Speyer Spaß owwe und unne

Kulisse: Knall-Lila. Kopfhaar: Knallrot. Kontrastreich ist der erste Eindruck, der sich nach dem Öffnen des Vorhangs in der Festhalle von Dudenhofen ergibt, schon mal. Genauso geht es weiter. Mit dem neuen Stück „Nix als Kuddelmuddel“ wagt sich die örtliche Theatergruppe an einen Zwei-Akter voller Gegensätze heran. Charaktere, Darstellung, Dialoge – die dargestellte Wandlung von einer Generalprobe zur Premiere steckt voller Überraschungen.
Den Regisseur der Dudenhofener, Andreas Burger, hat es erwischt. Er liegt mit Grippe im Bett. Auch seine Truppe hatte im Vorfeld mit Ausfällen zu kämpfen. Zur Premiere am Freitag stand die aber vollzählig auf der Bühne. Und: Sie war trotz geschwächter heißer Probephase in den Tagen zuvor bestens eingespielt. Rund 80 Gäste überzeugten sich davon bei der ersten Aufführung. Der Samstag war mit rund 30 Interessenten intimer, aber nicht weniger unterhaltsam. Spielfreude haben sie, die diesjährigen Akteure, das ist nicht zu leugnen. Schade nur, dass nur noch zwei Dudenhofener im Rampenlicht zu sehen sind. Den Rest der Crew ergänzen Schauspielkollegen von Burger oder aus anderen Theatergruppen aus der Region. Die ganze Sache ist dennoch stimmig, wie nach gut zwei turbulenten Stunden bilanziert werden konnte. Helmut Vögeli, der nicht nur Bühnentechniker Erich mimte, sondern in seiner Hausmeisterkluft auch ins Stück einführte, versprach nicht zuviel, als er sagte: „Mir hän do owwe unsern Spaß, un ihr werrn den aa hawwe.“ Das konnten die Zuschauer am Ende unterschreiben. Gewitzt ist die Idee des Stücks: Erst spielen die Schauspieler die Generalprobe, dann die Premiere. In zwei Rollen gleichzeitig zu schlüpfen, war die Kunst des Gesamtwerks, und die glückte allen Mitwirkenden nur allzu gut. Textsicher und fröhlich zeigten sie sich dem Publikum, das hörbar Freude an pfiffigen Dialogen und tollpatschigen Szenen hatte. Einer fiel besonders ins Auge: Michael Knapp, der als Fred den Herrn Buchfink darstellte. Köstlich gestaltete er die Einsätze des aufgeregten Akteurs aus dem Stück, suchte auffällig unauffällig nach der Hilfestellung von Souffleuse Lilli (Barbara Krämer), die – flexibel einsetzbar – den Esszimmertisch bei einer Geisterbeschwörung zum Wackeln brachte. Volker Werling machte Laune als Regisseur, der gleichzeitig Fensterputzer war. Wunderbar gewitzt wechselte er zwischen den beiden Rollen, was der Komödie den beabsichtigten Schmiss verlieh. Erfrischend wirkten die Auftritte von Jennifer Hildebrandt, Frau Säuberlich und Gitti, sowie Petra Zimmer, Frau Buchfink und Tilda, die wie alle Mitwirkenden eine bemerkenswerte Arbeit mit Gesten und Mimik an den Tag legten. Die Bühnengruppe hat bewiesen: Selbst mit so viel „Kuddelmuddel“ kann ein Theaterabend zum amüsanten Erlebnis werden. Weitere Aufführungen 16. bis 18. März und 23. bis 25 März.