlarp auf Anfrage. Eine Umgestaltung der zu groß gewordenen Hauptstelle Speyer und ihres Umfeld plant die Bank seit Jahren. Es gebe „noch keine greifbaren Ergebnisse“, so Schlarp.

In Ludwigshafen sucht das Institut für den alten Zentralsitz der früheren Kreissparkasse am Berliner Platz (Nutzfläche: 6100 Quadratmeter) schon länger einen Käufer. Traue zufolge laufen die Verhandlungen. Es gebe Interessenten.

Mit einer Bilanzsumme von 5,4 Milliarden Euro (2019) ist die Sparkasse Vorderpfalz die landesweit größte Sparkasse. Sie betreut rund 141.000 Privat- und etwa 13.000 Geschäftsgirokonten. Nach der Fusion wurden aus sechs Vorstandsposten mit der Zeit drei: Thomas Traue (58), Oliver Kolb (44), Ulli Sauer (46). Damals hatte die Sparkasse noch 1133 Mitarbeiter und 62 Standorte in ihrem Geschäftsgebiet (Ludwigshafen, Speyer, Rhein-Pfalz-Kreis). Die Einschnitte seien vor allem dem immer digitaler ausgerichteten Kundenverhalten geschuldet, so Traue.

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